Angebot für Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

Wohnpark auf Gärtnerei-Gelände in Korbach geplant

Hinter ihnen soll der „Johanniter Wohnpark Voßhage“ entstehen: Fachbereichsleiter Dr. Karsten Falk (links) und Regionalvorstand Benjamin Krause (2. von rechts) von der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie die Investoren Andreas Göpel (rechts) und Thomas Hirsch peilen eine Eröffnung für das dritte Quartal 2022 an.
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Hinter ihnen soll der „Johanniter Wohnpark Voßhage“ entstehen: Fachbereichsleiter Dr. Karsten Falk (links) und Regionalvorstand Benjamin Krause (2. von rechts) von der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie die Investoren Andreas Göpel (rechts) und Thomas Hirsch peilen eine Eröffnung für das dritte Quartal 2022 an.

Korbach – Auf dem Gelände der Gärtnerei Voßhage am Westwall in Korbach sollen rund 30 Wohnungen für Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen entstehen. Das von Andreas Göpel und Thomas Hirsch initiierte Projekt richtet sich an Personen, die eigenständig leben und Dienstleistungen in Service und Betreuung in Anspruch nehmen möchten.

Während die Projektentwickler ankündigen, dass die Räume bereits im Herbst 2022 bezugsfertig sein sollen und die Eröffnung für das dritte Quartal 2022 angepeilt wird, hält man sich bei der Stadt Korbach noch etwas zurück. Wie aktuell der Stand der Planungen ist, hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was soll auf dem Gelände der Gärtnerei Voßhage in Korbach entstehen?

Andreas Göpel und Thomas Hirsch haben das etwa 3000 Quadratmeter große Gelände mit Gewächshäusern, Wohnhaus und Ladengeschäft erworben, um gegenüber dem alten Finanzamt Wohnraum für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen zu realisieren. Dazu müssen zunächst die bestehenden Gebäude abgerissen werden. „Johanniter Wohnpark Voßhage“ soll die Anlage später heißen, das Motto „Wohnen mit Service“ lauten.

Wie hoch sind die Kosten für das Projekt und wie genau soll es realisiert werden?

Andreas Göpel berichtet auf Nachfrage, dass acht Millionen Euro für den Bau des Wohnparks in die Hand genommen werden müssen. Einen Investor gebe es bereits. Zu der Frage, wer dies sei, wollte Göpel zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts sagen. Wenn der Wohnpark steht, soll der gesamte Komplex mit einer entsprechenden Provision für die Projektentwickler verkauft werden. Geplant ist, dass der Käufer die Wohnungen letztlich an Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen vermietet. Das am Westwall entstehende Gebäude wird laut Göpel und Hirsch von einem Korbacher Bauunternehmen realisiert.

Warum halten Göpel und Hirsch ihr Projekt für notwendig?

„Als gebürtige Korbacher wollen wir dem gestiegenen Bedarf an derartigem Wohnraum Rechnung tragen“, schildern die beiden ihre Motivation. Andreas Göpel ist Immobilienkaufmann, Thomas Hirsch als Versicherungsfachwirt tätig. Bei der Konzept-Entwicklung für den neuen Wohnpark habe man in den Johannitern einen Partner mit großer Kompetenz gefunden. Außerdem hätten die hessischen Ministerien für Soziales und Integration sowie für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ihre Unterstützung zugesichert.

Was heißt das konkret, wie stark sind die Johanniter am Projekt beteiligt?

Im Kern geht es darum, dass die Johanniter einen umfangreichen und hochmodernen Service für die Bewohner bereitstellen und dieser auch im Mietvertrag – beginnend mit einem Basis-Paket – fixiert wird. Hierbei handelt es sich unter anderem um ein Ruf- und Assistenzsystem.

Wie soll es im Inneren des Wohnparks aussehen?

Sämtliche Wohnungen, Flure und Aufzüge sollen für Liegendtransporte von Bewohnern nach einem Notfall geeignet sein. Einzelne Wohnungen werden nach Auskunft der Projektentwickler außerdem rollstuhlgerecht ausgestattet, Schalter und Flurbeleuchtungen werden den Bedürfnissen von Menschen mit Sehbehinderungen entsprechen. Als Ansprechpartner für die Bewohner werde ein Mitarbeiter der Johanniter vor Ort sein.

