Soziale Netzwerke voll von Falschmeldungen

Nach dubiosem Flugblatt: Polizei ermittelt gegen Unbekannt

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Die Stadthalle in Sachsenhausen: Das Gebäude soll laut dem dubiosen Schreiben Flüchtlings-Unterkunft werden.

Waldeck. Nach der anonymen Verteilung des duiosen Flugblattes mit der Falschmeldung, die Stadt Waldeck müsse kurzfristig 600 Flüchtlinge aufnehmen, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Und sie berichtet von weiteren Gerüchten und Falschmeldungen gegen Flüchtlinge.

Seit der Einrichtung der Notunterkünfte in Korbach und Mengeringhausen schwirren Falschmeldungen durch soziale Netzwerke, sagt Polizeipressesprecher Volker König. Als ein Rettungshubschrauber an der Unterkunft landete, kursierten wenig später Gerüchte über eine Messerstecherei. „Ein Kind war aus dem Buggy gefallen und wurde wegen Kopfverletzungen in die Klinik geflogen“, klärt König auf.

Die Polizei zeige Präsenz an den Unterkünften: um diese zu schützen einerseits, um etwaige Straftaten der Bewohner andererseits zu verfolgen. „Es ist ruhig, bis auf einen Ladendiebstahl und einige Diebstahlsanzeigen unter den Flüchtlingen“, so König.

Die Gerüchte und Lügen auf Facebook & Co vermittelten der Polizei bislang nicht den Eindruck, als steuere jemand eine Kampagne. Das Schreiben offenbart eine neue „Qualität“. Angesichts der Fehlinformation, die am Freitag in vielen Briefkästen in Waldeck landete, ermittelt die Polizei wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“. Sie untersucht, ob das Verteilen der Flugblätter, das finanziert und organisiert werden muss, auf Gruppen hinweist, die die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen auf breiter Front zum Kippen bringen wollen.

„Denkbar wäre auch, dass der Inhalt woanders kopiert wurde“, so König. Falls nicht, deutet der Text auf jemanden mit Hintergrundwissen zumindest in Grundzügen hin. Gewählte Formulierungen und scheinbehördliche Sprache prägen den gesamten Text. Die Methode erinnert an die Art und Weise, wie rechtsextremistische Gruppen und Parteien sowie Neonazi-Vereinigungen vor allem in den östlichen Bundesländern zunehmend vorgehen, um durch Unruhe weiter an Boden zu gewinnen.

Der Landkreis hatte bereits am Freitag sämtliche Informationen auf dem Flugblatt demnetiert. (su)

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