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Waldeck am Edersee: Erschließung des neuen Baugebiets beginnt

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Nah an Schloss und Edersee: 45 Bauplätze entstehen noch in 2022 am nördlichen Stadtrand in Waldeck.
Nah an Schloss und Edersee: 45 Bauplätze entstehen noch in 2022 am nördlichen Stadtrand in Waldeck. © Cornelia Höhne

Die Erschließung des Baugebiets „Auf den Salzäckern“ am Waldecker Stadtrand durch die Korbacher Bauunternehmen Rohde und Fisseler als Investorengemeinschaft beginnt im August 2022.

Waldeck - Das Stadtparlament hat der Bauleitplanung zugestimmt, und der städtebauliche Vertrag für das 4,9 Hektar große Gelände am Golfplatz ist unterzeichnet. Ende August 2022 rollen die Bagger an, zum Jahresende soll der Vorstufenausbau abgeschlossen werden, damit die 45 Bauplätze in 2023 baureif sind.

Dem Beschluss voraus geht in der Stadtverordnetenversammlung in der Stadthalle in Sachsenhausen eine lebhafte Diskussion. Darin loben Redner mehrer Fraktionen die gute Zusammenarbeit mit den Investoren. Viele Wünsche der politischen Gremien seien in die Planungen eingeflossen.

Diskussion im Waldecker Stadtparlament

Jürgen Schanner (Bündnis 90/Die Grünen): „Für uns bleibt nur noch ein Punkt offen, das ist die Beleuchtung an den Häusern – diese sollte wie auch die Straßenbeleuchtung insektenfreundlich ausgeführt werden.“ Martin Merhof (FDP) spricht von einem Projekt an einem attraktiven Standort, das Entwicklungspotenzial aufzeigt. „Das ist ein entscheidendes Signal nach außen.“

Der CDU liege das Baugebiet sehr am Herzen, sagt Fraktionsvorsitzender Michael Keller und freut sich, dass das Projekt nach zwei Jahren „endlich in Gang kommt“.

Martin Schwechel (FWG) begrüßt die Stadtentwicklung an dieser Stelle. „Es stimmt uns aber auch ein bisschen traurig, dass sich die Stadt Waldeck nicht zutraut, das selbst zu entwickeln.“ Bürgermeister Jürgen Vollbracht entgegnet, dass die Stadtentwicklung nicht den Unternehmen überlassen werde. „Die Initiative zu diesem Projekt kam von mir.“

Latif Hamamiyeh Al-Homssi (SPD) mahnt mit Blick auf das neue, große Baugebiet, auch Baulandentwicklung in anderen Stadtteilen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Schlagabtausch über Umwelt und Licht

Heftige Kritik an dem geplanten Baugebiet in Nachbarschaft zum Nationalpark Kellerwald-Edersee übt Peter Trietsch (Grüne). Er sieht den Wert des Schutzgebiets für die Tourismusregion in Gefahr. „Wir sägen uns den Ast ab, auf dem wir sitzen.“

Vertrag unterzeichnet: Von links Bürgermeister Jürgen Vollbracht, Dr. Michael Pielert und Stephan Trachte von der Investorengemeinschaft, Erster Stadtrat Bruno Arlt.
Vertrag unterzeichnet: Von links Bürgermeister Jürgen Vollbracht, Dr. Michael Pielert und Stephan Trachte von der Investorengemeinschaft, und Erster Stadtrat Bruno Arlt. © Cornelia Höhne

In den städtebaulichen Vertrag fließen einige redaktionelle Änderungen ein. Der Antrag der Grünen mit der Pflicht, insektenfreundliches Licht an Häusern zu installieren, wird von einer knappen Parlamentsmehrheit abgelehnt. Die umwelt- und ökologischen Gründe, die Brigitte Trietsch (Grüne) nachdrücklich aufführt, bleiben unberücksichtigt. „Etwas aufzunehmen, das ich später nicht überprüfen kann oder will, macht keinen Sinn“, lehnt Merhof den Antrag ab. Und die CDU will die Entscheidung über die Art des Lichts ebenfalls den Eigentümern überlassen.

Städtebaulicher Vertrag unterzeichnet

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wird der städtebauliche Vertrag beschlossen. Kurz darauf unterzeichnen Bürgermeister Vollbracht, Erster Stadtrat Bruno Arlt sowie die Geschäftsführer Dr. Michael Pielert (Firma Fisseler) und Stephan Trachte (Rohde) bereits den vorbereiteten Vertrag.

Den einzelnen Beschlussentwürfen zur Bauleitplanung stimmt das Parlament jeweils bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung mit großer Mehrheit zu.

Laut Dr. Michael Pielert ist ein „Leuchtturmprojekt“ mit autarker Energieversorgung durch ein Nahwärmesystem geplant. Die Grundstückspreise stehen noch nicht fest, sie sollen nächste Woche kalkuliert werden. Die Bauplätze werden durch die Investorengemeinschaft vermarktet. (Cornelia Höhne)

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