Auf Antrag eine Windeltonne

Neue Abfallsatzung in Waldeck: Ab 1. Januar zahlen nach Verursacherprinzip

Änderungen bei der Müllentsorgung: In Waldeck werden die Gebühren künftig nach dem Verursacherprinzip erhoben; die Kosten für angelieferten Abfall auf dem Bauhof steigen um das Doppelte. Symbolfoto: David Ebener/dpa
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Änderungen bei der Müllentsorgung: In Waldeck werden die Gebühren künftig nach dem Verursacherprinzip erhoben; die Kosten für angelieferten Abfall auf dem Bauhof steigen um das Doppelte. Symbolfoto: David Ebener/dpa

Zum 1. Januar tritt eine neue Abfallsatzung in der Stadt Waldeck in Kraft.

  • In der Stadt Waldeck tritt am 1. Januar 2022 eine neue Abfallsatzung in Kraft.
  • Neu daran ist: Die Gebühren werden nicht mehr nach dem Einheitswert abgerechnet sondern nach dem Verursacherprinzip. Maßgeblich dafür ist die Größe der verwendeten Abfalltonne.
  • Eingeführt wird eine kostenlose Windeltonne; sie ist auf Antrag erhältlich für Familien mit Kindern bis zu drei Jahren sowie für pflegebedürftige Einwohner.

Waldeck – Neu daran ist: Die Gebühren werden nach dem Verursacherprinzip fällig, und es wird eine Windeltonne eingeführt. Die bislang möglichen Nachbarschaftstonnen oder Müllgemeinschaften sind künftig aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich.

Mindestvolumen von 25 Litern pro Bewohner

Derzeit werden die Gebühren unabhängig von der produzierten Müllmenge nach dem Einwohnergleichwert abgerechnet. Ab 2022 zahlt jeder Grundstückseigentümer für die Menge des tatsächlich produzierten Mülls – je nach Tonnengröße.

Bei privaten Haushalten wird pro Bewohner ein Mindestvolumen von 25 Litern vorausgesetzt. Eine vierköpfige Familie muss demnach mindestens über eine 120-Liter-Restmülltonne verfügen. Änderungswünsche hinsichtlich der Tonnen können im Rathaus angemeldet werden.

Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr sowie pflegebedürftige Einwohner erhalten auf Antrag eine kostenlose Windeltonne in einer Größe von 80 Litern.

Befreiung von der Grünen Tonne ist weiterhin möglich

Die Befreiung von der grünen Tonne ist weiterhin zulässig, wenn die Verwertung des Komposts auf dem eigenen Grundstücks nachgewiesen wird. Für Neuanträge wird eine einmalige Verwaltungsgebühr in Höhe von 15 Euro erhoben. Sperrmüll darf haushaltsübliche Mengen von 2,5 Kubikmetern nicht überschreiten.

Die Gebührenkalkulation für die neue Abfallsatzung hat ein beauftragtes Büro errechnet. Danach kostet ein 80-Liter-Gefäß für Restmüll 51,10 Euro im Jahr, der 120-Liter-Behälter 76,65 Euro, eine 240-Liter-Tonne 153,30 Euro und ein 1100-Liter-Gefäß 702,60 Euro.

Die kleinste Biotonne (120 Liter) wird mit 56,67 Euro berechnet, die weiteren Größen kosten 113,33 Euro (240 Liter) und 519,44 Euro (1100 Liter). Für die Entsorgung von Papier fallen Kosten in Höhe von 17,09 Euro im 240-Liter-Gefäß und 78,34 Euro im 1100-Liter-Behälter an.

Zustimmung im Parlament

Bei der Beratung der neuen Satzung im Stadtparlament gab es Zustimmung von allen Fraktionen. Jürgen Schanner (Bündnis 90/Grüne) stellte klar, dass Haushalte, die bereits von der Anschlusspflicht der grünen Tonne befreit sind, nicht noch einmal einen Antrag stellen müssen.

Michael Keller (CDU) begrüßte die kostenlose Windeltonne im Stadtgebiet. Latif Hamamiyeh Al-Homssi (SPD) freute sich, dass dieser Antrag, den seine Fraktion eingebracht habe, auf breite Zustimmung gestoßen ist. Martin Germann (FWG) warb dafür, die Gebühren ein Jahr auf Probe einzuführen und dann zu entscheiden, ob sich die umgearbeitete Satzung so bewährt hat. Einstimmig wurde die Satzung in der Sitzung unter der Leitung von Parlamentsvorsteher Werner Pilger beschlossen.

Kosten für angelieferten Abfall verdoppeln sich

Für angelieferten Abfall auf der Sammelstelle des städtischen Bauhofs steigen die Gebühren ab 2022 kräftig an.

Ein Kubikmeter Bauschutt oder Baustellenabfall kostet künftig 130 Euro (bisher 65 Euro). Verdoppelt haben sich auch die Kubikmeterpreise für andere Abfallfraktionen. Die Entsorgung von Grünabfall kostet demnächst 60 Euro, Mineralwolle 40 Euro, Altglas 120 Euro, Restmüll 80 Euro, Pkw-Reifen mit Felge 8 Euro (Stückpreis), ohne Felge 6 Euro, Schlepperreifen je nach Größe 40 oder 60 Euro.

Baum- und Heckenschnitt sowie Elektroschrott werden weiterhin kostenlos angenommen. (Cornelia Höhne)

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