Alternativer Korridor

Stromtrasse Suedlink mit großer neuen Variante für den Kreis

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Waldeck-Frankenberg. In der Diskussion um die Stromtrasse Südlink hat der Betreiber am Freitag neue Vorschläge für den Trassenverlauf veröffentlicht. Gegen die bisherige vorläufige Planung hatte sich bereits spürbarer Widerstand im Landkreis geregt.

In der Ursprungsvariante ist vorgesehen, dass die Leitung auch vorbei an Volkmarsen und Ehringen läuft. In den Nachbarlandkreisen wären unter anderem Wolfhagen und Fritzlar betroffen.

Nun hat der Übertragungsnetz-Betreiber Tennet neue Varianten für die geplante Windstromleitung ins Spiel gebracht. Die Korridorvorschläge seien Ergebnis der von Tennet eingesammelten Hinweise der Bürger, erklärte das Unternehmen. 90 Prozent davon seien eingeflossen. Ergebnis: 98 neue Korridore. Aufgenommen wurden auch viele Hinweise etwa auf Gehöfte und Gewerbegebiete, die zuvor nicht beachtet worden waren.

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Betrachtet man das alles auf einer hochauflösenden Karte, die das Unternehmen ins Internet gestellt hat (Link dazu siehe Hintergrund), wäre Waldeck-Frankenberg von einer neuen Variante immer noch betroffen, aber anders als bisher. Dieser neue Korridor würde etwas von Volkmarsen Richtung Breuna abrücken. Dafür liefe die Trasse dichter an der Twistesee-Region vorbei und würde auch die Gemarkungen von Waldeck, Edertal und Bad Wildungen betreffen - etwa an Teilen der Bundesstraße 485 zwischen der Badestadt und Mehlen.

Welcher Korridor verwirklicht werden könnte, steht aber längst nicht fest. Tennet-Sprecherin Ulrike Hörchens wies im Gespräch mit der HNA darauf hin, dass das Genehmigungsverfahren noch gar nicht begonnen habe. Das geschehe in der Bundesfachplanung der Bundesnetzagentur. Widerstände wird es wohl weiter geben. Im Nachbarkreis denkt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat schon über eine Demo in Wiesbaden nach.

Hintergrund

Als Teil der Energiewende wird die Stromtrasse Südlink geplant, die 2022 in Betrieb gehen soll. Sie soll Strom aus Windkraft von Nord- nach Süddeutschland transportieren, wo weniger Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Südlink soll 800 Kilometer lang werden und von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld in Bayern führen, größenteils per Freileitungen. Kritiker befürchten Gesundheits- und Umweltgefahren. Es wurden Bürgerinitiativen gegründet. Die neuen Vorschläge können im Internet unter suedlink.tennet.eu eingesehen werden, außerdem soll es am 1. Oktober von 17 bis 20 Uhr eine Veranstaltung dazu in der documenta-Halle in Kassel geben.

Von Matthias Müller

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