Zuschuss für Upländer Bauernmolkerei übergeben

Upländer Bauernmolkerei erhält für Neubau 7,5 Millionen Euro Fördergeld

Beim Besuch auf der Molkerei-Baustelle übergibt Priska Hinz Förderbescheid und Siegel an Karin Artzt-Steinbrink (links). Hinter dem Projekt stehen auch(von links) der kaufmännische Leiter Tobias Kleinsorge, Heinfried Emden und Sven Lorenz von der Milcherzeugergemeinschaft Hessen sowie Aufsichtsratvorsitzender Josef Jacobi.
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Beim Besuch auf der Molkerei-Baustelle übergibt Priska Hinz Förderbescheid und Siegel an Karin Artzt-Steinbrink (links). Hinter dem Projekt stehen auch(von links) der kaufmännische Leiter Tobias Kleinsorge, Heinfried Emden und Sven Lorenz von der Milcherzeugergemeinschaft Hessen sowie Aufsichtsratvorsitzender Josef Jacobi.

Die Upländer Bauernmolkerei erhält für ihren Neubau 7,5 Millionen Euro Fördergeld - davon sollen die Region und die ökologische Landwirtschaft in Hessen profitieren.

„Es ist politisches Ziel, dass Hessen die ökologische Landwirtschaft weiter ausbaut“, erklärte Ministerin Priska Hinz bei der Übergabe des Förderbescheids – bis 2025 von 15,6 auf 25 Prozent der bewirtschaften Flächen. Dafür müssten die Bauern wissen, wo sie ihre Milch hinliefern können und durch feste Verträge faire Preise erhalten. „Da kommt der Neubau ins Spiel, dank dem die Upländer Bauernmolkerei mehr Lieferanten aufnehmen kann“, so die Landwirtschafts- und Umweltministerin.

19,5 Millionen Euro investiert die Upländer Bauernmolkerei in den neuen Standort im Gewerbegebiet an der Düdinghäuser Straße. Das Gelände wurde bereits begradigt, diese Woche sollen die Rohbauarbeiten vergeben werden, erklärte Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink. In gut einem Jahr soll die Produktion im neuen Gebäude starten, der Betrieb ist dann seit 25 Jahren in Usseln ansässig.

Bei der Gründung produzierte er eine Million Liter Biomilch im Jahr, mittlerweile sind es 40 Millionen. Der Neubau soll die Kapazitäten auf 60 Millionen Liter erhöhen. Die Nachfrage nach Biomilch-Produkten sei in den vergangenen Monaten gestiegen, das Bewusstsein für regionale und umweltschonende Lebensmittelwirtschaft wachse bei vielen, erklärte Karin Artzt-Steinbrink – das passe: „Wir setzen uns ein für Vielfalt bei Pflanzen, Tieren und auch bei Menschen.“

„Der Förderbescheid kommt der ganzen Region zugute, nicht nur dem einzelnen Unternehmen“, befand Manfred Stremme (CDU), erster Beigeordneter der Gemeinde Willingen. Dass es inmitten der touristisch geprägten Kommune auch Betriebe wie die Bauernmolkerei gibt, sei sehr wichtig – das habe sich in der Corona-Krise einmal mehr bestätigt. Er betonte, wie glücklich die Gemeinde sei, dass die Molkerei ihren neuen Standort im Upland baut. Sie sei dem Ort verbunden, erklärte Sven Lorenz, neuer Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Hessen, Mehrheitsgesellschafterin der Upländer Bauernmolkerei. Der Neubau sei eine Chance zu zeigen, was in Upland und Waldeck möglich ist. Und es habe Strahlkraft, fügte Fritz Schäfer hinzu, Dezernent für Direktvermarktung beim Landkreis: „Es gibt keinen besseren Gruß als das,was in der Heimat produziert wurde.“

Das Fördergeld stammt aus den Mitteln zur Marktstrukturförderung, welche von der EU unterstützt wird: Ziel sei dabei unter anderem, Regionalität zu stärken und unabhängiger von großen Konzernen zu werden, erklärte Priska Hinz – die Corona-Krise habe bestärkt, wie wichtig das sei. Biobetriebe kriegen Fördersätze von bis zu 40 Prozent, teilt das Ministerium mit. Nachdem 2019 7,6 Millionen Euro Zuschüsse gezahlt wurden, waren es 2020 bislang 16,9 Millionen. Wegen der hohen Nachfrage wolle das Land bei der EU eine Aufstockung beantragen.

Neues Siegel „Bio aus Hessen" für Upländer Bauernmolkerei

Zusätzlich zum Förderbescheid brachte Priska Hinz der einzigen Bio-Molkerei Hessens auch ein neues Siegel mit: „Bio aus Hessen“. Dieses geht an Produkte mit gesichter Qualität, erklärte die Ministerin. Für die Weidemilch mit dem Siegel stammt die Milch von hessischen Kühen. Verantwortlich war die Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“.

Wo die Milch der Upländer Bauernmolkerei herkommt, schauten sich (von links) landtagsabgeordneter Hans-Jürgen MüllerGrüne), Josef Jacobi, Julia Kraushaar (Geschäftsführerin MGH Gutes aus Hessen), Heinfried Emden, Karin-Artzt-Steinbrink, Harald Göbel, Priska Hinz, Hartmut Göbel und Sven Lorenz zusammen auf dem Hof Göbel bei Deisfeld an.

Wo die Milch der Molkerei herkommt, betrachtete die Ministerin auf dem Hof der Familie Göbel bei Deisfeld. Harald Göbel führte über den Hof mit 54 Biokühen, der die Molkerei seit 2005 beliefert. Sven Lorenz hob hervor, dass es einer der ersten Höfe war, der Weidemilch lieferte. Die Ministerin besichtigte den Stall mit freiem Zugang zu den Weideflächen. Sie hoffe sehr, dass die Genossenschaft weiter wachse, in der solche Betriebe mitbestimmen und ihren Beitrag zu Klimaschutz, Tierwohl und regionaler Wertschöpfung leisten. (wf/red)

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