Dekanin empfiehlt Verzicht auf Gottesdienste

Weihnachten in Corona-Zeiten: So geht die evangelische Kirche mit den Auswirkungen der Pandemie um

Symbole für das Wunder der Weihnacht: Unser Bild aus dem Jahr 2017 zeigt den Adventskranz und den weihnachtlich geschmückte Altar mit Kerzen und Weihnachtsbaum in der Kirche Bergfreiheit.
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Symbole für das Wunder der Weihnacht: Unser Bild aus dem Jahr 2017 zeigt den Adventskranz und den weihnachtlich geschmückte Altar mit Kerzen und Weihnachtsbaum in der Kirche Bergfreiheit.

Die Entscheidung, einen Gottesdienst anzubieten, überlässt die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck den Kirchenvorständen vor Ort - und mahnt zugleich Abstands- und Hygieneregeln sowie Anmeldung an.

Korbach – Dekanin Eva Brinke-Kriebel empfiehlt ihren Gemeinden, auf Gottesdienste am Heiligen Abend zu verzichten, und weist auf die vielen Alternativen hin. Natürlich sei es schön, Weihnachten gemeinsam im Gottesdienst zu feiern, aber in diesen Zeiten müsse man gut abwägen, ob man sich mit vielen Menschen versammelt, so die Dekanin. Das Weihnachtswunder könne man auch im kleinen Familienkreis zu Hause erleben, „und wir haben großes Verständnis dafür, wenn die besorgten Menschen an Heiligabend nicht in die Gottesdienste gehen“, sagte die Dekanin.

Gleichwohl möchte man aber auch als Kirche Präsenz zeigen und für die Menschen da sein. „Wem es wichtig ist, einen Gottesdienst zu besuchen, der soll dazu am ersten oder zweiten Feiertag die Gelegenheit dazu bekommen.“ Dann sei es nicht so voll wie am Heiligen Abend und die Gefahren einer Ansteckung seien deutlich geringer.

Die Landeskirche, der Kirchenkreis und auch zahlreiche Gemeinden stellen vielfältiges Material bereit, mit dem man Weihnachten erleben und die Bedeutung spüren könne. So gebe es nach den Erfahrungen der vergangenen Monate inzwischen umfangreiche digitale Angebote.

Die Dekanin spricht damit lokale Video-Gottesdienste und Audio-Andachten an, die auf den Internetseiten der einzelnen Gemeinden und des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg, aber auch auf der Homepage der Landeskirche zu finden sind. Außerdem hätten die Gemeinden auch große Kreativität bei weiteren Alternativen bewiesen: Gottesdienst-Angebote „in der Tüte“ oder „auf der Leine“, an Kirchentüren oder auf Anrufbeantwortern würden nach Auskunft der Dekanin eine gute Alternative in diesen Zeiten darstellen. Nicht zuletzt könne man im Radio und Fernsehen zahlreiche überregionale Gottesdienste zu Weihnachten verfolgen. „Gottes Beistand ist uns auch dann sicher, wenn wir aus guten Gründen auf Präsenz-Gottesdienste verzichten“, dies gelte vor allem für den Heiligen Abend, der traditionell von vielen Familien für den Kirchgang genutzt werde.

Man bemühe sich, den verschiedenen Interessen gerecht zu werden, müsse aber auch das kritische Infektionsgeschehen berücksichtigen. „Wir wollen den Shutdown ernst nehmen, zugleich aber als Kirche auch für die Menschen da sein“, skizzierte die Dekanin eine kaum lösbare Problemstellung.

Nicht nur kirchliche Mitarbeiter, auch die vielen ehrenamtlichen Helfer und die Kirchenvorstände stünden vor einer großen Aufgabe. Um Hygienekonzepte umzusetzen und Namenslisten zu führen, sind in den Gemeinden zahlreiche Freiwillige im Einsatz.

Die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) überlässt es nach derzeitigem Stand den jeweiligen Kirchengemeinden, einen „normalen“ Gottesdienst zu Weihnachten anzubieten oder aus Vorsicht darauf zu verzichten.

Dekanin Brinke-Kriebel macht jedoch eines deutlich: „Präsenz-Gottesdienste kann nur besuchen, wer sich zuvor angemeldet hat.“ Anmeldungen würden die einzelnen Gemeinden telefonisch oder schriftlich entgegen nehmen, zudem bieten einige Gemeinden mit „Church Events“ eine Art Buchungsportal an. Wer ohne Anmeldung in den Weihnachtgottesdienst gehen wolle, müsse damit rechnen, weggeschickt zu werden.

In den Kirchen gelten den Angaben zufolge die Abstands- und Hygieneregeln, Besucher müssen auch am Platz die Alltagsmaske tragen, Singen ist nicht erlaubt. Manche Gemeinden würden ihre Kirchen zum Gebet und zur Besinnung öffnen, ohne Gottesdienste anzubieten. (red)

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