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Bus-Streit am Edersee: „Nachschulung“ für den Fahrer

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Von: Matthias Schuldt

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Der Bus-Streit vom „Teufelsgraben“ am Edersee aus dem August hat ein eingeschränktes Nachspiel.
Der Bus-Streit vom „Teufelsgraben“ am Edersee aus dem August hat ein eingeschränktes Nachspiel. © Matthias Schuldt/Archiv

Ende August kam es an der Edersee-Randstraße zum Streit zwischen einem Busfahrer der BKW und einem Ehepaar. Nun sind die Konsequenzen bekannt.

Edersee - Das Ehepaar wollte damals an der Haltestelle „Teufelsgraben“ aussteigen. Der Fahrer verweigerte den beiden das zunächst, und es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung in Worten. Die Passagiere beschwerten sich in der Folge beim Nordhessischen Verkehrsverbund, für den die BKW unter anderen die Edersee-Linie 510 bedient Das Paar aus Kassel machte seine Beschwerde öffentlich und kritisierte darin auch, dass der Fahrer während der Fahrt sein Handy bedient habe.

Geschäftsführer Uwe Bonan von der BKW-Verkehr kündigte damals an, die Satellitenortung des Busses auswerten zu lassen und den Fahrer zu dem Ereignis zu befragen. Hintergrund: Nach Angabe des Kassler Ehepaares stoppte der Fahrer auf freier Strecke zwischen zwei Haltepunkten, um auf der Straße den Streit mit dem mittlerweile ausgestiegenen Paar fortzusetzen.

Wildunger BKW: „Ausführliches Gespräch mit Fahrer geführt“

Rund zwei Monate nach Bekanntwerden des Vorfalls erläutert die BKW in einer Presseverlautbarung auf neuerliche WLZ-Nachfrage, zu welchem Ergebnis die Untersuchung geführt habe. Zwei Kernpunkte der Vorwürfe bestätigt die Tochtergesellschaft der Stadt Bad Wildungen in der Stellungnahme.

Die vollständige Antwort im Original: „Wir haben mit dem Fahrer ein ausführliches Gespräch geführt. Leider hat sich daraus ergeben, dass der Fahrer tatsächlich zwischenzeitlich kurz auf sein Handy geschaut hat. Er war die Tour länger nicht gefahren und war sich bezüglich Streckenführung unsicher, woraus sich dann auch das Nichthalten an der besagten Haltestelle ergab. Der Fahrer beschreibt den Zwischenfall mit dem Fahrgast allerdings abweichend und sah sich in einer reagierenden und deeskalierenden Rolle, da die Aggression vom Fahrgast ausging. Wir haben die Gesamtsituation zum Anlass genommen, den Fahrer zu ermahnen und nach zu schulen. Weiterhin wurden alle Fahrer nochmals auf das Handyverbot hingewiesen. Wir bedauern den Vorfall und sind zuversichtlich, dass unser Fahrpersonal ähnliche Konflikte zukünftig zielorientierter lösen wird.“

Antwortschreiben an Beschwerde führendes Ehepaar

Der Fahrgast aus Kassel, der sich im Ruhestand befindet, war 38 Jahre lang bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft beschäftigt. „Ich habe nie eine Antwort erhalten, nicht einmal eine Eingangsbestätigung per Mail. Telefonisch bin ich auch nicht durchgedrungen“, fügt der Mann hinzu. Seine Frau und er bleiben bei ihrer Darstellung – erstaunt über die Reaktion beider Unternehmen in der Sache.

Der NVV verweist dagegen auf eine Antwort bereits vom August. Der Verkehrsverbund habe dem betroffenen Fahrgast im August per E-Mail folgende von der BWV (Bad Wildunger Verkehrsunternehmen), der Verkehrsparte der BKW, verfasste Antwort zukommen lassen: „Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, uns Ihr Erlebnis und Ihre Sichtweise zu schildern. Bei uns hat die Sicherheit unserer Fahrgäste oberste Priorität. Ihren Ärger über das Fehlverhalten des Busfahrers können wir sehr gut verstehen. Wir haben ihre Nachricht zum Anlass genommen, die GPS-Daten des Fahrzeuges auszulesen. Wir werden diese auswerten und sie mit dem Busfahrer besprechen, in der Hoffnung, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholt.“ Für den NVV sei nicht erklärlich, warum das Antwortschreiben den Fahrgast nicht erreicht habe: „Wir bedauern dies sehr. Die Meinung unserer Fahrgäste ist uns wichtig, und wir als NVV legen großen Wert darauf, dass sich unsere Kundinnen und Kunden an Bord der Busse und Bahnen wohl fühlen.“

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