1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Hinweisschilder für die Baumarten der Zukunft im Kommunalwald Bad Arolsen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Armin Haß

Kommentare

Mit neuen Hinweisschildern, die Grafikdesigner Henning Drescher entwarf, kennzeichnet die Kommunalwald GmbH unter anderem in Mengeringhausen, welche Bäume sie auf Freiflächen neue pflanzen ließ. Unser Bild zeigt Revierförster Dieter Kisselbach, der für die 1000 Hektar Stadtwald Bad Arolsen zuständig ist. Rechts eine eingezäunte, vom Bund geförderte Fläche, links ein offener Bestand mit Tannen.
Mit neuen Hinweisschildern, die Grafikdesigner Henning Drescher entwarf, kennzeichnet die Kommunalwald GmbH unter anderem in Mengeringhausen, welche Bäume sie auf Freiflächen neue pflanzen ließ. Unser Bild zeigt Revierförster Dieter Kisselbach, der für die 1000 Hektar Stadtwald Bad Arolsen zuständig ist. Rechts eine eingezäunte, vom Bund geförderte Fläche, links ein offener Bestand mit Tannen. © Armin Haß

Mit neuen Hinweisschildern macht die Kommunalwald GmbH zwischen Gemünden und Diemelstadt ihre Ziele für den Wald der Zukunft deutlich.

Bad Arolsen – Welcher Baum wächst denn da? Auf diese Frage in den Beständen der Kommunalwald GmbH von Gemünden bis Diemelstadt geben Hinweistafeln Auskunft, die der Grafikdesigner Henning Drescher (Malwerk Mengeringhausen) entworfen hat.

20 Baumarten aufgeführt

Nicht weniger als 20 Baumarten für den Wald der Zukunft sind auf den Tafeln für die zwölf Förstereien aufgeführt, in denen jeweils fünf Stück aufgestellt werden.

Auf 150 Hektar im Stadtwald Bad Arolsen, die von geschädigten Fichten freigeräumt wurden, erschließt sich Spaziergängern nicht immer, was dort als Nachwuchs gedeiht, wie Revierförster Dieter Kisselbach (Stadtwald Bad Arolsen) anhand einer stark überwucherten Fläche bei Mengeringhausen deutlich macht. Mühevoll und mit viel Vorsicht werden dort immer wieder Schneisen mit Sensen freigeschnitten, auf denen noch kleine Küstentannen zu sprießen beginnen.

Das hat Zukunft

Würde man den Wald sich selbst überlassen, würde der Bestand langfristig zu 90 Prozent von Buchen dominiert, sagt Kisselbach. Auf den freigeräumten Flächen wird mit verschiedenen Methoden auf einen möglichst vielfältigen Mischwald hingearbeitet, in dem die Fichte nicht mehr vorgesehen ist. Abhängig ist der künftige Bestand von Standortfaktoren wie Lichteinfall, Wasserversorgung und Bodenqualität.

So wird ein Vorwald gepflanzt, wobei Wildkirsche und Bergahorn zunächst einen grünen „Gürtel“ bilden, um sommers wie winters einen lichten Schutzschirm für dahinter gedeihenden Bäume bilden zu können. Auf einer Vorwaldfläche, die Kisselbach an der Warte bei Mengeringhausen vor 20 Jahren bepflanzen ließ, haben sich elf verschiedene Arten entwickelt.

Schutz vor Wild

In den Beständen werden Tannen, Eichen und Winterlinden gepflanzt. Mit Pflanzen, Pflege, Freischneiden und den Aufbau von Wildschutzzäunen hat die Kommunalwald GmbH die Baumschule Vogt aus Pinneberg beauftragt.

Zudem wird auf eine Naturverjüngung gesetzt. Dazu sollte es schon die nötigen natürlichen Ansätze geben: Bäume, die in der Nähe aussamen, das können auch einzelne Lärchen, gelegentlich auch Fichten sein. Um den jungen Bäumchen zu helfen, sind Läuterungen und eine Regulierung der Mischungen erforderlich.

Viel Arbeit

Für die aufwendigen Arbeiten auf den freizuschneidenden Flächen werden von den Unternehmen häufig erfahrene Kräfte aus der Slowakei oder Rumänien eingesetzt. Derartiges Personal sei hierzulande schwer zu bekommen, erklärt Kisselbach. Ziel sei es, möglichst schnell einen Mischwald zu etablieren, der die freien Flächen bedeckt und als CO2-Speicher dient.

Naturschutz und die Speicherung von Wasser sind weitere wichtige Aspekte, die über den jeweiligen Wald dem Klimaschutz dienen. Fünf Prozent der Fläche werden gar nicht mehr bewirtschaftet.

Holz auch nutzen

Kisselbach achtet zudem darauf, dass in älteren Buchenbeständen Bäume stehen bleiben, die besonders für eine Speicherung von CO2 geeignet sind und daher für eine derzeit von den Waldbesitzern geforderten staatlichen Vergütung für den Klimaschutz in Frage kommen.

Die Artenvielfalt ist auch erforderlich, um bei möglichen Totalschäden von bestimmten Baumsorten die Verluste gering zu halten. Schließlich geht es auch darum, Holz für Baubranche, Möbelherstellung und andere Zwecke zu gewinnen. ( Armin Haß )

Auch interessant

Kommentare