Lebensraum sichern für Storch und Teufelsabbiss

Landschaftspflegeverband schützt bedrohte Arten in der Pfaffenwiese bei Odershausen

Auf der Pfaffenwiese bei Odershausen: Carsten Müller, Jaqueline Bienhaus, Markus Schönmüller und Bürgermeister Ralf Gutheil.
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Auf der Pfaffenwiese bei Odershausen: Carsten Müller, Jaqueline Bienhaus, Markus Schönmüller und Bürgermeister Ralf Gutheil.

Werte erhalten, Artenschutz fördern: Der Landschaftspflegeverband des Landkreises hat es sich zum Ziel gemacht, Naturschutzmaßnahmen in Waldeck-Frankenberg zu koordinieren und so Kulturlandschaften zu erhalten. Ein Beispiel ist die Pfaffenwiese.

Bad Wildungen – Die Pflegemaßnahme in der Bad Wildunger Pfaffenwiese ist ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit zwischen Politik, Landwirtschaft und Naturschutz.

Vom Aussterben bedrohte Arten

Die 1,5 Hektar große Fläche zwischen Odershausen und Hundsdorf ließ sich seit Jahren landwirtschaftlich schlecht bewirtschaften, da das hügelige Gelände durch viele Bachläufe zur Moorbildung neigt. Die Fläche zu mähen und von wuchernden Sträuchern und Gehölzen zu befreien, ist aber zwingend notwendig, um den Lebensraum von zahlreichen geschützten und seltenen Tier- und Pflanzenarten zu sichern.

Dazu zählen beispielsweise der vom Aussterben bedrohte Schwarzstorch oder seltene Pflanzenarten wie das Heilkraut Heilziest, das breitblättrige Knabenkraut oder der Teufelsabbiss aus der Familie der Geißblattgewächse.

Sichern von Kulturlandschaften in der Region

„Um die Arten zu erhalten und die Pflege langfristig zu sichern, haben sich Landkreis und Landschaftspflegeverband für den nachhaltigen Bestand des Biotops eingesetzt – und leisten so einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Waldeck-Frankenberg“, freut sich Landrat Dr. Reinhard Kubat. Dafür seien im Rahmen der hessischen Biodiversitätsstrategie mehrere Tausend Euro investiert worden. „Wir werden auch künftig für den Erhalt der Fläche Sorge tragen.“

„Der Erhalt der Pfaffenwiese ist ein gelungenes Beispiel für die gemeinsame Sicherung von Kulturlandschaften“, freut sich der Geschäftsführer des Verbandes Carsten Müller. „Für alle Beteiligten ist die Pflege der Fläche eine Win-Win-Situation“, sagt er. Der Landwirt werde für seine Mühe entlohnt und schaffe einen kulturlandschaftlichen Wert, im Sinne des Naturschutzes pflege man den Erhalt seltener Arten und die Kommune sichere ein attraktives Landschaftselement in Bad Wildungen. „

Wertschöpfung der Region steigern

Die Pfaffenwiese ist nur eines von vielen Projekten, mit denen sich der Verband beschäftigt“, ergänzt Markus Schönmüller, der im Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises für die Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Management, zuständig ist, also den Erhalt der natürlichen Lebensräume von Pflanzen und Tieren. „Durch Maßnahmen wie diese können wir den Artenschutz gezielt fördern – und so im Bestand gefährdete Tiere und Pflanzen aktiv schützen.“

Darüber freut sich auch Bad Wildungens Bürgermeister Ralf Gutheil: „Durch die Maßnahme erhalten wir attraktive Landschaftsbestandteile für Einheimische und Gäste, was zur Steigerung der Wertschöpfung unserer Region beiträgt.“  red

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