Vor über 50 Jahren angelegt mit Spende von Herta Pusch

Spendenkonto Pusch aufgelöst: 15 000 Euro für Bad Wildunger Tafel und Kinder-Netzwerk

Spende übergeben: Untere Reihe von links Olivia Maschke, Ulrike Ritter, Marie Runde („Mit Kindern gut leben“), Bürgermeister Ralf Gutheil, Christine Hedrich, Jürgen Hellwig („Wir für uns“), oben Annette Lambertz (Sozialamtsleiterin), Helga Riethdorf, Inge Goetsch, Josef Mayer, Ilse Weinreich, Bernd Kleinhans („Wir für uns“).
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Spende übergeben: Untere Reihe von links Olivia Maschke, Ulrike Ritter, Marie Runde („Mit Kindern gut leben“), Bürgermeister Ralf Gutheil, Christine Hedrich, Jürgen Hellwig („Wir für uns“), oben Annette Lambertz (Sozialamtsleiterin), Helga Riethdorf, Inge Goetsch, Josef Mayer, Ilse Weinreich, Bernd Kleinhans („Wir für uns“).

Bad Wildungen – Das Sonderkonto einer Spende von Herta Pusch wurde nach über 50 Jahren aufgelöst. Die Summe in Höhe von 15 171,42 Euro geht an die Wildunger Tafel und das Netzwerk „Mit Kindern gut leben“.

10 000 Euro erhält Tafel für den Kauf eines Lieferwagens, mit dem Lebensmittelspenden zur Verteilstation in der Bahnhofstraße 15 transportiert werden. Der Spendenbetrag war in 2019 massiv gesunken, Großspenden blieben aus. Die Rücklagen wurden durch Zukauf von Lebensmitteln und Reparaturen aufgebraucht, sodass der geplante Kauf eines Fahrzeugs nicht zu leisten war. Die Tafel wurde 2005 als Projekt der Bürgerhilfe „Wir für uns“ gegründet. Treibende Kraft war Renate Faber.

Tafel sucht noch ehrenamtliche Helfer

Derzeit unterstützen 50 ehrenamtliche Mitarbeiter die Tafel, Interessierte Helfer sind jederzeit willkommen. In drei Teams werden morgens die Waren bei den Lebensmittelgeschäften abgeholt, sortiert, in Einkaufskörbe verteilt und nachmittags an die Kunden für einen symbolischen Preis von 1 Euro für Alleinstehende und 2 Euro für Familien abgegeben. 540 Menschen nehmen dieses Angebot in Anspruch, darunter 160 Kinder.

Der Restbetrag in Höhe von 5171,42 Euro wird an das Netzwerk „Mit Kindern gut leben“ gespendet. Es ist ein Zusammenschluss von Diakonischem Werk Waldeck-Frankenberg, Stadt Bad Wildungen, Evangelischer Kirchengemeinde, Kinderschutzbundes sowie den örtlichen Hebammen.

Beratungsangebot für Eltern neu geborener Kinder

Anlässe für die Gründung waren neben der Schließung der Gynäkologie des Stadtkrankenhauses das Auffinden eines toten Säuglings in einem Altkleidercontainer sowie der Tod eines Babys infolge Misshandlungen durch seine Mutter.

Das Netzwerk entwickelte mit Unterstützung durch Kinderärzte, Gynäkologen, Logopäden und Motopäden ein Beratungsangebot für Eltern vor der Geburt ihrer Kinder bis zum ersten Geburtstag. Gründer waren Christiane Scheffler (Sucht und Jugendberatung, Diakonisches Werk), Klaus Fackiner (Pfarrer, Vorsitzender Diakonisches Werk), Lydia Laucht (Evangelische Pfarrerin), Renate Hinse (Stadt Bad Wildungen), Olivia Maschke (Kinderschutzbund) sowie die Hebammen Edith Zwioreck, Marie Runde und Dorothe Görgen.

Kurse und Informationen

Das Netzwerk bietet Unterstützung an. Ein Schwerpunkt ist der etwas andere Geburtsvorbereitungskurs zur Verbesserung der Erziehungskompetenz, Vermeidung von Gewalt gegen Kinder und Überforderung der Eltern. Fest im Programm ist auch ein Rückbildungskurs.

Zudem gibt es die kostenfreie Hebammensprechstunde „Hallo Baby“ jeden ersten Freitag im Mehrgenerationenhauses von 10 bis 12 Uhr. Mütter und Väter bekommen Tipps und Hilfe von den Hebammen, können sich mit anderen Eltern über Erfahrungen und Probleme austauschen, die Kinder werden gewogen.

Das Netzwerk organisierte öffentliche Informationsveranstaltungen. Die Gruppe „Mit Kindern gut leben“ engagiert sich auch in dem vom Landkreis organisierten Netzwerk „Frühe Hilfen“.  

1967 spendete Herta Pusch 25 000 Mark

1967 überließ Herta Pusch der Stadt Bad Wildungen eine Spende in Höhe von 25 000 Mark (12 782,30 Euro) für das Altenheim Helenenhof als Zuschüsse für Minderbemittelte.

Der Magistrat beschloss damals, das Kapital anzulegen und die Zinserträge bei besonderen Gelegenheiten auszuzahlen oder als Beihilfen, zum Beispiel für Kauf von Bekleidung.

Das Seniorenheim Goeckestift als Rechtsnachfolger des Altenheimes Helenenhof ist seit 2004 nicht mehr im städtischen Eigentum. Bis 2010 wurden trotzdem weiter die Zinsen ausgezahlt. Seit 2011 gingen die geringer werdenden Erträge in eine Sonderrücklage, seit 2016 werden gar keine Zinserträge mehr erzielt. Der Magistrat beschloss daher, das Sonderkonto aufzulösen.

Von Rainer Rüsch

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