Jahreshauptversammlung des Waldbesitzerverbandes Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberger Waldbesitzer: Henning Scheele ist neuer Vorsitzender

(von links) Christian Raupach, Uwe Steuber,  Carl-Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont, Tobias Canisius, Heino Pachschwöll, Martin Vollbracht, Charlotte Regenbogen-Backhaus, Hendrik Block und  Henning Scheele.
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Dem Waldeck-Frankenberger Waldbesitzerverband steht Henning Scheele (rechts) vor. An der Sitzung nahmen teil (von links) Christian Raupach, Uwe Steuber, Vorstandsmitglied Carl-Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont, Tobias Canisius (Vize-Vorsitzender), Heino Pachschwöll und die Vorstandsmitglieder Martin Vollbracht, Charlotte Regenbogen-Backhaus und Hendrik Block, der neu ins Vorstandsgremium gewählt wurde.

Henning Scheele, Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, ist neuer Vorsitzender der Kreisgruppe Waldeck-Frankenberg im Hessischen Waldbesitzerverband.

Waldeck-Frankenberg – Einstimmig wurde er, wie erwartet, von den Waldbesitzern der Region gewählt. Er löst Uwe Steuber ab, der das Amt vor gut drei Jahren zunächst kommissarisch übernommen hatte. Verabschiedet wurde auch Heino Pachschwöll, der den Vorstand aus Altersgründen verlässt.

Hendrik Block, Forstbetriebsleiter der Domanialverwaltung, nahm im Vorstand den Platz seines ehemaligen Direktors Rolf Kaufmann ein.

Die Kreisgruppe Waldeck-Frankenberg im Hessischen Waldbesitzerverband vertritt rund 1200 private und kommunale Waldbesitzer. So harmonisch die interne Zusammenarbeit des Vorstands funktioniert, so schwierig sind die Themen, die die Mitglieder belasten. Stürme, Trockenheit und Schädlinge haben dem Wald arg zugesetzt. Dutzende Hektar Kahlfläche sind in den Wäldern Waldeck-Frankenbergs entstanden. Ein Szenario, das alle Waldbesitzer noch viele Jahre auf unterschiedlichen Ebenen beschäftigen und noch viel Geld kosten werde, wurde bei der Versammlung in der Goddelsheimer Mehrzweckhalle deutlich.

Der Verlust so großer Flächen reduziere auch in Zukunft noch die nachhaltig nutzbare Holzmenge aus dem Wald deutlich. Die Wiederaufforstung verursache hohe Kosten und es werde Jahrzehnte dauern, bis die Nachpflanzungen genutzt werden können, hieß es. Die Suche nach klima- und schädlingsresistenten Bäumen ist eine zusätzliche Generationenaufgabe.

„Klima- und Artenschutz sind im Augenblick ein Mega-Thema“ erklärt Christian Raupach, Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes, in seinem engagierten Vortrag. „Eine verbindliche Waldkonvention fehlt allerdings noch immer. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz steckt man uns Lasten in den Rucksack, die wir gar nicht tragen können. Das ist im Augenblick, was uns betrifft, ein weiterer, wenn nicht der schlimmste Betriebsunfall der Politik“.

In dem Gesetz würden verschiedene Bereiche in Sektoren zusammengefasst. Der Wald müsse damit zukünftig mit Ackerland, Grünflächen und Mooren bis 2030 einen erheblichen Beitrag leisten, der sich bis 2040 stetig erhöhe. Damit solle der Treibhausgasausstoß anderer Sektoren wie Industrie, Landwirtschaft oder Energie ausgeglichen werden, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. „Auf all das, was uns, den Wald betrifft, haben wir keinen Einfluss, sollen aber die Folgen mittragen. Hinzu kommt, dass zehn Prozent Flächen als Totalschutzgebiet ausgeschrieben werden sollen,“ so Raupach.

„Die Nutzung der ländlichen Flächen muss differenzierter behandelt und der massive Eingriff in unser Eigentum ausgeglichen werden. Es geht um unsere Grundrechte, um unser System. Wozu sollen wir den Wald wieder aufbauen, wenn wir nicht mehr über unser Eigentum verfügen können?“, fordert Christian Raupach. Versöhnlich stimmte die Betrachtung der Unterstützung durch die hessische Landesregierung. Die sogenannten Extremwetter-Richtlinien und die Förderung der Verkehrssicherungsmaßnahmen seien vielen Waldbauern eine Hilfe.

Hilfsangebote kommen auch von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, die mit einem Gemeinschaftsprojekt mit Hessen-Forst und dem hessischen Walbesitzerverband konkrete Empfehlungen zur Risikovorsorge und Baumartenempfehlungen gibt. Dr. Heidi Döbbeler, beschrieb in ihrem Vortrag die verschiedenen Möglichkeiten, den Wald für die Zukunft zu sichern. Sie stellte ein Online-Portal vor, dass immer wieder mit neuen wissenschaftlichen Daten aktualisiert wird und den Waldbesitzern zur Verfügung steht. Der neue Vorstand hat für die kommenden Jahre große Aufgaben zu erfüllen. Von Barbara Liese

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