Wichtig für Kurgäste

Willingen und Usseln zusammen als Heilklimatischer Kurort prädikatisiert

Willingen und Usseln wurden gemeinsam als Heilklimatischer Kurort reprädiktisiert –  (von links) Thomas Trachte nahm das Zertifikat von Horst Wenzel entgegen, aich Almut Boller, der Usselner Ortsvorsteher Friedrich Wilke und Anette Buchholz waren dabei.
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Willingen und Usseln machen Kurgästen gemeinsam ein Angebot – zu schätzen wissen das (von links) Thomas Trachte, Horst Wenzel, Almut Boller, der Usselner Ortsvorsteher Friedrich Wilke und Anette Buchholz.

Der Status als Heilklimatischer Kurort ist für Willingen wie für Usseln wichtig. Zusammen haben die Nachbarorte ihn wieder erneuert.

Willingen/Usseln – Nachdem sie jahrzehntelang alleine mit der Auszeichnung als Heilklimatische Kurorte Gäste zur Erholung anzogen, haben Willingen und Usseln das Prädikat nun gemeinsam erneuert. Der Weltcup-Ort erhielt darüber hinaus wieder den Titel Kneippheilbad.

Die hohen Anforderungen für das Prädikat waren zusammen besser zu erfüllen, hieß es von Seiten der Gemeinde. Zudem spare es Verwaltungsaufwand und die notwendigen Gutachten mussten nur einmal erstellt werden, erklärte Horst Wenzel, Geschäftsführer des Hessischen Fachausschusses für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte. „Und politisch ist das ein wahnsinnig starkes Signal“, freute sich Bürgermeister Thomas Trachte über die gemeinsame Errungenschaft der Nachbarorte.

Sie mussten einiges aufbieten, um die alle zehn Jahre anstehende Erneuerung des Prädikats zu schaffen: Beispielsweise müssen Behandlungsmöglichkeiten vorhanden sein, ebenso etwa Physiotherapie, Kur- oder Badearzt und Kuranlagen. Gutachten über Luftqualität und Bioklima wurden erstellt, für Willingen auch eines, ob die fünf Säulen der Kneipp-Medizin geboten werden. Mehr als zwei Jahre dauerte das alles, erklärt Anette Buchholz, stark eingebundene Mitarbeiterin der Tourist-Information. Eine Ortsbesichtigung mit vielen Stationen gehörte dazu, letztlich gab der Fachausschuss dem Ministerium eine Empfehlung.

„Das fällt einem nicht in den Schoss“, befand Trachte – und das sei gut so: So wisse die Gemeinde, dass sie etwas besonderes hat. Unter den 151 Prädikaten in Hessen sind nur vier als Heilklimatische Kurorte und sieben als Kneippheilbäder. Die Vorteile seien konkret: Für Willingen gehöre die Kur zum Markenkern. „Und mit dem Prädikat kann man im Gesundheitsbereich seriös arbeiten.“ Zudem spielt es im Kommunalen Finanzausgleich eine Rolle und ist für Bäderpfennig maßgeblich.

Usseln hat sich nicht als Luftkurort reprädikatisieren lassen – der Titel sei aber ohnehin im Heilklimatischen Kurort miteinbegriffen, so Wenzel. Das zweite Prädikat in Willingen werde derweil wichtiger, so Trachte: Kneipp werde nicht mehr abgetan. Zu sich finden, Gesundheit, Bewegung: „Das wird den Menschen wichtig und lässt sich vermarkten.“ Dem ganzen Thema Kur wolle die Gemeinde mehr Aufmerksamkeit schenken, so Tourismus-Manager Norbert Lopatta. Mit der AOK werden Gespräche über Kompaktangebote geführt; an Prävention interessierte Gäste sollen in der Tourist-Info fertige Angebot erhalten können. Auch in Firmen steige das Interesse.

„Wir glauben, dass Heilbäder und Kurorte aktuell so wichtig sind wie noch nie in ihrer Geschichte“, befand Almut Boller, Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbands. Mit modernem Marketing und dem gemeinsamen Ringen um Geld wolle der Verband das stärken. Thomas Trachte bekundete, dass Willingen voll dahinter stehe: Als Interessenvertreter gegenüber der höheren Politik und als Ideengeber sei der Verband sehr wichtig. In Bad Wildungen hat das Parlament hingegen dafür gestimmt, dass das Stadtmarketing austreten soll.

Mit den zuletzt sieben, nun fünf Prädikaten sei die Gemeinde Willingen einer der Schwerpunkte in Hessen, erklärte Wenzel - wenn nicht sogar der Schwerpunkt. Zuletzt war 2019 Bömighausen als Erholungsort rezertifiziert worden. Auch Eimelrod hat dieses Prädikat, Schwalefeld ist Luftkurort. (Wilhelm Figge)

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