Online-Angebote statt Gottesdienst

Weihnachten im Internet: So kreativ waren die Pfarrer im Frankenberger Land

Die Kinder an der Liebfrauenkirche in Frankenberg meldeten sich mit „Bethlehem TV“, alle Engel einzeln gefilmt, auf geteiltem Bildschirm vereint.
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Die Kinder an der Liebfrauenkirche in Frankenberg meldeten sich mit „Bethlehem TV“, alle Engel einzeln gefilmt, auf geteiltem Bildschirm vereint.

Alles war anders. Keine Gottesdienste an Heiligabend, abgesagte Krippenspiele, allenfalls Glockenläuten. Und doch war die evangelische Kirche im Frankenberger Land den Gläubigen ganz nahe: im Internet.

Frankenberger Land – Mit sehr viel Kreativität und Herzlichkeit suchten die Pfarrerinnen und Pfarrer über das Internet digitale Wege des Zuspruchs. Sie versandten Videogottesdienste, Audiobotschaften und Segenswünsche besonders für die Menschen, „die heute nicht mitfeiern können, die Einsamen, Kranken und Trauernden“, wie Pfarrer Horst Schiffner in der Frankenberger Liebfrauenkirche sagte.

Schon die Vorbereitung dieser Video-Weihnachtsfeiern und -Krippenspiele musste unter Corona-Bedingungen erfolgen: Statt der „Menge der himmlischen Heerscharen“, die sonst immer zu Krippenspielen gehört, hatte das Team mit Kantorin Beate Kötter alle Engel einzeln gefilmt und auf geteiltem Bildschirm zusammengeführt. Die Kinder meldeten sich aus dem Studio von „Bethlehem TV“ mit exklusiven Interviews von Kaiser Augustus, den Herbergswirten und dem Paar, das auf der Suche war. Handpuppe Pelle eröffnete die „Sondersendung“ aus Bethlehem.

Aus einem virtuellen Studio mit Ohrensesseln und dampfendem Teekessel moderierte der Battenberger Pfarrer Holger Balzer „Kinderweihnachten“.

In Battenberg moderierte Pfarrer Holger Balzer seine „Kinderweihnacht“ aus einem virtuellen Studio mit gemütlichen Ohrensesseln und dampfendem Teekessel auf dem Ofen. In seiner Andacht zum Heiligen Abend für die Erwachsenen rückte er das Lied der amerikanischen Christian-Pop-Sängerin Francesca Battistelli „Be Born In Me“ in den Blickpunkt. Dieser Videogottesdienst auf YouTube war am Heiligabend um 23 Uhr bereits 246 Mal angeklickt worden, steigende Zahl über die Feiertage. Also – da mussten sie sein, die unsichtbaren Adressaten dieser Videobotschaften.

Pfarrer mit Esel und Hund

Tiere waren damals die Ersten an der Krippe, die das Jesuskind sahen. Dieses Motiv wurde von den Theologen für die Videoproduktionen gern aufgenommen: Pfarrerin Emilie Berreth in Schreufa meldete sich von einer Weide mit einer Meditation über die Geschichte von „Marias kleinem Esel“, neben sich ein geduldig zuhörendes, echtes Grautier.

Pfarrerin Emilie Berreth erzählte in Schreufa die Weihnachtsgeschichte mit einem kleinen Esel auf der Weide.

In Frankenau hielt Pfarrer Harald Wahl zu Beginn seiner Online-Christvesper den kleinen Hund „Lucie“ auf dem Arm, der nach dem kürzlichen Tod seiner Besitzerin im Pfarrhaus aufgenommen worden ist – symbolisch für die ersten Zeugen im Stall und „für die geknechtete Kreatur heute“.

Vereine wirkten digital mit

Auf Bilder regionaler Kirchenkunst wie den Bad Wildunger Soest-Altar bezog sich Pfarrer Reinhold Schott in seinem virtuellen Heiligabend-Gottesdienst in der Liebfrauenkirche. Im Kirchspiel Altenlotheim-Kirchlotheim gab es einen von Markus Knauer produzierten Audio-Podcast, bei dem der MGV Altenlotheim mitwirkte.

Überhaupt: Überall trugen Chöre, Posaunenbläser und Solisten, unter Hygiene-Bedingungen aufgenommen, musikalisch zu den Internet-Sendungen bei. Am Ende stand bei allen das traditionsreiche Schlusslied „O du fröhliche“.

Dazu Pfarrer Holger Balzer: „Gott kommt zu uns und bleibt bei uns. Immer. Deshalb können wir frohgemut sein und fröhlich miteinander singen. Ich bitte Sie jetzt aufzustehen zu Hause und mit uns zu singen!“

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