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Wohngebiet als Leuchtturmprojekt: 45 Bauplätze werden in Waldeck erschlossen

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Von: Cornelia Höhne

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Symbolischer Spatenstich: Von links Ulrich Fincke, Stephan Trachte und Dr. Michael Pielert von der Investorengemeinschaft Fisseler-Rohde, Bürgermeister Jürgen Vollbracht und Polier Karl-Otto Schwäbe.
Symbolischer Spatenstich: Von links Ulrich Fincke, Stephan Trachte und Dr. Michael Pielert von der Investorengemeinschaft Fisseler-Rohde, Bürgermeister Jürgen Vollbracht und Polier Karl-Otto Schwäbe. © Cornelia Höhne

Die Erschließung des neuen Baugebiets „Salzäcker“ in Waldeck am Edersee hat begonnen.

Waldeck – Auf rund 50 000 Quadratmetern entstehen 45 Bauplätze für Wohn- und Ferienhäuser, baureif ab Frühjahr 2023. Die Euphorie indes, die vor über zwei Jahren beim Start des Gemeinschaftswerks zweier heimischer Unternehmen herrschte, hat durch massive Preiserhöhungen und steigende Zinsen einen Dämpfer bekommen.

Für viele Familien ist Eigenheim nicht mehr finanzierbar

In 2020 war die Nachfrage nach Bauland groß, das Angebot in Waldeck dagegen rar. Die politischen Gremien begrüßten daher die Initiative aus der Wirtschaft und ebneten die planerischen Voraussetzungen für das Neubaugebiet in attraktiver Lage hoch über dem Edersee.

Nach dem eklatanten Preisanstieg, Materialengpässen und den höheren Kosten für Bauzinsen seit dem Krieg in der Ukraine gerieten jedoch Finanzierungsmodelle von Bauwilligen ins Wanken. Für viele Familien ist ein Eigenheim unter diesen Voraussetzungen nicht mehr bezahlbar.

Investitionskosten steigen von vier auf sieben Millionen Euro

Allein Grunderwerb und Erschließung für die zwischen knapp 700 bis zu über 1000 Quadratmeter großen Grundstücke gehen richtig ins Geld. Statt der ursprünglich kalkulierten vier Millionen Euro stehen nun sieben Millionen unterm Strich, sagt Stephan Trachte vom Tief- und Straßenbauunternehmen Rohde aus Korbach-Meineringhausen, das mit dem Hochbauunternehmen Fisseler aus Korbach eine Investorengemeinschaft bildet.

Bürgermeister: Impulse für die Stadt Waldeck

Für Bauinteressenten werden Bauplätze deutlich teurer. Das günstigste Bauland nahe des Golfplatzes kostet 140 Euro pro Quadratmeter – voll erschlossen. Gestaffelt nach Lage kostet Bauland an aussichtsreichen Standorten mit Blick auf Schloss Waldeck und den Edersee bis zu 250 Euro.

Beim symbolischen ersten Spatenstich sagte Bürgermeister Jürgen Vollbracht: „Es freut uns, dass ein großes Projekt für Bauwillige umgesetzt wird.“ Die Stadt Waldeck hätte das in dieser Größe nicht bieten können, betonte der Bürgermeister. Für die Stadt hofft er auf Impulse durch den Zuzug von Neubürgern.

Nahwärmenetz mit Eis-Energiespeicher

Da die Resonanz aus der heimischen Region wohl nicht ausreiche, um das Baugebiet zügig zu füllen, wollen die Investoren im südhessischen Ballungsgebiet werben für das an Golfplatz, Nationalpark und Edersee gelegene neue Wohngebiet.

Mit Unterstützung des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg wird das Neubaugebiet als Leuchtturmprojekt autarker Energieversorgung umgesetzt. Herzstück wird ein „Low-Ex-Nahwärmenetz“ von Viessmann, bestehend aus einem Eis-Energiespeicher mit Wärmepumpen. „Das gibt es bei Wohngebieten im Landkreis Waldeck-Frankenberg in dieser Form noch nicht“, betont Dr. Michael Pielert von der Firma Fisseler. Förderanträge sind gestellt.

Weniger Nachfragen nach Bauplätzen

Weitere Bauplätze zu günstigeren Konditionen gibt es in mehreren anderen Waldecker Stadtteilen, wie Freienhagen, Dehringhausen und Netze. In dem neuen städtischen Baugebiet in Sachsenhausen sind laut Vollbracht noch zwei Grundstücke frei zum Quadratmeterpreis von knapp 60 Euro, voll erschlossen. Ein neues Baugebiet ist in Höringhausen in der Planung. „Wir werden auch in Zukunft weitere Baugebiete entwickeln“, sagt Vollbracht.

Die große Nachfrage nach Baugrundstücken habe nachgelassen. Aus Finanzierungsgründen zurückgegeben wurden aber laut Bürgermeister noch keine Bauplätze. (Cornelia Höhne)

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