Ehrenamtliche Helfer unterstützten Ausbildung

Als Flüchtlinge gekommen - heute Krankenpflegehelfer im Bad Wildunger Krankenhaus

Ausgebildete Krankenpflegehelfer: (von links) Abdullah Khalaf und Suad Mirza Kriet aus dem Irak sowie Mohamed Bilaal aus Äthiopien; rechts Pflegedienstleitung Markus Ochse.
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Ausgebildete Krankenpflegehelfer: (von links) Abdullah Khalaf und Suad Mirza Kriet aus dem Irak sowie Mohamed Bilaal aus Äthiopien; rechts Pflegedienstleitung Markus Ochse.

In unserer einwöchigen Serie „Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise“ stellen wir Geflüchtete vor und Menschen, die ihnen hier im Landkreis geholfen haben. Heute berichten wir über drei Flüchtlinge, die eine Ausbildung im Pflegebereich absolviert haben und in der Asklepios Stadtklinik in Bad Wildungen arbeiten. Mit diesem Beitrag endet unsere kurze Serie.

Bad Wildungen – Die 29-jährige Suad Mirza Kriet hat den Abschluss mittlerweile in der Tasche. Mit Fleiß und ihrer kollegialen Art erwarb sie sich schnell Anerkennung im Kollegenkreis. 2015 kam sie aus dem Irak nach Deutschland. In ihrem Heimatland war die Menschenrechts- und die Sicherheitslage prekär. Kriet und ihr Ehemann fühlten sich nicht mehr sicher. Vor allem ihren Kindern wollte das Ehepaar eine Zukunft in Frieden und Sicherheit ermöglichen. So flüchteten Suad Kriet, die damals im sechsten Monat schwanger war, zusammen mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern.

„Die Ausbildung war eine riesige Chance für mich“

„Ich wollte immer Krankenschwester werden. In Deutschland habe ich nicht nur die Chance erhalten, sondern wurde auch mit offenen Armen empfangen“, sagt die junge Mutter. „Die Ausbildung zur Krankenpflegehelferin war eine riesige Chance für mich.“ Am meisten berühre sie, „dass die Türen bei Asklepios für mich immer offen standen und ich bei allem unterstützt wurde“.

Ihr Traum ist es, noch die dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau zu absolvieren und ein gutes Vorbild für ihre Kinder zu sein. Vorher möchte sie aber noch besser Deutsch lernen. Ihre Kinder gehen in Bad Wildungen in den Kindergarten und die Schule. Auch dort engagiert sich die gebürtige Irakerin sehr und wurde bei ihrem Sohn in der ersten Klasse zur Elternsprecherin gewählt.

Sprachkurse und Hauptschulabschluss

Abdullah Khalaf ist 23 Jahre alt und lebt ebenfalls seit fünf Jahren in Deutschland. Er flüchtete als 17-Jähriger für eine bessere Zukunft aus dem Irak und freut sich, dass er jetzt die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer (KPH) geschafft hat. Khalaf, der mittlerweile sehr gut Deutsch spricht, möchte zunächst Berufserfahrung sammeln. „Der Umgang mit Menschen gefällt mir sehr gut, deshalb steht für mich fest, dass ich irgendwann eine weiterführende Ausbildung in der Pflege machen werde.“

Der 20-jährige Mohamed Bilaal kam 2015 als 15-Jähriger alleine aus Äthiopien. Wie seine Kollegen machte er zunächst Sprachkurse, den Hauptschulabschluss und schloss die KHP-Ausbildung an. Bilaal ist sehr gut in Bad Wildungen integriert, hat viele Freunde gefunden, und möchte sich weiterqualifizieren. „Ich freue mich sehr, dass ich hier so gut aufgenommen und unterstützt wurde“, sagt er.

„Insgesamt ist das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten jeden Tag aufs Neue spannend, aber gestaltet sich in unseren Kliniken als problemlos“, sagt eine Sprecherin der Stadtklinik.

Nachhilfestunden von Oberstufenschülern

Die drei jungen Leute hatten mit neun weiteren Flüchtlingen aus dem Irak, Afghanistan, Eritrea, Iran, Äthiopien und Pakistan über das Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Nordhessen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schwalm-Eder den Hauptschulabschluss und die Qualifizierung zum Service/-Pflegeassistenten erworben.

Anfangsschwierigkeiten gab es durch die unterschiedlichen Bildungsstandards der Herkunftsländer. Ehrenamtliche Helfer und Schüler der Oberstufe haben neben den offiziellen Sprachkursen zusätzliche Nachhilfestunden in Deutsch angeboten, was dankend angenommen wurde. Nach dem Schulabschluss waren die Teilnehmer qualifiziert für die Ausbildung zu Krankenpflegehelfern.  red

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