Erntegespräch: Einbußen in Waldeck-Frankenberg durch Trockenheit

Das Futter im Landkreis wird knapp

Die Mähdrescher sind wieder im Einsatz
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Mit den Ernteergebnissen sind die Landwirte in Waldeck-Frankeberg nicht zufrieden.

Waldeck-Frankenberg – Wegen fehlender Niederschläge und daraus resultierender Futtermittelknappheit geraten vor allem Mutterkuhhalter in Waldeck-Frankenberg zunehmend in Schwierigkeiten.

„Gerade in unserer Region, die von Grünland geprägt ist, ist die Situation schlimmer als 2018, als es auch extrem trocken war“, sagte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg, Matthias Eckel, jetzt beim gemeinsamen Erntegespräch der beiden heimischen Kreisbauernverbände auf dem Hof der Familie Grass in Haubern. Mehrere Landwirte hätten bereits angekündigt, dass sie ihre Viehbestände abspecken müssten.

Der erste Silageschnitt sei in weiten Teilen Hessens sehr unbefriedigend gewesen, bestätigte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal. „Landwirte berichten von Ertragseinbußen bis zu 50 Prozent.“ Auf Antrag könnten daher seit 1. Juli Brachflächen zu Futterzwecken genutzt werden. „Seit dem 16. Juli sind die Flächen sogar allgemein zur Nutzung freigegeben.“

Die langanhaltende Frühjahrstrockenheit habe im dritten Jahr in Folge das Wachstum und die Entwicklung aller Kulturpflanzen stark beeinflusst, teilte der Bauernpräsident mit. Dennoch gebe es bei Getreide und Raps noch „erstaunlich gute Erträge“. Schmal: „Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen rechnen wir in Hessen beim Getreide mit einer eher unterdurchschnittlichen Gesamterntemenge von etwas mehr als zwei Millionen Tonnen.“ Es gebe allerdings große regionale Unterschiede, die neben der Niederschlagsmenge und -verteilung auch von der Bodenqualität abhängig seien.

Vor allem bei der Wintergerste schwankten die Erträge. Sie reichten von 30 bis 90 Dezitonnen je Hektar. Grund für den Minderertrag seien neben der Trockenheit auch Spätfröste im Mai gewesen. „Während im langjährigen Mittel in Hessen in den Monaten März bis Mai durchschnittlich 191 Milimeter Niederschlag fallen, waren es in diesem Frühjahr nur 110. Damit fehlten rund 80 Mililiter, das sind 80 Liter pro Quadratmeter beziehungsweise 42 Prozent“, rechnete Schmal vor.

Wegen zunehmender Wetterextreme plädierte Schmal für Mehrgefahrenversicherungen, die der Staat bezuschussen solle. Zudem forderte er, dass die von den Landwirten schon lange geforderte Risikoausgleichsrücklage vom Gesetzgeber auf den Weg gebracht werde.

Von Susanna Battefeld

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