„Impuls für Tourismus“

Prädikat „Tourismusort“ verliehen an Waldeck, Edertal, Vöhl, Bad Arolsen und Diemelsee

„Tourismusorte“: Mit diesem Prädikat dürfen künftig Edertal, Vöhl und Waldeck am Edersee sowie der Gemeinde Diemelsee und die Stadt Bad Arolsen werben; im Bild links Bringhausen, rechts die Halbinsel Scheid.
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„Tourismusorte“: Mit diesem Prädikat dürfen künftig Edertal, Vöhl und Waldeck am Edersee sowie der Gemeinde Diemelsee und die Stadt Bad Arolsen werben; im Bild links Bringhausen, rechts die Halbinsel Scheid.

Edertal, Vöhl, Waldeck, Bad Arolsen und Diemelsee sind offiziell anerkannt als „Tourismusorte“.

  • Die Edersee-Anrainer Edertal, Vöhl und Waldeck sowie die Kommunen Bad Arolsen und Diemelsee aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg sind anerkannt als „Tourismusorte“.
  • Wirtschaftsstaatssekretär Jens Deutschendorf überreichte die Urkunden auf Schloss Waldeck.
  • Das Prädikat ermöglicht die Mitfinanzierung von Tourismus-Projekten, da die Einnahmen durch die von den Gästen erhobene Abgabe zweckgebunden ausgegeben werden.

Waldeck – Wirtschaftsstaatssekretär Jens Deutschendorf überreichte die Urkunden auf Schloss Waldeck. Das Prädikat ermöglicht die Mitfinanzierung von Tourismus-Projekten in allen Stadtteilen, da Einnahmen zweckgebunden ausgegeben werden.

Wichtiger Impuls für den Tourismus

Beitragspflichtig sind die Gäste. Sie profitieren aber von den Investitionen in die Qualität der Orte – ebenso wie Kommunen, Hoteliers und Einwohner, sagte Deutschendorf. Details müssen die Kommunen in einer Satzung selbst festlegen. „Touristische Infrastruktur zu erhalten und auszubauen nutzt langfristig allen Beteiligten.“

Der scheidende Bad Arolser Bürgermeister und künftige Landrat Jürgen Van der Horst wertete das Prädikat als „wichtigen Impuls“, um Tourismus weiter zu stärken. Aufgabe der Marketing-Experten sei es nun, das Label nach vorn zu bringen. Die Wertschöpfung müsse stimmen, bekräftigte Wilhelm Müller (Bad Arolsen).

„Qualitätssicherung und Weiterentwicklung kosten Geld“

Diemelsee habe bisher auf den Titel Luftkurort gesetzt, merkte Gemeindevorstandsmitglied Dr. Beate Schultze an. „Jetzt gehen wir mit einem andern Prädikat auf den Weg und hoffen, dass es Anerkennung und Zuspruch findet.“ Der Vöhler Bürgermeister Karsten Kalhöfer begrüßte es, dass auf Initiative seines Amtsvorgängers Matthias Stappert die Verordnung so geändert worden sei, dass die Zertifizierung nicht für das gesamte Gemeindegebiet gelten müsse sondern auch einzelne Ortsteile den Titel führen dürften, damit bestehende andere Prädikate behalten werden können.

Urkunden für fünf Kommunen: (von links) Dr. Beate Schultze (Diemelsee), Jürgen van der Horst (Bad Arolsen), Jürgen Vollbracht (Waldeck), Wilhelm Müller (Bad Arolsen), Klaus Gier (Edertal), Karsten Kalhöfer (Vöhl) sowie Horst Wenzel (Regierungspräsidium), Claus Günther (Edersee Marketing) und Jens Deutschendorf (Staatssekretär).

Edertals Bürgermeister Klaus Gier bekräftigte: „Qualitätssicherung und Weiterentwicklung kosten Geld.“ Dies solle aus den Einnahmen mitfinanziert werden. Sein Waldecker Amtskollege Jürgen Vollbracht betonte: „Wir wollen weiterhin positiv im Tourismus arbeiten.“

Claus Günther vom Edersee Marketing begrüßte die einheitliche Regelung am Edersee, hält aber die beabsichtigte Tourismus-Abgabe von 1 Euro pro Gast und Nacht angesichts der immensen Aufwendungen für zu gering. Allein 700 000 Euro würden aktuell investiert, um die gesamte Region als Qualitätsregion Wandern zu zertifizieren. Laut aktueller Studien seien Urlauber bereit, 3 bis 4 Euro zu zahlen. Horst Wenzel vom Regierungspräsidium in Kassel überreichte Bescheide für die fünf Städte und Gemeinden. Mit ihnen sind inzwischen 19 Kommunen in Hessen Tourismusorte.

Doppelt so viele Übernachtungen wie Einwohner

Tourismusorte müssen mehr als doppelt so viele Übernachtungen wie Einwohner aufweisen und sich durch Landschaft, kulturelle Einrichtungen, internationale Veranstaltungen oder sonstige Freizeiteinrichtungen von anderen Orten deutlich abheben. Anträge auf Anerkennung des im Jahr 2018 eingeführten Prädikats werden vom Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte beim Regierungspräsidium Kassel geprüft. Die Entscheidung liegt beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. (Cornelia Höhne)

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