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Machbarkeitsstudie für Biedenkopfer Wahrzeichen geplant

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Von: Gesa Coordes

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Für das Schloss Biedenkopf ist eine Machbarkeitsstudie geplant.
Für das Schloss Biedenkopf ist eine Machbarkeitsstudie geplant. © Gesa Coordes

Bis heute ist Schloss Biedenkopf das Wahrzeichen der 13 000-Einwohner-Stadt im Marburger Hinterland. Nun ist eine Machbarkeitsstudie für das Biedenkopfer Wahrzeichen geplant. 

Marburg – Ritter haben nie auf Schloss Biedenkopf gelebt. Auch Adelige haben sich höchst selten auf der Burg blicken lassen. Doch bis heute ist sie das Wahrzeichen der 13 000-Einwohner-Stadt im Marburger Hinterland. Schon von weitem sieht man die Fahne des Kreises Marburg-Biedenkopf auf dem Turm des Schlosses flattern.

Der Landkreis möchte gemeinsam mit der Stadt Biedenkopf und Interessierten das Schloss mit dem Hinterlandmuseum so ausstatten, dass es in Zukunft noch attraktiver wird. Deshalb plant er eine Machbarkeitsstudie. Der Hintergrund: Derzeit gibt es gleich mehrere leer stehende Gebäudeteile. Die ehemalige Hausmeisterwohnung ist seit vergangenem Sommer nicht mehr vermietet. Der Pächter der Schlossterrasse hat zum 1. April gekündigt. „Es gibt ein großes Interesse daran, dass dort wieder ein Restaurant oder Café einzieht“, sagt Markus Morr, Fachdienstleiter Kultur des Landkreises.

Wahrzeichen bietet viel potential

Darüber hinaus existiert am Fuß des Schlosses ein Biergarten, der in der Vergangenheit nie genutzt wurde. Und hinter der Burg gibt es ein großes Gelände mit Ruinen und einem kleinen Steinbruch, das bislang nicht zugänglich ist: „Die Machbarkeitsstudie ist eine Chance, das Schloss und sein Museum zukunftsgerecht auszustatten“, so Morr.

Die Studie soll nun so rasch wie möglich in Auftrag gegeben werden. Dabei soll es auch um die Frage von Konzerten, Lesungen und Theater auf dem Schlossgelände gehen, um sanitäre Anlagen, den Parkplatz und eine verbesserte Barrierefreiheit. Neben dem Landkreis, der Stadt Biedenkopf, dem Hinterlandmuseum und dem Schlossverein Biedenkopf sollen auch die Bürgerinnen und Bürger an der Neuplanung beteiligt werden.

Aufzug und gastronomisches Angebot soll mehr Menschen locken

Museumsleiter Andreas W. Vetter erhofft sich von der Neukonzeption einen Aufzug, der älteren Menschen den Zugang erleichtert, mehr Lagerflächen und ein gastronomisches Angebot, um mehr Menschen ins Museum zu locken. Vor Beginn der Pandemie kamen jedes Jahr rund 14 000 Gäste in die Ausstellungsräume.

Jedes Jahr gibt es zwei bis drei Sonderausstellungen zu Themen der Kulturgeschichte. Eine Museumspädagogin bietet Führungen für Schulklassen, Kinder und Jugendliche, die im Schloss kreativ werden können. 2018 wurde das Hinterlandmuseum Teil der Route der Arbeits- und Industriekultur, 2021 wurde das Schloss als Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus zum Geopunkt. Im Schlosshof wurden Musicals gezeigt. Im Herbst gibt es Konzerte und Theater. Und es wird geheiratet: Bis zu 40 Paare geben sich dort jedes Jahr das Ja-Wort. (gec)

Postkutsche konnte auf Kufen fahren

Das Leben der Menschen im kargen Marburger Hinterland steht im Mittelpunkt des 1908 eröffneten Hinterlandmuseums im Schloss Biedenkopf. Auf 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und drei Etagen geht es um die Kulturgeschichte der vergangenen 900 Jahre. Ein Prunkstück ist die gelbe Postkutsche, die 1886 in Biedenkopf gebaut wurde. Ihre Besonderheit: Um über die oft verschneite Sackpfeife zu kommen, konnte die Kutsche bei Bedarf auf Kufen fahren.

Ein Zimmer des Museums ist dem Grenzgang gewidmet. Ein weiteres Highlight ist der „Plattschwätzkasde“, der mit unterhaltsamen Geschichten zeigt, welcher Hinterländer Dialekt, an welchem Ort gesprochen wird.

Das Hinterlandmuseum ist vom 1. April bis zum 15. November dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro für Erwachsene und 1,30 Euro für Kinder. marburg-biedenkopf.de/hinterlandmuseum (gec)

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