Traditionsfest mit Tausenden Besuchern

Wegen Corona: Wollmar verlegt Grenzgang auf 2021

+
Beim Grenzgang in Wollmar gehen Tausende Menschen, wie auf diesem Archivfoto von 2006, gemeinsam die Grenzen zu den Nachbarorten ab. Wegen der Corona-Krise hat der Grenzgangverein das für Anfang September geplante fünftägige Fest nun um ein Jahr verschoben. 

Wollmar – „Die Umstände lassen es nicht zu“. Mit diesen Worten seines Vorsitzenden Klaus-Peter Fett hat der Grenzgangverein Wollmar wegen der Corona-Pandemie in dieser Woche seinen Grenzgang 2020 abgesagt und auf das kommende Jahr verlegt.

„Der Entschluss ist bedauerlich, doch unseres Erachtens die derzeit einzig richtige Entscheidung“, sagte Fett. Die Traditionsveranstaltung im 650-Seelen-Dorf findet nur alle sieben Jahre statt, in diesem Sommer sollte der Grenzgang vom 3. bis 7. September stattfinden. Alle Vorstandskollegen seien für die Absage 2020 und die Verlegung auf 2021 gewesen, erklärte der Vorsitzende: „Wir hatten einen einstimmigen Beschluss.“

Einen neuen Termin für das nächste Jahr gibt es schon: Der Wollmarer Grenzgang findet nun vom 2. bis 6. September 2021 statt, also genau ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Termin. Für die Verlegung waren allerdings zunächst Gespräche und Verhandlungen mit dem Ortsnachbarn Münchhausen notwendig, berichtete Fett. Hintergrund: Münchhausen wollte sein Grenzgangfest ursprünglich ebenfalls 2021 feiern – vom 9. bis 13. September.

Zwei Grenzgänge von zwei Nachbardörfern innerhalb weniger Tage hätte kaum einen Sinn gemacht, meint Fett. Sein Dank gilt daher dem Grenzgangverein Münchhausen, dass er seinen Grenzgang seinerseits um ein Jahr auf 2022 verlegt hat. „Das ist eine sehr freundschaftliche Geste von unseren Münchhäuser Freunden“, freuten sich Fett und seine Wollmarer Vorstandskollegen.

Klaus-Peter Fett, Vorsitzender des Grenzgangvereins Wollmar.

„Nach der Einigung mit Münchhausen können wir unserer 2020er-Planungen jetzt für 2021 stehen lassen“, sagte der Vorsitzende. Unnötige Kosten für die bisherigen Planungen seien insofern nicht entstanden. Vorgesehen für das Grenzgangfest sind unter anderem ein Festkommers mit offizieller Eröffnung im Festzelt, zwei Lauftage entlang der Grenzen, Musik und Tanz, ein Stehender Festzug mit der historischen Aufführung und ein Frühschoppen.

„Unser traditionelles Grenzgangfest ist ein Fest der Generationen, und wir wollen es auch als solches mit unseren Familien, Nachbarn, Grenzgangfreunden und allen Besuchern wie gewohnt feiern“, erklärte Fett. In Zeiten der Corona-Krise sei die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung mit mehreren Tausend Besuchern aktuell aber undenkbar. 

„Bei uns im Dorf wird derzeit jede kleine Familienfeier abgesagt, da können wir nicht solch ein großes Fest veranstalten“, erklärte der Vorsitzende, auch wenn die Beschränkungen der Bundesregierung zunächst nur bis zum 31. August vorgesehen sind.

Außerdem würden an diesem Traditionsfest immer auch viele ehemalige Wollmarer teilnehmen, die inzwischen in Amerika oder Australien leben, informierte Fett: „Die bekämen jetzt noch nicht einmal einen Flug.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.