Landkreis mahnt Umsetzung wegen schlechter Einleitungswerte

Bis zu fünf Millionen Euro für neue Kläranlage bei Asel

+
Besuch an der Kläranlage Asel: Abwassertechniker Mario Pfefferle (von links), die Gemeindevertreter Volker König, Gertmann Sude, Berthold Halberstadt, Karl-Heinz Stadtler, EWF-Chef Stefan Schaller, Bürgermeister Karsten Kalhöfer, Bauamtsleiter Volker Denhof, Klärwärter Berthold Schreiber und Gemeindevertreter Jochen Dohl. 

Das teuerste und größte Vorhaben der Gemeinde Vöhl der kommenden Jahre steht an: Die Kläranlage in Asel wird neu gebaut. Möglicherweise wird das Millionen-Vorhaben gemeinsam mit dem Verbands-Energie-Werk (VEW) umgesetzt.

Der „Zustand und die Einleitungswerte der Kläranlage in Asel“ werden von der Kreisverwaltung „nicht mehr geduldet“, es „drohen eine Zwangsverfügung und der damit verbundene Widerruf der Einleitungserlaubnis“: So stand es jetzt in der Vorlage zur Sitzung der Vöhler Gemeindevertretung. Das Projekt habe man seit vielen Jahren vor der Brust, es bestehe dringender Handlungsbedarf, sagte Bürgermeister Karsten Kalhöfer bei einem Besuch der Kläranlage in Asel. Nun wird das Vorhaben angegangen.

Bei etwa vier bis fünf Millionen Euro werden die Kosten liegen. Angestrebt ist der Neubau der Anlage gemeinsam mit VEW, zumindest eine Absichtserklärung, dass eine entsprechende Gesellschaft gegründet werden soll, gab es bereits von beiden Seiten. Doch Kalhöfer betont: Die Gremien der Gemeinde haben das letzte Wort.

In spätestens drei Jahren in Betrieb

Zunächst wird ausgearbeitet, welche Form der Kläranlage gebaut werden könnte. Eine Möglichkeit wäre es, den Teich zuzuschütten und die neue Anlage dann an dieser Stelle zu bauen, eine weitere Möglichkeit wäre, den Teich als Rückhaltebecken zu erhalten, erklärte EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller. Am Ende sei das Projekt ein gemeinsames, bei dem sich jeder Partner mit seinem Fachwissen einbringe. Stimmen beide Beteiligte dem Gesellschaftervertrag zu, der jetzt ausgearbeitet wird, kann es losgehen.

In maximal drei Jahren soll die neue Kläranlage in Betrieb gehen, gebaut wird im Bestand. Eine provisorische Anlage würde während der Bauphase zusätzlich eingesetzt. Kalhöfer setzt darauf, dass ein Teil der Kosten durch Fördermittel gedeckt wird. Möglicherweise könnte die Anlage als Leuchtturmprojekt umgesetzt werden. „Wir wollen die Bürger nur so weit belasten, wie es sein muss.“

1981 wurde die Anlage bei Asel gebaut, von der aus in den Edersee eingeleitet wird. Der Klärschlamm wird für die hiesige Landwirtschaft genutzt. Ausgelegt ist die Anlage für 3500 Einwohner, unter anderem sind Vöhl, Basdorf und die Jugendherberge Hohe Fahrt angeschlossen.

Dass die Frage schon lange nicht mehr sei, ob man neu baue, sondern wie, sagte SPD-Fraktionschef Volker König. Dafür seien aber ausführliche Beratungen unumgänglich, sagte Gertmann Sude, Sprecher der CDU-Fraktion. Und Heinrich Heidel, FDP-Chef, sagte in der Gemeindevertretung, der Neubau sei alternativlos, es müsse etwas passieren.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.