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Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg: Keine Corona-Regeln, aber Straßensperren

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Von: Jörg Paulus

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Nach zwei Jahren Corona-Pause finden wieder Weihnachtsmärkte statt. Unser Foto entstand 2016 beim Weihnachtsmarkt in Bad Wildungen.
Nach zwei Jahren Corona-Pause finden wieder Weihnachtsmärkte statt. Unser Foto entstand 2016 beim Weihnachtsmarkt in Bad Wildungen. © privat

Nach zwei Jahren Corona-Pause finden in diesem Jahr wieder Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg statt. Einschränkungen gibt es fast keine mehr.

Waldeck-Frankenberg – Hintergrund für die Sicherheitsvorkehrungen bei den Weihnachtsmärkten in Waldeck-Frankenberg ist die Amokfahrt beim Rosenmontagszug 2020 in Volkmarsen. Damals waren etwa 90 Menschen seelisch und körperlich verletzt worden, als ein 29-Jähriger mit seinem Auto in die Menschenmenge gefahren war. Um so etwas möglichst zu verhindern, ist es bei Großveranstaltungen mittlerweile Vorschrift, Zufahrten abzusperren.

Bad Arolsen, Diemelstadt, Volkmarsen und Breuna haben dafür für 400.000 Euro gemeinsam Fahrzeugsperren gekauft, die schon beim Arolser Viehmarkt zum Einsatz kamen. Sie werden auch beim Arolser Weihnachtsmarkt aufgestellt, der von heute bis Sonntag auf dem Schlosshof stattfindet.

Waldeck-Frankenberg: Veranstalter stellen Fahrzeuge auf der Straße quer

Andere Kommunen ohne solche Sperren machen es zur Auflage, große Fahrzeuge wie Schlepper auf den Straßen querzustellen, um die Zufahrt zur Veranstaltungsfläche zu verhindern. Für den Weihnachtsmarkt in Laisa, der am kommenden Wochenende an zwei Tagen mit 40 Holzständen zwischen Kirche und Heimatmuseum stattfindet, bedeutet das zum Beispiel, das sechs Zufahrtsstraßen in der Dorfmitte mit Fahrzeugen verstellt werden müssen.

In Gemünden ist dies etwas einfacher: „Aufgrund der geografischen Lage des Veranstaltungsortes sowie den teils bereits umzäunten Bereichen sehen wir keine Barrieremaßnahmen vor“, teilte Bürgermeister Frank Gleim mit. Eine kleine verwinkelte Gemeindestraße werde wie immer gesperrt.

„Die Bewertung von Sicherheitsfragen bei der Durchführung von Weihnachtsmärkten liegt in der Entscheidungskompetenz der Städte und Gemeinden als örtliche Ordnungsbehörde. Hier wird es keine Steuerungsvorgaben des Landkreises geben“, teilte die Kreisverwaltung auf unsere Anfrage mit.

Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg: Veranstalter können aufatmen

Ansonsten können die Veranstalter von Weihnachtsmärkten in Waldeck-Frankenberg aufatmen: Nachdem es im Sommer noch so aussah, als würden mit der erwarteten Corona-Herbstwelle weitere Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen kommen, so können die Weihnachtsmärkte in den kommenden Wochen nun im Prinzip ohne Corona-Vorschriften stattfinden.

„Aktuell gilt in Hessen die Corona-Schutzverordnung des Landes. Der Landkreis wird darüber hinaus keine Vorgaben machen“, hat uns die Kreisverwaltung auf Anfrage mitgeteilt. In der Verordnung des Landes stehen lediglich allgemeine Hygiene- und Abstandsregeln, zum Beispiel: Das Tragen einer medizinischen Maske in Innenräumen und in Gedrängesituationen solle „eigenverantwortlich und situationsangepasst berücksichtigt werden“.

In den vergangenen beiden Jahren war das noch ganz anders. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren Weihnachtsmärkte zwar nicht grundsätzlich verboten, die Vorschriften für Hygiene, Abstand und Masketragen und das Infektionsrisiko waren den meist ehrenamtlichen Veranstaltern aber zu hoch. Deshalb sind die Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg damals ausgefallen.

2021 zog der Landkreis die Notbremse für Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg

2021 hatte die Landesregierung sie ausdrücklich erlaubt, und Anfang November sah es auch noch so aus, als würden sie auch bei uns im Landkreis stattfinden können. Doch am 23. November, wenige Tage vor dem 1. Advent, zog der Landkreis aufgrund steigender Infektionszahlen „die Notbremse“, wie es der damalige Landrat Dr. Reinhard Kubat ausdrückte. Die Corona-Zahlen stiegen in der vierten Welle und der Landkreis appellierte an alle Veranstalter, geplante Weihnachtsmärkte, Feiern und andere Zusammenkünfte abzusagen, um Menschenansammlungen zu verhindern.

Damals lag die 7-Tage-Inzidenz bei 210, aktuell ist sie 122, doch die Entwicklung war damals eine andere, nämlich mit steigenden Infektionszahlen und viel mehr Ungewissheit als heute. In den vergangenen Wochen sind die Corona-Zahlen gesunken, deshalb gibt es für die Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg diesmal keine Vorgaben. Der erste Markt im Landkreis wird am Freitag, 25. November, auf dem Schlosshof in Bad Arolsen eröffnet. „Die Stadt hat kein eigenes Hygiene-Konzept mehr aufgestellt“, berichtet Marktmeister Wilhelm Müller.

Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg: Vertrauen auf Eigenverantwortung

„Wir vertrauen bei der Corona-Thematik auf die Eigenverantwortung unserer Besucher“, sagt Gemündens Bürgermeister Frank Gleim zum dortigen Weihnachtsmarkt am 3./4. Dezember. Der Markt finde überwiegend im Freien statt. „In gedrängten Situationen obliegt es den Gästen, entsprechend bekanntes Verhalten zu leben.“

Ähnlich sieht es beim Weihnachtsmarkt am kommenden Samstag in Rosenthal aus: „Corona-Auflagen gibt es bei uns keine“, sagt Organisatorin Melanie Krebs von der Stadtverwaltung. „Wer eine Maske tragen will, kann das natürlich tun, aber wir planen keine Beschränkungen, da das Ganze ja auch im Freien stattfindet“, sagt Krebs. Ausnahme: „Wer die Toilette im Rathaus benutzt, muss eine Maske tragen.“

Weihnachtsmärkte in Waldeck-Frankenberg: Weniger Gedränge, mehr Sitzplätze

Für den Weihnachtsmarkt am kommenden Wochenende in Laisa, einem der größten im Frankenberger Land, haben die Vereine als Veranstalter reagiert, um Gedrängesituationen zu vermeiden: Die große Bescherung mit dem Nikolaus in der Kirche findet nun nicht mehr zu einer festen Uhrzeit statt. Stattdessen können die Kinder nach Belieben zwischen 14 und 16 Uhr zum Nikolaus in die Kirche kommen und sich ein Geschenk abholen. Und neben der Cafeteria im Milchhäuschen wird zusätzlich ein Zelt aufgestellt, um mehr Sitzplätze anzubieten.

„Wir freuen uns sehr, dass es in diesem Jahr wieder losgeht“, sagt Hainas Pfarrerin Beate Ehlert, die mit der Kirchengemeinde zu den Veranstaltern des Adventsmarktes am Samstag in der Klosteranlage in Haina gehört. „Die Menschen sehnen sich danach, sich zu treffen.“ (Jörg Paulus)

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