Pilotprojekt von VEW und Landkreis

Neue Grundschule in Sachsenhausen nutzt Solarstrom vom Dach

Investition in den Klimaschutz: Die Solaranlage auf dem Dach der neuen Grundschule in Sachsenhausen soll pro Jahr den Ausstoß von 35 000 bis 40 000 Kilogramm CO2 vermeiden.
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Investition in den Klimaschutz: Die Solaranlage auf dem Dach der neuen Grundschule in Sachsenhausen soll pro Jahr den Ausstoß von 35 000 bis 40 000 Kilogramm CO2 vermeiden.

Sonnenenergie vom eigenen Dach nutzt die neue Grundschule für den Schulbetrieb.

  • Die Solaranlage der neuen Grundschule in Waldeck-Sachsenhausen ist am Netz.
  • Ein Viertel des erzeugten Stroms kann die Schule selbst nutzen und deckt damit die Hälfte ihres Bedarfs.
  • Dieses Pilotprojekt ist Auftakt einer Kooperation von VEW und Landkreis Waldeck-Frankenberg hin zu einem klimafreundlicheren Kreis.

Waldeck-Sachsenhausen – Ein Viertel des erzeugten Stroms der neuen Solaranlage wird vor Ort verbraucht, der Rest wird eingespeist ins Netz. Dieses Pilotprojekt ist Auftakt einer Kooperation von VEW und Landkreis Waldeck-Frankenberg hin zu einem klimafreundlicheren Kreis.

Auch die Städte und Gemeinden können sich beteiligen.

Weg von den früher üblichen reinen Einspeiseanlagen

Unter dem Stichwort Klimaschutz und Ökologie geht aktuell der Trend von den früher üblichen reinen Einspeiseanlagen weg – hin zu Betreibermodellen, die einen Teil des erzeugten Stroms vor Ort zur Verfügung stellen. Die Grundschule in Sachsenhausen profitiert also direkt von den Modulen auf dem eigenen Schuldach.

Stefan Schaller, Geschäftsführer der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW), und Projektleiter Marius Lange übergaben symbolisch die im Auftrag des Kreises errichtete Solaranlage an den Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese und die Mitarbeiter des Gebäudemanagements.

Zahlreiche öffentliche Gebäude sollen klimafreundlicher werden

„Mit dieser Anlage feiern wir den erfolgreichen Auftakt einer Zusammenarbeit des Landkreises mit der heimischen VEW, die zum Ziel hat, in den nächsten Jahren zahlreiche öffentliche Gebäude des Landkreises klimafreundlicher zu machen“, erläuterte Frese. Der Kreis besitze rund 90 Immobilien, darunter 56 Schulgebäude, das Kreishaus in Korbach und die Verwaltungsaußenstelle in Frankenberg.

Aber auch die Energiekosten hätten bei der langfristig angelegten Kooperation eine Rolle gespielt. Die Solaranlage soll jährlich rund 80 000 Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Ein Viertel davon – 20 000 kWh – kann die Schule selbst nutzen und somit die Hälfte ihres Strombedarfs abdecken. Berücksichtigt ist allerdings noch nicht der Heizstrom für die eingebaute Luft-/Wärmepumpe der Schule.

Die Solaranlage besteht aus 272 einzelnen Modulen, ist rund 450 Quadratmeter groß und hat eine maximale Leistung von 90 Kilowatt-Peak. Durch ihren Einsatz wird künftig der Ausstoß von 35 000 bis 40 000 Kilogramm des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 pro Jahr vermieden. Die Grundschule als Teil des Schulzentrums „An der Warte“ wurde seit 2019 errichtet und mit dem neuen Schuljahr 2021/2022 bezogen.

Frese: „Landkreis profitiert doppelt“

Bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter, wenn keine Solarenergie erzeugt wird, werde der Strom zugekauft. Die verbleibende Strommenge wird ins Stromnetz eingespeist und vergütet. „In finanzieller Hinsicht profitiert der Landkreis also doppelt“, ist Frese von dem Projekt überzeugt.

Kooperation startet: Von links Simone Jungermann, Stefan Beckmann, Claudia Frede vom Gebäudemanagement des Landkreises, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, David Schmitt, Projektleiter der Sachsenhäuser Firma Brüne, VEW-Geschäftsführer Stefan Schaller, VEW-Projektleiter Marius Lange, Nico Wirth vom Gebäudemanagement.

Planung und Beratung sollen künftig immer durch die VEW erfolgen, die als Schwestergesellschaft des kommunalen Energieversorgers Energie Waldeck-Frankenberg GmbH regenerative Energieanlagen in der Region umsetzt.

Setzen auf regionale Partner

„Auch wir setzen bei der Realisierung unserer Projekte – so weit möglich – auf regionale Partner“, betonte VEW-Geschäftsführer Schaller. Bei dem Auftaktprojekt in Sachsenhausen übernahm eine ortsansässige Elektrofirma die Installation, die Wechselrichtertechnik kommt aus Niestetal, der Hersteller der verbauten Solarmodule aus Chemnitz.

Die Investitionskosten der VEW betragen knapp 100 000 Euro. Der Landkreis ist Pächter und Betreiber der Anlage.

Neun weitere Projekte sind in Planung

Erster Kreisbeigeordneter Frese sprach von einem wichtigen Meilenstein. Neun weitere Kooperations-Projekte sind bereits in Planung, darunter am Erweiterungsbau des Kreishauses im Korbach und der Grundschule Helenental in Bad Wildungen. Frese fordert auch alle Städte und Gemeinden im Landkreis auf, über Installation von Solaranlagen auf kommunalen Gebäuden nachzudenken, Musterverträge seien ausgearbeitet. (Cornelia Höhne)

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