Magistrat berät erneut

Teiche sichern: Zaun in Höringhausen installiert, für Freienhagen noch nicht entschieden

Zur offenen Seite gesichert: Blick von der Ruhebank auf den Teich in Höringhausen. Am Ufer wurde ein mehrere Meter langer Doppelstabzaun errichtet.
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Zur offenen Seite gesichert: Blick von der Ruhebank auf den Teich in Höringhausen. Am Ufer wurde ein mehrere Meter langer Doppelstabzaun errichtet.

In der Großgemeinde Waldeck sollen in zwei Stadtteilen Teiche durch Schutzzäune gesichert werden.

  • In zwei Waldecker Stadtteilen sollen offene Gewässer durch Schutzzäune gesichert werden.
  • In Höringhausen wurde ein mehrere Meter langer Zaun an der offenen Seite des Feuerlöschteichs installiert.
  • Noch unklar ist die Situation in Freienhagen, das Stadtparlament beauftragte den Magistrat, sich erneut mit der Sicherung der Teichanlage zu befassen.

Waldeck – Seit dem tragischen Unglück in 2016, bei dem drei Kinder in einem Feuerlöschteich in Neukirchen bei Kassel ertranken, ist die Verkehrssicherungspflicht an Gewässern ein Thema in den Kommunen. Auch in Waldeck: Der Magistrat hat in Höringhausen einen Schutzzaun an der Teichanlage errichten lassen, über einen ebenfalls geplanten Zaun für den Teich in Freienhagen wird noch rege diskutiert.

Parlament gibt Geld zur Sicherung nicht frei

Das Stadtparlament lehnte in seiner aktuellen Sitzung die Aufhebung des Sperrvermerks für die Sicherung in Höhe von 15 000 Euro ab und beauftragte den Magistrat, erneut darüber zu beraten. Zur Klärung der Frage, inwieweit öffentliche Gewässer überhaupt gesichert werden müssen, wurde eine Stellungnahme des Hessischen Städte- und Gemeindebunds und der Kommunalversicherung eingeholt.

Tenor: Insbesondere an offenen Gewässern müsse verstärkt mit spielenden Kleinkindern gerechnet werden, insbesondere in der Nähe von Kindergärten oder Wohnhäusern. Daher bestehe eine Schutzpflicht. „Das heißt: Wer eine Gefahrenstelle schafft, muss sie so absichern, dass ein anderer dadurch nicht zu Schaden kommt.“

Städte- und Gemeindebund sieht keine generelle Pflicht

Für die Einhaltung von Sicherheitsstandarts sei die Verwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze verantwortlich. Eine generelle Pflicht zur Einzäunung von Wasserflächen sieht der Städte- und Gemeindebund nicht. Jedoch seien Schutzmaßnahmen immer dann nötig, wenn eine Gefahrenquelle einen besonderen Reiz für Kinder ausübt.

Umzäunen oder offen lassen: Die Zukunft des Freienhagener Teichs ist noch ungewiss. Der mobile Maschendrahzaun, der das Gewässer aktuell provisorisch umgibt, hindert derzeit Gänse an Ausflügen in die Umgebung.

Diese Aussagen treffen nach Ansicht des Magistrats auf die Teichanlagen in Freienhagen und Höringhausen zu. Daher wird der Bau einer schwer übersteigbaren, 100 Zentimeter hohen Einfriedung mit einem Stabgitter- oder Maschendrahtzaun vorgeschlagen. In Höringhausen wurde inzwischen ein mehrere Meter langer Zaun installiert. Er steht an einer Ruhebank und schirmt den offenen Uferbereich ab.

Ortsbeirat Freienhagen gegen Schutzzaun

Für die Teichanlage in Freienhagen sollte zunächst die Stellungnahme des Ortsbeirats eingeholt werden. Er habe sich inzwischen gegen einen Schutzzaun ausgesprochen, merkte Martin Germann (FWG) an. Seine Fraktionskollegin Franziska Brauer (FWG) sah grundsätzlich auch Eltern von Kindern in der Pflicht. Wenn alle Gefahrenquellen im Bereich der Großgemeinde gesichert werden sollten, sei der Aufwand enorm. „Dann müssten wir auch das Vorbecken in Nieder-Werbe einzäunen, gewisse Randbereiche des Edersees und jeden Tümpel berücksichtigen“.

Erneut im Parlament vorlegen

Nach Ansicht von Jürgen Schanner (Grüne) bestehen Zweifel, ob tatsächlich ein Zaun in Freienhagen errichtet werden muss. „Es ist nicht klar, ob die Versicherung das kritisch sieht.“ Schanner mahnte dazu fehlende Informationen an und kritisierte, dass in Höringhausen bereits ein Teilstück entgegen der Empfehlung des Bauausschusses mit einem Doppelstabzaun eingezäunt worden sei und nicht in Holzbauweise.

Auf Antrag des Grünen-Sprechers wurde der Magistrat beauftragt, sich erneut mit dieser Angelegenheit zu befassen und das Ergebnis im Parlament vorzulegen. (Cornelia Höhne)

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