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Warntag: Sirenen in Waldeck-Frankenberg bestehen Test

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Von: Jörg Paulus

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Beim bundesweiten Warntag wurde die Bevölkerung auch in Waldeck-Frankenberg über Warnungen aufs Handy und mit Sirenen gewarnt. Unser Foto entstand am Feuerwehrhaus in Bottendorf.
Beim bundesweiten Warntag wurde die Bevölkerung auch in Waldeck-Frankenberg über Warnungen aufs Handy und mit Sirenen gewarnt. Unser Foto entstand am Feuerwehrhaus in Bottendorf. © Dörries, Denise

Beim bundesweiten Warntag am 8. Dezember haben die Warnsysteme in Waldeck-Frankenberg fast ausnahmslos funktioniert. Es gab nur wenige Ausfälle bei der Test-Alarmierung.

Waldeck-Frankenberg – Donnerstagmorgen 11 Uhr in Deutschland: Sirenen heulen, Handys schrillen. Beim bundesweiten Warntag wurden gestern gleichzeitig mehrere Warnsignale für den Ernstfall getestet. In Waldeck-Frankenberg habe „das Zusammenspiel aller unterschiedlichen Komponenten im Warnmittel-Mix grundsätzlich gut funktioniert“, teilte die Kreisverwaltung in Korbach am Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Der Test hat gezeigt, dass besonders der Mix der unterschiedlichen Warnmittel-Maßnahmen wichtig ist, um im Ernstfall möglichst viele Menschen auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen und zu informieren.“ Rückmeldungen zu den Alarmierungen der Sirenen aus der Bevölkerung habe es in der Zentralen Leitstelle des Landkreises in Korbach nicht gegeben.

„Aus den Städten und Gemeinden kamen die Rückmeldungen, dass auch die Warnungen aufs Smartphone funktioniert haben – ob Push-Nachrichten über Warn-Apps oder die Cell-Broadcast-Funktion“, berichtete der Landkreis. Handynutzer sollten beachten: Nicht alle Handys, gerade ältere Geräte, können die neuen Warn-Funktionen nutzen. Software und Betriebssystem müssten aktuell sein, der Flugmodus muss aus- und Push-Benachrichtigungen eingeschaltet sein.

Trotzdem habe am Warntag nicht alles funktioniert: „Im gesamten Landkreis haben fünf der 272 Sirenen nicht ausgelöst, vermutlich wegen eines technischen Defekts“, berichtete die Kreisverwaltung. „Hier wird die Hardware nun noch einmal entsprechend überprüft.“

Noch nicht alle Sirenen in Waldeck-Frankenberg digital

Unter den 272 Sirenen seien 134 schon digital und 138 noch analog. Die digitalen Sirenen, die über einen Akku verfügen und daher auch im Falle eines Stromausfalls bedient werden können, wurden für ganz Hessen pünktlich um 11 Uhr durch die Leitfunkstelle in Kassel ausgelöst. Die analogen Sirenen wurden von der Leitstelle des Landkreises in Korbach ausgelöst; Sie heulten im Zeitraum zwischen 11 Uhr und 11.18 Uhr, berichtete der Kreis. Der kurze zeitliche Verzug habe technische Gründe.

In 90 von 186 Ortschaften in Waldeck-Frankenberg wurden die Sirenen noch analog ausgelöst – diese konnten daher nur das Signal für den Feueralarm aussenden: einen einminütigen Dauerton, der zwei Mal unterbrochen ist. „Grundsätzlich ist es Aufgabe der Städte und Gemeinden, ihre Sirenen zeitnah umzurüsten und zu digitalisieren“, teilte der Landkreis mit.

Peter Thiele vom Bauamt der Gemeinde Burgwald überprüfte den Warnton der Sirene in Bottendorf. In der Hand hält er ein Handy mit der Warnung über die App Katwarn.
Peter Thiele vom Bauamt der Gemeinde Burgwald überprüfte am Donnerstag den Warnton der Sirene in Bottendorf. In der Hand hält er ein Handy mit der Warnung über die App Katwarn. © Dörries, Denise

Beim bisher letzten Warntag 2020 war in Nordhessen noch nahezu keine Sirene auf Digitaltechnik umgerüstet. Deshalb hatten sich die nordhessischen Landkreise damals entschieden, keine Sirenen-Alarmierung am bundesweiten Warntag auszusenden. „Ziel ist es, dass nun möglichst schnell alle Sirenen in Waldeck-Frankenberg modernisiert werden“, sagt der Kreis. „Derzeit fehlen aber hessenweit Dienstleister und Materialien.“

„Alles problemlos gelaufen“, berichtete am Donnerstag beispielsweise Gemündens Bürgermeister Frank Gleim. „Alles hat punktgenau ausgelöst“, hieß es auch vom Willinger Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl. Sowohl die in der Gemeinde Willingen komplett auf digitale Technik umgestellten Sirenen als auch die Warnapps haben demnach funktioniert. Gegenüber dem bisher letzten Probealarm vor zwei Jahren also eine eindeutige Verbesserung.

In Rosenthal war dagegen kein Sirenenalarm zu hören; in der Stadt und den Stadtteilen wurden die Sirenen Anfang der 90er-Jahre mit der Umstellung der Alarmierung auf die Meldeempfänger der Feuerwehrleute (Pager) abgeschafft. Das Förderprogramm des Bundes zur Installation digitaler Sirenen hatte die Stadt Rosenthal nicht in Anspruch genommen, berichtete Bürgermeister Stefan Jakob.

Zuschüsse vom Bund für Modernisierung von Sirenen

Für die Umrüstung von Sirenen auf Digitaltechnik hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe insgesamt mehrere Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon haben auch 21 der 22 Kommunen in Waldeck-Frankenberg, wie Anfang des Jahres berichtet, für den Bau oder die Modernisierung von Sirenen Zuschüsse zwischen 10 .000 und 15.000 Euro erhalten – alle bis auf Rosenthal.

„Grundsätzlich ist es Aufgabe der Städte und Gemeinden, ihre Sirenen zeitnah umzurüsten und zu digitalisieren“, teilte der Landkreis auf Anfrage mit. Von den Kommunen werde „eine schnellstmögliche Umrüstung“ angestrebt.

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