Obstbaum in Bad Wildungen gepflanzt als Auftakt einer größeren Aktion im Edertal

Rotary-Club und NABU wollen Apfelbaumallee mit 50 Bäumen in Giflitz anlegen

Obstbaum als Geschenk: Die Rotary Mitglieder Hugo Hücker, Präsident Christian Lötzer, Dr. Heinz Bernhardt und Dr. Lutz Gercke (von links) mit Anja Hölscher (links) und Anna-Lena Paar vom Haus Viktorquelle.
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Obstbaum als Geschenk: Die Rotary Mitglieder Hugo Hücker, Präsident Christian Lötzer, Dr. Heinz Bernhardt und Dr. Lutz Gercke (von links) mit Anja Hölscher (links) und Anna-Lena Paar vom Haus Viktorquelle.

Mitglieder des Rotary Clubs Bad-Fritzlar pflanzten vor dem evangelischen Altenhilfezentrums Haus Viktorquelle einen Apfelbaum. Weitere 50 Obstbäume wollen die Mitglieder des Serviceclubs demnächst in Giflitz pflanzen.

Bad Wildungen/Edertal – Laut Rotarypräsident Christian Lötzer soll auch in Coronazeiten die Verbundenheit der Rotary-Mitglieder mit dem Altenhilfezentrum, den Beschäftigten und den Heimbewohner der seit lange bestehende Kontakt aufrecht erhalten werden, zumal die beliebten monatlichen Seniorennachmittage mit Kaffee, Kuchen, Singen und einem Vortrag ausfallen müssen. Deshalb ist auch schon ein zweites Blechbläserkonzert mit dem Posaunenchor Edertal am ersten Advent geplant.

Bei dem gepflanzten Apfelbaum handelt es sich um einen Baum mit Früchten der Sorte „Kaiser Wilhelm“. Die Pflanzaktion biete eine gute Gelegenheit zum Kontaktaustausch. Derzeit finden die Club-Treffen zum großen Teil als Online-Meetings statt, „getreu nach den Worten von Paul Harris (1868-1947), der 1905 in den USA den ersten Rotaryclub gegründet hat: „Wenn die Welt sich ändert, muss sich auch Rotary ändern“. Bei der Pflanzaktion versprachen Anja Hölscher (Qualitätsbeauftragte) und Anna-Lena Paar (Leitung soziale Dienste) vom Haus Viktorquelle, den jungen Baum sorgfältig zu pflegen.

1864 wurde der Apfel „Kaiser Wilhelm" erstmals entdeckt

Der Apfel „Kaiser Wilhelm“ wurde 1864 in einem rheinischen Garten zum ersten Mal entdeckt und bald darauf „seiner Majestät“ zum Probieren angeboten, heißt es. Er hat offenbar geschmeckt, denn der Kaiser gestattete die Namensgebung. Kürzlich kam heraus, dass es sich bei „Kaiser Wilhelm“ um ein Plagiat handeln soll, denn schon vor dessen „Entdeckung“ existierte im Raum Köln die identische Apfelsorte „Peter Broich“. Als „Kaiser Wilhelm“ ist es eine beliebtesten Sorten der alten deutschen Apfelarten, die heute aber kaum noch eine Rolle spielt. Sie wird längst durch Früchte ersetzt, die zum Beispiel aus Neuseeland kommen.

emeinsam mit dem NABU Edertal wollen die Rotarier am Reformationstag, Samstag, 31. Oktober, in Giflitz in der Verlängerung der Straße Am Herzberg in Richtung Kleinern eine etwa 800 Meter lange Obstbaumallee mit Apfel- und Zwetschgenbäumen rekultivieren.

Apfelbaumallee mit alten Sorten in Giflitz

50 Apfelbäume der Sorten Waldecker Nr 1, Roter Münsterländer, Naumburger Schafsnase, Korbacher Edelrenette, Kaiser Wilhelm, Gloria Mundi, Erbacher Weinapfel, Sommerananas, Dorheimer Streifling und Schöner aus Nordhessen werden gepflanzt.

„Das Apfelbaum-Projekt ist nachhaltig, weil die historische Obstbaumallee mit standortgerechten Apfelsorten verjüngt wird und ökologisch sinnvoll, weil die Apfelblüten den Bienen eine reiche Tracht und im Winter dem Wild als Nahrung dienen“, sagt Rotary-Präsident Christian Lötzer. Alle Bäume sind ebenso wie ihre betagten Vorgänger Hochstämme und tragen zum Erhalt des Landschaftsbildes und der Bewahrung alter Apfelsorten bei, die heute weitgehend vom Markt verschwunden sind.

Die Äpfel stammen aus einer Bio-Baumschule in Wolfhagen, die Pflanzlöcher werden mit einem Mietbagger in Rotary-Eigenleistung ausgehoben. Das Projekt ist mit der Gemeinde Edertal, dem Ortsbeirat und den Landwirten abgesprochen, von denen einer bei Trockenheit die Jungpflanzen mit Wasser versorgen will.

Von Werner Senzel

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