30-Jähriger hatte Scheune der Ex-Freundin angesteckt

Zehn Jahre und ein Monat Gefängnis für Brandstifter aus Burgwald

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Großbrand in der Nacht: Ein Wohnhaus mit Scheune am Netzer Glucksberg war nicht mehr zu retten. Rund 60 Feuerwehrleute verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude.

Kassel/Netze - Wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit versuchter besonders schwerer Brandstiftung ist ein 30-Jähriger aus Burgwald am Dienstag vor dem Landgericht in Kassel verurteilt worden.

Wegen versuchten Mordes und Brandstiftung musste sich seit 25. März der 30-Jährige vor der 6. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte in der Nacht von 2. auf den 3. Mai 2018 absichtlich das Stroh in einer Scheune in Netze angezündet hat - aus maßloser Wut darüber, dass sich seine Freundin, die im angrenzenden Wohnhaus mit ihren beiden vier und zwei Jahre alten Kindern schlief, kurz zuvor von ihm getrennt hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von etwas mehr als elf Jahren gefordert, die Nebenklägerin lebenslänglich. Die Verteidigung hatte dagegen vor dem Urteilsspruch in ihrem Plädoyer erklärt, eine Freiheitsstrafe von maximal sieben Jahren und sechs Monaten sei angemessen, da sich ihr Mandant damals in einer psychischen Ausnahmesituation befunden habe

Der jungen Frau bewahrte damals nur ihre Schlaflosigkeit vor Schlimmeren: Sie hatte den Brand bemerkt, weil sie wach war, und rette sich und ihre damals zwei und vier Jahre alten Kinder. Das Wohnhaus und eine angrenzende Scheune, in der der Ex-Freund das Feuer gelegt haben soll, wurden vollständig zerstört. Den Sachschaden gab die Feuerwehr damals mit 150.000 Euro an.

Laut Anklage hatte der Mann zuvor die Autoreifen seiner Ex-Freundin zerstochen. Anschließend entzündete er mit einem Feuerzeug einen Haufen aus Papier und Stroh in der Scheune. Die Flammen breiteten sich unkontrolliert auf beide Gebäude aus.

In der Nacht hatten damals 60 Feuerwehrleute bis in die frühen Morgenstunden das Feuer in Netze gelöscht. Der 30-Jährige, der schnell unter Verdacht stand, war wenig später von der Polizei in Sachsenhausen in seinem Wagen sitzend angetroffen und festgenommen worden.

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