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Weinlese beim früheren Landwirtschaftsminister Dietzel

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Von: Elmar Schulten

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Hobbywinzer Wilhelm Dietzel bei der Weinlese in Wilhelms Weinberg in Neudorf. Im Hintergrund Sohn Ulf.
Hobbywinzer Wilhelm Dietzel bei der Weinlese in Wilhelms Weinberg in Neudorf. Im Hintergrund Sohn Ulf. © Elmar Schulten

Der Weinberg von Wilhelm Dietzel gilt als der nördlichste in Hessen. Doch was bedeuten schon geografische Breitengrade in Zeiten des Klimawandels? Die Sonne meint es gut mit den Reben – auch in Nordwaldeck.

Diemelstadt-Neudorf - Zur Weinlese hatte Dietzel jetzt wieder Freunde und Familie in seinen Weinberg eingeladen. Am frühen Morgen traf man sich zunächst zum Wachmacher-Kaffee in der Deele des Hofes in der Wilhelmstraße, bevor es dann mit Gartenscheren bewaffnet zu den Trauben ging.

Doch die Arbeit war vergleichsweise schnell getan: Vögel und Waschbären hatten sich schon bedient. Schließlich sind die Trauben nach diesem sonnenreichen Sommer besonders süß. Immerhin wurden um die 80 Oechslegrade erreicht.

200 Flaschen wird‘s wohl ergeben

In früheren Jahren hatte Dietzel seine Reben mit Netzen vor tierischen Räubern geschützt. Das war diesmal leider versäumt worden. Den Hunger der Vögel hatte der Hobbywinzer unterschätzt. Besonders die roten Trauben hatten es den Tieren angetan:„Im nächsten Jahr werden wieder Netze zum Schutz der Trauben gespannt.“

Viele Hände, schnelles Ende: Freunde und Familie halfen gut gelaunt bei der Weinlese am frühen Morgen in Wilhelm Dietzels Weinberg.
Viele Hände, schnelles Ende: Freunde und Familie halfen gut gelaunt bei der Weinlese am frühen Morgen in Wilhelm Dietzels Weinberg. © Elmar Schulten

Aber die Tiere hatten ein Einsehen und haben dem Hobbywinzer doch noch einen Teil der Ernte gelassen. Rund 230 Kilo Trauben wurden noch am gleichen Morgen nach Heppenheim gefahren, wo sich die Winzergenossenschaft schon seit Jahren fachmännisch um die Trauben aus Nordwaldeck bemüht. Diesmal könnten es um die 200 Flaschen ergeben.

Erste Ernte war bescheiden

Zusammen mit Freunden pflanzte der damalige Minister für Landwirtschaft (und Weinbau) 2004 im Garten hinter seinem Haus fünf mal 100 Rebstöcke, 200 der Weißwein-Sorte Johanniter, 300 Stöcke vom roten Regent.

2006 konnten die ersten Trauben geerntet und zum Keltern in den Rheingau gebacht werden. Die Ausbeute war überschaubar: Es reichte für 22 Halbliter-Flaschen.

Menge ist nicht entscheidend

Schließlich kommt es Dietzel nicht auf die Menge an, sondern auf die Freude, auf seinem Weinberg einen feinen Tropfen reifen zu sehen. Um das zu erleben, waren auch die Enkel Lukas (6) und Felix (9) zur Lese gekommen. (Elmar Schulten)

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