Beschäftigung vorerst sichern

Unsicherheiten bei Continental in Korbach wegen der Corona-Krise

Unsicherheiten bei Continental in Korbach wegen der Corona-Krise
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Gesundheitsschutz für Beschäftigte: Continental in Korbach reagiert weiterhin mit Kurzarbeit, Homeoffice und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz auf das Coronavirus und die Krise.

Der Reifenhersteller Continental am Standort Korbach (Nordhessen) reagiert weiterhin mit Kurzarbeit auf die Corona-Krise.

  • Die Corona-Krise verursacht wirtschaftliche Schäden in der Wirtschaft
  • Auch der Reifenhersteller Continental am Standort Korbach (Nordhessen) ist betroffen
  • Das Unternehmen setzt weiter auf Kurzarbeit 

Korbach - Bei Continental in Korbach (Nordhessen) ist die Produktion zwar teilweise wieder angelaufen, doch die wirtschaftliche Lage bleibt ungewiss. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Gesamtkonzern mit Verlusten aufgrund einer schwächelnden Automobilindustrie zu kämpfen.

Doch die aktuelle Krise durch die Corona-Pandemie ist für den Automobil-Zulieferer Continental erheblich gravierender. „Wir wären froh, wenn wir jetzt eine Auslastung wie im vergangenen Jahr hätten“, sagt der Werkleiter am Standort Korbach, Lothar Salokat.

Continental in der Corona-Krise: Neben vielen negativen auch einige positive Signale für Standort in Nordhessen 

Der Reifenhersteller Continental rechnet für das zweite Quartal dieses Jahres mit einem Produktionsrückgang in Europa von mehr als 50 Prozent. Zu Zahlen für Korbach will sich Salokat nicht äußern. „Unter den gegebenen Rahmenbedingungen der Krise sind wir mit der Auslastung zufrieden“, sagt er. Neben vielen negativen Entwicklungen in der Weltwirtschaft gebe es auch einzelne positive Signale. So sei zurzeit beispielsweise ein „kleiner Schub“ bei den Sommerreifen zu spüren. „Und wir müssen uns für die Winterreifen-Produktion wappnen.“ Somit gelte es, permanent die Nachfrage zu beobachten und flexibel zu agieren.

Die Beschäftigung der Mitarbeiter könne zurzeit über Kurzarbeit gesichert werden. Das geht mit Einbußen für die Belegschaft einher, betont der Werkleiter. Doch Conti stockt das Kurzarbeitergeld nach wie vor auf 90 Prozent des Gehaltes auf. Ein „beträchtlicher Anteil“ befinde sich noch in Kurzarbeit, „doch das löst sich jetzt etwas auf. „Wir fahren die Produktion auf ein gewisses Maß hoch.“

Continental in der Corona-Krise: Keine Garantie für gesamte Belegschaft in Nordhessen 

Ob die gesamte Belegschaft trotz der Corona-Krise gehalten werden kann, das könne er nicht garantieren, sagt Salokat. Er stellt aber klar, dass zurzeit keine Kündigungen geplant seien. Die Personalsituation hänge langfristig davon ab, „wie nachhaltig und tiefgründig“ die Krise wirken werde.

Für den Sommer plant Conti in Korbach wie im vergangenen Jahr auch, Auszubildende einzustellen. Einstellungstests sind demnächst geplant - unter den neuen Abstands- und Hygieneregeln. Diese werden im gesamten Unternehmen streng eingehalten, betont Lothar Salokat. Nachdem der Betrieb vor Ostern für zweieinhalb Wochen geschlossen war, wurde jeder einzelne Mitarbeiter rund um das Thema Infektionsschutz am Arbeitsplatz geschult. 

Continental in der Krise: Schulungen der Corona-Regeln am Standort in Nordhessen 

Dazu zählte, dass jeder Mund-Nasen-Masken erhalten hat und, wenn möglich, unbedingt auf den Abstand zu Kollegen achten solle. Wenn die Distanz nicht eingehalten werden kann, müssen die Beschäftigten die Masken tragen. „Das ist bei der Arbeit im Betrieb schon was anderes als beim Einkaufen.“ Der Werkleiter hat Achtung vor den Mitarbeitern, die seiner Einschätzung nach die neuen Regeln diszipliniert befolgen. So könne die Gesundheit der Mitarbeiter geschützt werden.

Der Konzern reagiert außerdem auf die weltweite Krise, indem insgesamt die Investitionen um 20 Prozent reduziert werden. Das betreffe zum Teil auch den Standort Korbach. Hier sollen Projekte vorerst zwar nicht gestrichen, aber zeitlich verschoben werden.

Salokat weist darauf hin, dass auch während des so genannten Shutdowns die Produktion nie ganz stillstand. Etwa bei Conti-Tech. So seien zuliefernde Bereiche, beispielsweise für die Lebensmittelindustrie und Tankstellennetze, permanent gefragt gewesen.

Im Zuge der Corona-Krise schränkten Firmen in Waldeck-Frankenberg ihre Geschäftsreisen ein. So auch Continental in Korbach (Nordhessen). Geschäftsreisen seien zwischenzeitlich „nur in Ausnahmefällen und mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet“, teilt Pressesprecherin Nicole Göttlicher auf unsere Nachfrage mit. Später wurden die Geschäftsreisen ganz eingestellt. 

Nach dem sogenanntenCorona-Shutdown in der Produktion wurde die Produktion bei Continental in Fritzlar (Nordhessen) nun wieder hochgefahren. 

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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