Trend zu Inlands-Reisen lindert etwas

Wegen Corona 2020 wohl nur gut halb so viele Übernachtungen in WIllingen

Blauer Himmel, blaues Wasser, keine Besucher: der Ettelsberg in der Corona-Krise.
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Blauer Himmel, blaues Wasser, keine Besucher: Schon im ersten Lockdown waren sonst gut frequentierte Ecken wie der Ettelsberg wie ausgestorben.

Zum Jahresende wird Willingen wohl wenig mehr als die Hälfte der Übernachtungen aus dem Vorjahr verzeichnen. Zwischen Lockdowns gab es aber auch Lichtblicke.

  • Die Übernachtungszahlen der ersten zehn Monate liegen vor: Bis Oktober hatte Willingen 36 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr.
  • Da sich daran der zweite Lockdown anschließt, kommen bis zum Jahresende weitere Verluste hinzu, geschätzt minus 45 Prozent.
  • Es fehlende Tagungen, Veranstaltungen und Club-Touristen, Familienurlauber linderten die Bilanz.

Willingen (Upland) – Mit einem Minus von 36 Prozent weniger Übernachtungen seit Januar schließt die Urlaubsdestination Willingen den Oktober 2020 ab. Den zweiten Lockdown seit November berücksichtigt, rechnet Tourismusdirektor Norbert Lopatta bis Ende des Jahres mit einem Einbruch der Übernachtungen um rund 45 Prozent.

Die bislang fehlenden Übernachtungen gingen vor allem auf das Konto des ersten Lockdowns. Die vergleichsweise guten Monate Juli bis Oktober konnten das Defizit teilweise auffangen, heißt es in der Mitteilung der Tourist-Info. Im Vergleich stehe Willingen dabei positiv dar: Landesweit gab es 44,6 Prozent weniger Übernachtungen, im touristischen Sauerland minus 37,4 Prozent.

Der milde Winter hatte bis Ende Februar bereits für ein vergleichsweise geringes Defizit von 7,6 Prozent gesorgt. Doch das Beherbergungsverbot in der Zeit von Mitte März bis Mitte Mai ließ es in die Höhe schnellen. 266 213 Übernachtungen zählten die Willinger Gastgeber bis Ende Juni – rund die Hälfte derer des Vorjahreszeitraums.

Gäste lernen Willingen von neuer Seite kennen

Dabei habe Willingen seine Stärken in der Zeit von Juli bis Oktober vergleichsweise gut ausspielen können. Besonders Familien habe es verstärkt ins Upland gezogen. Dabei hat sich die durchschnittliche Dauer des Aufenthalts leicht erhöht.

„Wenn man bedenkt, dass uns die gesamten Großveranstaltungen fehlen, ist der Sommer sehr gut gelaufen“, ist Norbert Lopatta überzeugt. Bike Festival, das Harley-Treffen und Musikveranstaltungen wie Viva Willingen füllen alljährlich die Betten der Willinger Gastageber.

Familienurlauber haben in Willingen einen Teil der durch die beiden Lockdowns, abgesagte Veranstaltungen und entfallenen Clubtourismus fehlen Übernachtungen aufgefangen.

Willingen verfüge normalerweise über einen guten Geschäftstourismus. Der aber ist in den zurückliegenden Monaten im gesamten Bundesgebiet fast zum Erliegen gekommen. „Ich gehe davon aus, dass wir alleine durch die Events und fehlende Tagungen rund 250 000 Übernachtungen verloren haben“, hat Lopatta errechnet.

Der Wegfall des Clubtourismus konnte vergleichsweise gut aufgegangen werden: „Die Menschen sind auf der Suche nach sicheren und guten Freizeitangeboten. Sie bleiben in Deutschland und nutzen Angebote in ihrer Nähe.“ Allerdings: „Orte, die fast ausschließlich vom privaten Tourismus leben, konnten sehr viel stärker vom Inlandstrend profitieren.“

Dennoch kann der Tourismusdirektor der angespannten Lage auch etwas Positives abgewinnen: „Die Gäste haben Willingen von einer neuen Seite kennengelernt und waren positiv überrascht.“ Willingen sei deutlich mehr als Events und Partys. „Natürlich fehlt der Clubtourismus und auch die Events, doch konnte dieses Segment in guten Teilen aufgefangen werden. Wer sein Angebot stärker auf Tagungen und Geschäftsreisen ausgerichtet hat es deutlich schwerer.“

Trotz des zweiten Lockdowns blickten viele Willinger Unternehmen mutig nach vorn: Das Willinger Skigebiet hat in den kalten Nächten Schnee auf Depot produziert, um gewappnet zu sein. „Die Menschen warten geradezu auf die Zeit nach dem Lockdown. Die wollen raus und wenn die Infektionszahlen sinken und die Beschränkungen aufgehoben werden, werden wir ihnen gute und vor allem sichere Angebote schaffen.“ (red)

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