Neue Satzung

Prädikat „Tourismusort“ für alle Waldecker Stadtteile beantragen

Alle auf denselben Kurs: Das Prädikat Tourismusort soll für alle Waldecker Ortsteile beantragt werden, auf die bisherigen Prädikate Luftkurort (Waldeck) und Erholungsort (Nieder-Werbe) wird verzichtet. ARCHIV
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Alle auf denselben Kurs: Das Prädikat Tourismusort soll für alle Waldecker Ortsteile beantragt werden, auf die bisherigen Prädikate Luftkurort (Waldeck) und Erholungsort (Nieder-Werbe) wird verzichtet. ARCHIV

Neue Strukturen beim Tourismusmarketing bringt die Stadt Waldeck auf den Weg. Das Prädikat Tourismusort soll für alle Stadtteile beantragt und eine Beitragssatzung für das gesamte Stadtgebiet erlassen werden.

Waldeck – Im Gegenzug wird auf die Erneuerung der Prädikate Luftkurort (Waldeck) und Erholungsort (Nieder-Werbe) verzichtet. Das beschloss das Stadtparlament in der Stadthalle in Sachsenhausen.

Ein Euro pro Aufenthaltstag in allen Stadtteilen

Derzeit wird ein Kurbeitrag in Höhe von 1 Euro pro Übernachtung in Waldeck und 50 Cent in Nieder-Werbe von den Gästen erhoben – wegen satzungsrechtlicher Unsicherheiten nicht von allen Leistungsanbietern. Die neue Satzung sieht vor, dass Gäste in allen Stadtteilen 1 Euro je Aufenthaltstag zahlen sollen.

In einer Stellungnahme der Edersee Marketing GmbH hieß es, es sei „strategisch richtig und wichtig, im Zuge der Anerkennung als Tourismusregion die Fremdenverkehrsabgabe auf das gesamte Stadtgebiet auszuweisen und bestenfalls sogar eine einheitliche Lösung am Edersee anzustreben.“

Erneuerung des Prädikats „Luftkurorts“ kostet 15 000 Euro

Das Prädikat Luftkurort sei bei der Wahl eines Reiseziels nicht mehr relevant, hieß es. „In Hessen ist die Zahl von ursprünglich 360 Luftkurorten auf derzeit noch 156 Orte zurückgegangen,“ erläuterte Bürgermeister Jürgen Vollbracht.

Das liege an hohen Anforderungen an Infrastruktur, Klimatologischen und hydrologischen Gutachten, aber auch an den hohen Kosten. Die Erneuerung des Prädikats Luftkurorts koste 15 000 Euro, der Zusatz Tourismusort nur 500 bis 600 Euro. Vorteil: Alle Stadtteile werden gleich behandelt und können damit werben.

„Die SPD begrüßt das Prädikat für einen gemeinschaftlichen Tourismusort“, sagte Latif Hamamiyeh Al-Homssi. Gemeinsamer Auftritt, Wertschöpfung und die Chance, in allen Stadtteilen Beiträge zu erheben, überzeugten. Damit könne künftig mehr Geld in touristische Infrastruktur investiert werden.

Ganze Edersee-Region im Blick

Michael Keller (CDU) sagte: „So schwer es auch fällt, über ein Ortsbeiratsvotum hinweg zu gehen, sind wir auch zu dem Ergebnis gekommen, dass Vorteile für den Tourismusort an einer gemeinsamen Vermarktung auch in der gesamten Edersee-Region überwiegen.“ Martin Merhof (FDP) betonte, die bisherigen Prädikate seien „antiquiert und im Gesamteindruck der Edersee-Region fehl am Platz“. Er begrüßte, dass die neue Satzung Ungleichbehandlung bei den Beiträgen abschaffe.

Martin Germann (FWG) scheiterte mit einem Änderungsantrag, um für Waldeck das werbewirksame Prädikat Luftkurort zu erhalten. Er wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Mit 16 Ja-Stimmen, bei einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen wurde beschlossen, das Prädikat Tourismusort für das gesamte Stadtgebiet zu beantragen und auf die bisherigen Prädikate zu verzichten. Die Ortsbeiräte aus Alraft, Dehringhausen, Freienhagen, Höringhausen, Netze, Ober-Werbe und Sachsenhausen begrüßen das Prädikat Tourismusort.

Ortsbeiräte mehrheitlich für einheitliches Prädikat

Die Ortsbeiräte aus Alraft, Dehringhausen, Freienhagen, Höringhausen, Netze, Ober-Werbe und Sachsenhausen begrüßen das Prädikat Tourismusort.

Der Ortsbeirat Nieder-Werbe hat einer Zertifizierung als Tourismusort bei gleichzeitigem Verzicht auf das Prädikat Erholungsort zugestimmt unter der Voraussetzung, dass die gesamte Stadt Waldeck mit allen Ortsteilen gemeinsam das Prädikat Tourismusort beantragt. Kritisch äußerte sich der Ortsbeirat Selbach. Bei Voraussetzungen zur Erlangung sowie bei Wertigkeit, Kosten und Verwaltungsaufwand seien noch Fragen offen.

Waldeck will Luftkurort bleiben

Der Waldecker Ortsbeirat fordert den Erhalt des Prädikates „Luftkurort“. Dafür würden nicht nur Messwerte für Klima, Luft und Wasser erhoben, sondern beispielsweise auch die Zahl der zertifizierten Beherbergungsbetriebe. Darüber hinaus müsse eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Dies bewahre Waldeck davor, noch mehr an Attraktivität einzubüßen. Zudem lege es den Grundstein für eine langfristige Entwicklung hin zu einem Ort mit qualitativ hochwertigem Angebot.

Allein durch seine Lage sei Waldeck das vorrangige touristische Ziel, wovon auch alle anderen Ortsteile profitierten. (Cornelia Höhne)

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