Parlament beschließt neue Verkehrsführung

Waldecker Marktplatz wird umgestaltet: Ortsdurchfahrt wird zur Einbahnstraße

Beengt: Im Zuge des Marktplatz-Umbaus und der Straßensanierung soll die Ortsdurchfahrt in Waldeck auf rund 300 Metern zur Einbahnstraße werden.
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Beengt: Im Zuge des Marktplatz-Umbaus und der Straßensanierung soll die Ortsdurchfahrt in Waldeck auf rund 300 Metern zur Einbahnstraße werden.

Im Zuge der geplanten Bauarbeiten in Waldeck ändert sich künftig die Verkehrsführung: Die Ortsdurchfahrt wird zur Einbahnstraße.

  • Der Marktplatz in Waldeck soll neu gestaltet und die Ortsdurchfahrt saniert werden, erste Aufträge für Kanal- und Wasserleitung hat der Magistrat vergeben.
  • Das Stadtparlament hat eine neue Verkehrsführung beschlossen: Die Ortsdurchfahrt wird zur Einbahnstraße.
  • Der Marktplatz-Umbau in Waldeck wird im Rahmen des Programms „Lebendige Zentren“ gefördert.

Waldeck – Fünf Jahre nach den ersten Ideen für eine neue Gestaltung des Marktplatzes und die Sanierung der Ortsdurchfahrt geht es in die entscheidende Phase. Das Stadtparlament hat die Planung beschlossen.

Mehr Platz für Gestaltung und sichere Wege

Grundlage dafür ist eine neue Verkehrsführung: Die Ortsdurchfahrt wird vom Marktplatz in Richtung Schloss Einbahnstraße mit Ende am Abzweig der Straße Am Weinberg.Das soll am Marktplatz mehr Spielraum für Aufenthaltsqualität sowie sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Dem Verkehrsgutachten hat Hessen Mobil zugestimmt. Ein Förderantrag über das Programm „Lebendige Zentren“ wurde eingereicht. In die Gestaltung wurden Teile der Straßen Am Stadtbrunnen und Schulstraße integriert.

Vorab gab es rege Diskussionen in den Ausschüssen. Im Parlament sprechen sich alle Fraktionen für die Einbahnstraße aus.

SPD: „Investition in die touristische Zukunft“

Latif Hamamiyeh Al-Homssi (SPD): „Wir sind uns alle einig, dass es an der Zeit ist, dass Waldeck aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Das setzt voraus, dass wir Dinge anpacken und auch gegebenenfalls grundlegend ändern müssen.“ Marktplatz, Schlossstraße, Bahnhofsstraße müssten neu gedacht werden.

„Uns wurde ein Konzept vorgestellt, dass nochmals deutlich gemacht hat: Wenn wir Förderungen, eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens sowie im Sinne der Fußgänger und letztlich auch des Tourismus handeln wollen, führt kein Meter an einer Einbahnstraße vorbei.“ Das Konzept sei „eine Investition in die touristische Zukunft, die dringend notwendig ist.“

Grüne: „Große Chance für den Stadtteil Waldeck“

Jürgen Schanner (Grüne): „Wir sehen durch die Einbahnstraßenregelung eine große Chance für den Stadtteil Waldeck.“ Mit erheblichen Fördergeldern werde Waldeck attraktiver für Gäste, Bürger und Geschäfte. Fußgänger und Radfahrer gelangten dann sicher zum Schloss.

„Uns ist es bewusst, dass es gegebenenfalls zu einer erhöhten Verkehrsbelastung in der Dr.-Mauser-Straße kommen wird.“ Dem könne mit Verkehrsberuhigung durch Tempolimit begegnet werden, dazu müsse ein Verkehrskonzept auf den Weg gebracht werden.

FWG: Einbahnstraße schafft Platz für Marktplatz und Bürgersteig

Martin Germann (FWG) verweist auf die besonderen Umstände: „Wir haben die Engstelle, und da passen keine zwei Fahrspuren und ein breiter Bürgersteig hin. Das ist aber Voraussetzung, dass die Baumaßnahme finanziell unterstützt wird.“

Auf einen Bürgersteig könne nicht verzichtet werden. Die Einbahnstraße schaffe mehr Platz für den Marktplatz und in der Bahnhofstraße für einen Bürgersteig zur Seeseite. „Wenn wir nichts unternehmen, wird der schleichende Verfall weiter gehen.“

CDU: „Im Stadtteil Waldeck muss etwas passieren“

Michael Keller (CDU): „Verkehrsführung und Marktplatz-Gestaltung – das ist ein Thema, das seit vielen Jahren in der Bearbeitung ist, leider auch stark verzögert durch private Bauprojekte, die dann nicht stattgefunden haben.“ Bei allen Überlegungen war es das Ziel, „den besten Weg zu finden – und der ist wahrscheinlich die Einbahnstraßenregelung“.

Keller: „Im Stadtteil Waldeck muss etwas passieren.“ Der Ortsbeirat müsse eingebunden werden in die Gestaltung. Und der Magistrat sollte sich weiter bemühen um die Grundstücke Meier und Bechthold, um noch mehr im Umfeld zu erreichen.

FDP: „Wir sehen die Chancen“

Daniel Hankel (FDP): „Wir haben in Waldeck aktuell ein Pulverfass.“ Nach Polarisierungen bei den großen Themen Hähnchenstall, Grundschule, Seilbahn, Nationalpark-Erweiterung sei die Stimmung schlecht und viel Informationfluss nötig.

Es gebe keine stichhaltigen Argumente gegen eine Einbahnstraße. „Wir sehen die Chancen und nicht die Risiken.“ Hankel hofft auf Aufbruchstimmung, „damit wir in 20 Jahren wieder eine Perle hoch über dem See haben.“

Ortsbeirat gegen Einbahnstraßenregelung

Der neue Waldecker Ortsbeirat spricht sich gegen die Einbahnstraßenregelung aus. Das stellte Ortsvorsteher Isham El-Embabi in der Sitzung in Sachsenhausen unter der Leitung von Parlamentsvorsteher Werner Pilger klar.

Gunter Schäfer (CDU) schlägt als Kompromiss einen Modellversuch für ein Jahr auf Probe vor. Laut Bürgermeister Jürgen Vollbracht sind aber Wasserleitungs- und Kanalbauarbeiten bereits vergeben. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt starten. Ein Probebetrieb würde eine weitere Verzögerung bedeuten. Der Antrag Schäfers wurde bei einer Ja-Stimme und 23 Gegenstimmen abgelehnt.

Die Stadtverordneten sind sich am Ende einig und stimmen bei zwei Enthaltungen für die aktuelle Planung inklusive der Einbahnstraßenregelung. (Cornelia Höhne)

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