1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Waldeck

Stadt kauft „Waldecker Loch“ - Investor gibt Pläne auf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Cornelia Höhne

Kommentare

Ende der Dauerbaustelle in Sicht: Die Stadt Waldeck kauft eine Teilfläche. Sie soll im Rahmen der Marktplatzsanierung angemeldet werden für das Förderprogramm „Lebendige Zentren“.
Ende der Dauerbaustelle in Sicht: Die Stadt Waldeck kauft eine Teilfläche. Sie soll im Rahmen der Marktplatzsanierung angemeldet werden für das Förderprogramm „Lebendige Zentren“. © Cornelia Höhne

Das Ende der Baustelle am Marktplatz ist in Sicht: Der Investor hat seine Neubaupläne aufgegeben, die Stadt Waldeck kauft das Grundstück.

Waldeck – Der Waldecker Marktplatz ist seit drei Jahren eine unansehnliche Dauerbaustelle. Inzwischen steht fest: Aus dem geplanten Neubau mit Ferienwohnungen, Café und Tiefgarage wird nichts. Investor Wilfried Meyer hat keine Baugenehmigung erhalten und gibt seine Pläne auf. Einen Teil der Fläche erwirbt nun die Stadt Waldeck.

330 Quadratmeter für 100 000 Euro

Das Stadtparlament beschloss am Dienstag (22. Februar 2022) in der Stadthalle in Sachsenhausen den Kauf von rund 330 Quadratmetern zum Pauschalpreis von 100 000 Euro. Die Fläche soll in die Gestaltung des Marktplatzes einfließen.

Dabei hat alles so euphorisch begonnen. In 2018 soll ein neues Kapitel der Stadtentwicklung eingeläutet werden. Ein 301 Jahre altes Haus am Marktplatz wird abgerissen, umfangreiche Vorarbeiten und Dokumentationen für den Neubau mit Tiefgarage laufen an.

Kein Baurecht für geplanten Neubau am Waldecker Marktplatz

Für das Bauvorhaben verkauft die Stadt mehrere kleinere Teilflächen an den Investor. Aber nach dem Abriss des Hauses bleibt eine Dauerbaustelle – in Waldeck spöttisch „das Loch“ genannt. Im Sommer 2021 ist klar, dass es kein Baurecht für das Projekt geben wird.

Die fehlende Teilungserklärung mit dem Nachbargrundstück und Brandschutz nennt Bürgermeister Jürgen Vollbracht am Dienstag als Hauptgründe dafür. „Einfach gesagt: Das große Gebäude passt nicht auf das kleine Grundstück.“ Die ehemaligen städtischen Flächen gehen nach Ablauf der Bauverpflichtung zurück an die Stadt und werden in die Gestaltung des Marktplatzes einbezogen.

Gewölbekeller muss erhalten werden

Zwischenzeitlich signalisiert der Investor, dass er das Bauvorhaben gänzlich aufgibt und bietet der Stadt die verbleibende Restfläche zum Kauf an. Ein großer Vorteil: Sowohl der Kauf der Fläche als auch die Neugestaltung sind förderfähig durch das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“. Bürgermeister Vollbracht könnte sich auch ein kleineres Gebäude mit Café auf der Fläche vorstellen. Der Gewölbekeller auf dem Grundstück steht unter Denkmalschutz und muss erhalten werden. Zwei Interessenten hatten vor einiger Zeit bereits Projekt-Ideen für diesen Standort, sagt Vollbracht auf Nachfrage.

Bedenken äußern Stadtverordnete über den stolzen Kaufpreis. „Ich hoffe, dass der Grundstückspreis kein Maßstab für weitere Investitionen ist“, deutet Daniel Hankel (FDP) an. Ähnlich sieht es Jürgen Staude (SPD): „Ich sorge mich als langjähriger Parlamentarier, dass man sich an diesem Richtpreis orientiert.“

Nachmelden für das Förderprogramm

„Das Grundstück ist sicher nicht günstig“, räumt Bürgermeister Vollbracht ein, aber der Kauf sei „das Beste für Waldeck“. Es gebe nur zwei Optionen: „Entweder zuschlagen oder das Waldecker Loch behalten.“ Martin Merhof (FDP) meint, man müsse wohl zähneknirschend den Preis akzeptieren. Insgesamt überwiegt die Erleichterung.

Latif Hamamiyeh Al-Homssi (SPD) ist zuversichtlich, „dass wir jetzt einen roten Strich drunter setzen können und das Ganze noch in die Förderung kommt“. Das Förderprogramm sei der große Vorteil bei dieser Sache, bekräftigt Michael Keller (CDU). Für die FWG begrüßt Martin Germann den Kauf der Baustelle. „Es ist gut, dass das beendet wird.“ Jürgen Schanner (Grüne) sieht nun eine „riesengroße Entwicklungschance“. Einstimmig beschließt das Parlament den Kauf, er soll samt Neugestaltung für das Förderprogramm nachgemeldet werden.

Investor Wilfried Meyer bedauert gegenüber der WLZ, dass er seine Pläne nicht verwirklichen und in Waldeck neue Impulse setzen kann. Er sei am Baurecht gescheitert, sagt er enttäuscht. (Cornelia Höhne)

Von Conny Höhne

Auch interessant

Kommentare