Kritik: Brandschützer übten zur eigenen Belustigung

Wehr weist Vorwürfe zurück: Übungen dienen der Sicherheit

Frankenau. Die Feuerwehr übe vor allem zur eigenen Belustigung, wurde Frankenauer Brandschützern vorgeworfen. Das weist  der Stadtbrandinspektor entschieden zurück. 

Eigentlich war es nur eine der üblichen Brandschutzübungen Frankenauer Feuerwehren, mit denen die Einsatzkräfte in regelmäßigen Abständen an abgelegenen und schwer zugänglichen Objekten in der Region um Frankenau den Ernstfall proben. Doch diesmal endete der Probeeinsatz mit Ärger.

Die Feuerwehrleute wurden vor Ort von benachbarten Anwohnern kritisiert: Die Wehrleute hätten die Übung mit zwei Löschfahrzeugen nur „zur eigenen Belustigung“ angesetzt. Hintergrund ist, dass der Eigentümer, auf dessen Anwesen das Szenario durchgespielt worden war, anschließend zum Dank für jeden der Wehrleute Bratwürstchen und etwas zu trinken spendiert hatte.

Das Ganze gipfelte darin, dass die Brandschützer ein anwaltliches Schreiben erhielten, in dem sie aufgefordert wurden, zu begründen, warum sie diese Übung gemacht haben. „Uns wurde unterstellt, dass wir nur da sind, um zu trinken und zu feiern“, sagte der Frankenauer Stadtbrandinspektor Manuel Kühn verärgert gegenüber der HNA.

Diesen haltlosen Vorwurf wolle die Feuerwehr nicht auf sich sitzen lassen. Bei der Übung habe man vor Ort überprüfen wollen, ob im Ernstfall genügend Löschwasser zur Verfügung stehe. Außerdem dienten Brandschutzübungen generell dazu, Abläufe zu proben und gegebenenfalls die Alarmpläne anzupassen. „Für uns ist das besonders wichtig, weil wir unter anderem schauen müssen, wo und wie Rettungsfahrzeuge und Einsatzkräfte nachrücken können“.

Dies gelte vor allem für einsam gelegene Anwesen, wo im Ernstfall viele Menschen betroffen seien, wie Jugendherbergen, Altenheime oder Gastronomiebetriebe, betonte der Stadtbrandinspektor. Deswegen trete er noch einmal mit allem Nachdruck der Behauptung entgegen, dass diese Übungen nur stattfänden, „um sich anschließend vergnügen zu können“.

Er könne verstehen, dass einige der beteiligten Einsatzkräfte sich durch diese „völlig haltlose Unterstellung“ persönlich in ihrer Ehre angegriffen sehen und von einer „Verunglimpfung“ der Feuerwehr sprechen. „Wir sind ja nicht da, um jemanden zu ärgern, sondern um für Sicherheit zu sorgen. Außerdem wollen wir niemanden belästigen, deswegen machen wir das mit Sachverstand und nötigem Maß“, sagt Kühn.

Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick bestätigt auf Nachfrage der HNA, dass es zur Einsatzvorbereitung unerlässlich sei, Übungen auch unter Inanspruchnahme von Sondersignalen, also Martinshorn, durchzuführen. „Gerade bei abgelegenen Gebäuden ist es unbedingt erforderlich, dass die Feuerwehr die realen Anfahrtszeiten und Anfahrtswege kennt.“ Die Kenntnis über Lage und Funktionsfähigkeit von Löschwasserentnahmestellen sei für einen schnellen Einsatzerfolg notwendig, betonte er.

Von Susanna Battefeld  

Rubriklistenbild: © nh

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