Ludwig Mischmann ist Fachangestellter für Bäderbetriebe und lächelt über Vorurteile

An der Filteranlage im Technik-raum des Ederberglandbades: Ludwig Mischmann ist seit August dieses Jahres ausgelernter Fachangestellter für Bäderbetriebe. Seine Ausbildung hat er hessenweit als Jahrgangsbester abgeschlossen. Foto:  Daum

Frankenberg. Seit August dieses Jahres ist Ludwig Mischmann im Ederbergland in Frankenberg als ausgelernter Fachangestellter für Bäderbetriebe tätig. Der 19-Jährige hatte die Ausbildung, die er ebenfalls im Ederberglandbad absolviert hat, zuvor hessenweit als Jahrgangsbester erfolgreich abgeschlossen.Warum sich der Frankenberger für diesen Beruf entschieden hat, verriet er im Interview mit unserer Zeitung.

Herr Mischmann, herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Hätten Sie gedacht, dass Sie Jahrgangsbester in Hessen werden?

Mischmann: (lacht) Nein, damit habe ich nicht gerechnet. Aber in den letzten Wochen vor den Prüfungen habe ich zusammen mit Lisa Grebing, einer Kollegin aus Battenberg, intensiv gelernt. Wir haben uns gegenseitig gepusht. Diese gemeinsame Vorbereitung war Gold wert und hat uns beiden viel gebracht. Außerdem haben mich meine Kollegen im Bad und natürlich auch meine Familie super unterstützt.

Waren die Prüfungen schwierig?

Mischmann: Sie waren vor allem umfangreich. Schwerpunkte der Prüfungen waren der Umgang mit Badegästen, das Erlernen der Technik eines Bades, die Überprüfung der Wasserqualität, Bädermarketing, Sauberkeit und Instandhaltung des Bades sowie natürlich Erste Hilfe und Rettungseinsätze.

Dann stört es Sie sicher, dass es immer noch Menschen gibt, die meinen: Ein Schwimmmeister sitzt doch nur den ganzen Tag in der Sonne und hat nicht viel zu tun?

Mischmann: Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass diese Vorurteile einfach nicht zutreffen. Es gibt immer mal wieder Frotzeleien aus dem Freundeskreis. Anfangs habe ich auch noch versucht, die Vielfalt meines Jobs zu erklären. Mittlerweile bin ich gelassener. Wenn diese Sprüche kommen, lache ich darüber. Ich weiß ja, dass der Beruf des Schwimmmeisters oder der des Fachangestellten für Bäderbetriebe sehr umfangreich ist und dass man jeden Tag gut ausgelastet ist.

Welche Ziele haben Sie sich innerhalb Ihres Berufsfeldes gesetzt?

Mischmann: Nach zwei Jahren als Fachangestellter für Bäderbetriebe kann ich die Prüfung zum Schwimmmeister ablegen. Das habe ich auch vor, vielleicht kann ich mich wieder zusammen mit meiner Kollegin aus Battenberg auf diese Prüfungen vorbereiten.

In den vergangenen Jahren mussten auch Bäder geschlossen werden, weil sie für die Kommunen zu teuer geworden sind. Machen Sie sich mit Blick auf Ihre Zukunft als Schwimmmeister Sorgen, irgendwann keinen Arbeitsplatz mehr zu finden?

Mischmann: Nein, mache ich mir nicht. Hallen- und Freibäder sind wichtige Aspekte der Freizeitgestaltung. Auch wenn das eine oder andere Bad schließen muss, wird es in Zukunft für die Badegäste immer noch genügend Auswahl geben.

Wollten Sie eigentlich schon immer Schwimmmeister werden?

Mischmann: Ja. Schon in der Grundschule habe ich in die beliebten Freunde-Bücher immer geschrieben, dass ich unbedingt Schwimmmeister werder will.

Warum der Job des Fachangestellten für Bäderbetriebe nicht immer leicht ist, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Von Philipp Daum

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