"Kirche unterwegs" verändert

Mobile Kirche und „Cafédrale“ auf Insel Scheid im Edersee

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Vor der Tiny-Kirche: (von links) Moritz und Peter Dietrich, Joel und Jaquelyne Willner und Jasmin Hiebenthal.

Die "Kirche unterwegs" ist neu an der Liegewiese auf der Halbinsel Scheid im Edersee zu finden: mit einer mobilen Kirche und einer "Cafédrale".

  • Die "Kirche unterwegs" ist neu an der Liegewiese auf der Halbinsel Scheid im Edersee zu finden
  • Eine mobile Holzkirche, ein Tiny-House, wurde neu angeschafft
  • "Kirche unterwegs" am Edersee hat den Kiosk an der Liegewiese auf Scheid im Edersee in eine "Cafédrale" verwandelt

„Gerade in diesem Jahr ist es wichtig, dass wir präsent sind“, betont Peter Dietrich, Leiter der Kirche unterwegs auf der Halbinsel Scheid am Edersee. Von ihrem alten Standort in der Ederseestraße ist die Kirche auf die Liegewiese am Ostufer umgezogen, wo das Sternenzelt aufgebaut wurde und eine fahrbare Tiny-Kirche für Andachten bereit steht.

„Da wir die Kirche unterwegs sind, ist es sinnvoll, eine mobile Kirche zu haben. Wir können dann dorthin fahren, wo die Menschen sind“, erklärt Dietrich.

Vieles wegen Corona bei "Kirche unterwegs" am Edersee nicht möglich

Wegen der Corona-Pandemie bietet die Kirche das beliebte Programm aus Konzerten, Comedy und Kleinkunst im Sternenzelt in diesem Jahr nicht in der bisher üblichen Weise an. So mussten auch die Feste zum Jubiläum „100 Jahre Marinesiedlung Scheid“, an deren Planungen sich die Kirche beteiligt hatte, abgesagt werden. Wichtig ist es aber für Peter Dietrich, „die Liegewiese, die in Zukunft unser Standort sein wird, zu beleben.“

"Cafédrale" im früheren Kiosk auf der Halbinsel Scheid im Edersee

Ab dem nächsten Jahr sollen dann hier Veranstaltungen in gewohnter Weise laufen, hofft Dietrich. Mit der Ederseefähre haben auch Urlauber aus Rehbach und Hemfurth einen kurzen Weg zur Liegewiese.

Seit diesem Jahr hat die Kirche daher auch den dortigen Kiosk gepachtet und nach Renovierungsarbeiten ein gastfreundliches Café eingerichtet. „Es war das Homeoffice von Peter Klier und mir. Wir haben zusammen mit unseren Mitarbeitern in zehn Wochen den Imbiss renoviert“, erzählt Peter Dietrich schmunzelnd.

Regionale Produkte in der "Cafédrale" am Edersee

Imbiss zur „Cafédrale“ umgebaut: Peter Dietrich (links) und Peter Klier (Mitte) mit einem Gast.

Das neue „Cafédrale“ wurde Pfingsten eröffnet und hat bis 23. August in der Regel von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, danach an den Wochenenden. Großen Wert legen Peter Dietrich und seine Helfer auf die Verarbeitung von regionalen Produkten.

So kommen die Fleischprodukte aus Bio-Metzgereien in Ehlen und Besse und Kaffee von der Rösterei „Röstrausch“ in Gudensberg, die ausschließlich fair gehandelten Rohkaffee bezieht. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durfte Peter Dietrich bis zum 15. Juni keine Beschäftigten anwerben.

Treue Ehrenamtliche bei "Kirche unterwegs" am Edersee

Dennoch sind in dieser Saison wieder ehrenamtliche Helfer für die Kirche auf der Halbinsel Scheid im Edersee tätig. Zu ihnen gehören Jaquelyne Willner aus Groß-Umstadt und Jasmin Hiebenthal aus Eschwege. „Ich habe durch die Kirche den Edersee kennen und lieben gelernt. Mein Sohn Joel wurde hier getauft“, berichtet Willner, die seit 15 Jahren aktiv ist. Ein Freund machte Jasmin Hiebenthal auf die Kirche unterwegs aufmerksam und hilft seit sechs Jahren als Ehrenamtliche im Team. „Die Touristen und Einheimischen am Edersee sollen merken, dass hier Aufbruchsstimmung herrscht“, betont Peter Dietrich: „Das ist nicht nur für die Kirche, sondern auch für die Region und den Fremdenverkehr wichtig.“

Das Angebot der "Kirche unterwegs" am Edersee 2020

Das bunte Ferienprogramm, das die Kirche unterwegs seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Ederseetouristik anbietet, fällt wegen der Corona-Pandemie 2020 kleiner aus. Vom 21. Juli bis 24. Juli läuft von 10.30 Uhr bis 13 Uhr der Bildhauerkurs „Die Welt begreifen“ mit dem Künstler, Steinmetz und Bildhauer Lutz Kirchner für Teilnehmer ab zehn Jahren statt. In mehreren kurzen Werkzeugeinführungen wird der Umgang mit den wichtigsten Steinhauerwerkzeugen erlernt. Auf dieser Grundlage entwickeln und verwirklichen die Teilnehmerinnen und nehmer ihre Ideen in Stein. Vom 4. August bis 9. August gibt es ein Programm mit dem Puppenspieler „Radieschenfieber“. Er wurde 2001 mit der Gruppe „ambivalenz“ mit dem ersten Platz des Theaterpreises der Stuttgarter Zeitung ausgezeichnet. Von Dienstag bis Sonntag beginnen jeweils um 22.15 Uhr Abendandachten im Sternenzelt. Sonntags um 10.30 Uhr beginnt immer ein Gottesdienst. -sj-

"Kirche unterwegs" hofft darauf, 2021 wieder ein Programm anzubieten, wie aus den vergangenen Jahren gewohnt.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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