Was sagt die Stadt Korbach zu den Plänen auf dem Gelände der Gärtnerei Voßhage?

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich berichtet, dass man sich mit den Projektentwicklern im Gespräch befinde. „Generell sind solche Projekte, die im Stadtkern angesiedelt sind, immer zu befürworten. Fakt ist aber auch, dass der Bebauungsplan zwar Entwicklungen in diese Richtung zulässt – allerdings noch nicht in dem Umfang, wie es die Planungen vorsehen“, sagt der Verwaltungschef. Damit das Projekt in der von Andreas Göpel und Thomas Hirsch angestrebten Größenordnung realisiert werden könne, müsse zunächst das Baurecht geändert werden. „Darüber entscheiden die Stadtverordneten. Deshalb müssen auch noch einige Detailfragen geklärt werden“, so Friedrich.

Welche Fragen sind das?

Der Bürgermeister berichtet, dass er sich auch mit den Johannitern ausgetauscht habe. Hierbei sei es unter anderem darum gegangen, ob es sich bei dem Vorhaben im klassischen Sinne um ein betreutes Wohnen handele und in was für einem Paket die Serviceangebote für die Bewohner zur Verfügung gestellt werden. „Da gibt es verschiedene Modelle. Denkbar ist beispielsweise, dass die Johanniter selbst als Betreiber des Wohnparks auftreten – also Generalmieter des Komplexes werden und die Wohnungen danach eigenverantwortlich und mit ihren Serviceangeboten an die künftigen Bewohner weiter vermieten.“

Sensoren erkennen, ob der Herd noch eingeschaltet ist

Geplant ist, dass alle Wohnungen in dem neuen Wohnpark über ausgefeilte Ruf- und Assistenz-Systeme verfügen. „Damit sind Notrufe ebenso möglich wie eine normale Kommunikation zwischen dem Bewohner und der Leitstelle der Johanniter. Darüber sind auf Wunsch verschiedene Services abrufbar“, berichtet Benjamin Krause, kurhessischer Regionalvorstand der Johanniter Unfall-Hilfe. So könnten zum Beispiel Arzttermine vereinbart, Einkäufe und Mittagessen bestellt, die Fußpflege oder ein Friseur beauftragt werden.

Das Konzept der neuen Wohnanlage sieht nach Auskunft des Dienstleisters vor, die Eigenständigkeit der Bewohner so weit und so lange wie möglich zu erhalten und ihnen dafür je nach Bedarf die nötige Unterstützung zu gewähren. Pflegebedürftige Bewohner dürfen den Angaben zufolge selbst entscheiden, welcher Pflegedienst sie versorgt. Ein Umzug in den „Johanniter Wohnpark Voßhage“ habe keinen Wechsel zur Folge. „Bei uns besteht freie Anbieterwahl“, macht Krause auch mit Blick auf das Vertrauensverhältnis deutlich. Lediglich beim Ruf-System sei man aus technischen Gründen an die Johanniter Unfall-Hilfe gebunden.

Neben dem Ruf- und Assistenzsystem werden die Wohnungen nach Auskunft der Projektentwickler Andreas Göpel und Thomas Hirsch auch noch mit dem „Johanniter AHS-System“ ausgestattet. Dies bringe Sicherheit für die Bewohner. So verknüpfe auf Wunsch das AHS-System sensible technische Stellen der Wohnungen mit der Leitstelle der Johanniter: Nach dem Verlassen der Wohnung noch offene Türen oder Fenster können erkannt und aus der Ferne geschlossen werden. „Zudem erkennen Sensoren, ob ein Bewohner vergessen hat, den Herd auszuschalten oder einen Wasserhahn abzudrehen. Hochspezielle Sensoren können sogar Atemstillstände oder Herzinfarkte erkennen und setzen in diesem Fall automatisch die Rettungskette in Gang“, berichtet Göpel.

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