Reinhardshausen: Neues Sitzerlebnis mit Pointe in Vorgeschichte

Wildunger Schaukelbank spielte Rodeo und ist jetzt gezähmt

Ingeborg Sauerwein und Horst Weniger auf der Schaukelbank im Reinhardshäuser Wölftegrund.
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Genießen das sichere Schaukeln: Ingeborg Sauerwein und Horst Weniger auf der gezähmten Bank im Wölftegrund. Ingeborg Sauerwein regte die Installation der Bank an.

Wie die Pause auf einer Parkbank zum Rodeoritt geriet, aber des Sitzmöbels Zähmung doch gelang: Davon berichtete Ingeborg Sauerwein bei der offiziellen Freigabe der neuen „Schaukelbank“.

  • In Bad Wildungen-Reinhardshausen wurde im zweiten Versuch eine Schaukelbank installiert und zur Benutzung frei gegeben
  • Der erste Versuch vor einigen Wochen lief schief: Damals warf die nominell TÜV-abgenommene Schaukelbank wie beim Rodeo zwei Spaziergänger nach hinten ab in den Graben, ohne dass sie sich verletzten.
  • Die Reinhardshäuser Schaukelbank wurde reklamiert und schwingt nach der Überarbeitung nun sicher vor und zurück

Reinhardshausen – Die Bank steht am fünften Ahornbaum stadtauswärts entlang des vielgenutzten Naherholungsweges „Wölftegrund“. Angeregt durch den WLZ-Bericht aus dem Frühjahr über die Mehlener Schaukelbank, die statt auf normalen Füßen auf zwei starken Stahl-Spiralfedern steht, wandte sich die Reinhardshäuserin im April an Robert Hilligus vom Stadtbauamt.

„Es wäre doch schön, so eine Bank, die bewegt und in Bewegung hält, auch den Reinhardshäusern und den Klinik-Gästen zur Verfügung zu stellen“, erläuterte sie ihren Wunsch, mit dem sie auf offene Ohren stieß. Hilligus pflichtete ihr bei, schränkte aber ein: „Wenn die Stadt eine solche Schaukelbank installiert, muss sie TÜV-geprüft sein.“ In einem Katalog fand sich ein Anbieter. Mitte September stellte das Unternehmen die Bank auf. Sie sah aus wie die in Mehlen, die seit zwei Jahren zuverlässig und stabil zu einem angenehmen Vor- und Zurückwiegen einlädt.

Mulmiges Gefühl auf der ursprünglichen Schaukelbank in Bad Wildungen-Reinhardshausen

Aber irgendetwas war anders, meinte Ingeborg Sauerwein beim ersten Probesitzen mit Horst Weniger. „Wir schaukelten, erst vorsichtig, dann ein wenig fester. Die Füße hoben sich vom Boden, und nach hinten gab es irgendwie kein Stoppen“, erinnert sich die Reinhardshäuserin. Trotz der Freude über die neue Abwechslung auf dem täglichen Spazierweg verblieb bei ihr „ein mulmiges Gefühl“.

Prompt war die Schaukelbank am nächsten Tag wieder verschwunden. Ursache: Ein anderes Paar hatte geschaukelt – und war von der Schaukelbank im Rodeo-Stil nach hinten „abgeworfen“ worden in den Graben. Genauer: Das gute Stück hatte sich stark nach hinten geneigt und die Federn schafften es nicht, die Schaukelbank mitsamt der zwei Gäste wieder aufzurichten.

Nach Rodeo-Vorfall wurde die Schaukelbank abgebaut und reklamiert

Verletzt wurde zum Glück niemand, „aber unser Bauhof holte die Bank sofort ab und wir reklamierten sie“, erzählt Robert Hilligus.

Anfang Oktober kehrte das Möbelstück mit großem Sicherheitspaket zurück: vier statt zwei Stahlfedern und verstärktem Fundament. „Die beiden Herren waren aus Brandenburg angereist und ich lud sie nach getaner Arbeit auf ein kräftiges Frühstück ein“, berichtet Ingeborg Sauerwein lächelnd.

Vermutung zur Ursache des Schaukelbank-Rodeos

Ortsvorsteher Dr. Johannes Berlitz freute sich über das bürgerschaftliche Engagement von Ingeborg Sauerwein, fragte sich allerdings mit einem Schmunzeln, wie der Rodeo-Ritt auf der Reinhardshäuser Schaukelbank zu Beginn trotz TÜV-Plakette geschehen konnte. Robert Hilligus erhielt auf Nachfrage eine Vermutung von der Firma als Antwort:

„Vielleicht haben die Monteure falsche Federn erwischt, nämlich eine Sorte, wie sie sonst für die bekannten Schaukeltiere auf Spielplätzen verwendet wird.“ Dort ist Hoppe-Hoppe-Reiter-Feeling erwünscht.

Auf der Schaukelbank am fünften Ahornbaum im Reinhardshäuser „Wölftegrund“ geht es aber nun, wie geplant, gemächlicher vonstatten. „Gerade an dieser beliebten Stelle bietet es sich an, ein solches, neues Sitzerlebnis zu schaffen“, schloss der Wildunger Bürgermeister Ralf Gutheil. (Matthias Schuldt)

Das Vorbild für die Reinhardshäuser Schaukelbank steht in Mehlen nahe dem Edersee

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