Wanderung auf der Heimbach-Route

Welt der Bäche aus 1000 und einer Quelle entdecken im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Charakterart der Nationalpark-Bäche: der Feuersalamander.
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Charakterart der Nationalpark-Bäche: der Feuersalamander.

Zu den sehr besonderen Lebensräumen des Nationalparks Kellerwald-Edersee gehören seine Bäche. Einen tiefen Eindruck davon vermittelt die Heimbach-Wanderroute.

Edertal – Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Trifthütte bei Kleinern. Der Pavillon „Schmetterling“ von 2006 liefert Informationen über die Strecke und den Lebensraum Bergbach Im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die Nationalpark-Verwaltung hat für den 9,4 Kilometer langen Rundweg ein Faltblatt herausgegeben mit Erklärungen zu den mit Nummernpfählen gekennzeichneten Stellen. Symbol der Route: der Feuersalamander.

Heimbach entspringt am Peterskopf im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Der Weg führt vorbei an einem ansprechend gestalteten Naturtretbecken bergan durch das Tal über das ehemalige Jagdhaus Friedrichshütte zur Aussichtsplattform am Hochspeicherbecken des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Von dort hat man einen herrlichen Fernblick. Der Rückweg führt über den Nationalpark-Eingang „Kleinersches Tor“ zum Ausgangspunkt. Man kann die Strecke abkürzen und an einem Wegweiser vor dem Jürgenkopf wieder hinunter ins Heimbachtal gehen.

Der Heimbach entspringt am Peterskopf und mündet bei Kleinern in die Wese. Woher hat er wohl seinen Namen? Der Wortteil „-heim“ bedeutet Wohnort/ Siedlung und ist Bestandteil vieler Ortsnamen. Da der Bach mitten durch den Dorfkern führt, ist er der „Haus-Bach“ des Dorfes, aber er wurde dort in den 1960er-Jahren verrohrt.

Natur erobert ehemalige Wiesen im Nationalpark Kellerwald-Edersee zurück

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee sind auf dem Talgrund ehemalige Wiesen zu erkennen, die allmählich von der Natur zurückerobert werden. Bauern aus Kleinern haben hier früher Heu gemacht. Da die Wiesen nicht mehr genutzt werden, konnten die verrohrten Bachübergänge im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Kellerwald-Region entfernt werden. So wurde der Bach für die Wasserlebewesen durchgängig, was seinen ökologischen Wert erheblich steigerte.

Die gute Qualität des glasklaren Wassers der Bäche im Nationalpark Kellerwald-Edersee bestätigt sich durch das Vorkommen von Insekten, die sauberes und sauerstoffreiches Wasser benötigen: Larven verschiedener Köcher-, Stein- und Eintagsfliegen. In Nähe des Baches liegen Morast bildende Sickerquellen. Wildschweine suhlen sich darin. Ehrenamtlich tätige Forscher haben im Nationalpark Kellerwald-Edersee mehr als 1000 Quellen und deren artenreiche Tierwelt kartiert: an kühlen Quellen die Eiszeitzeugen Alpenstrudelwurm und Quellschnecke. Sie reagiert sehr empfindlich auf geringe Temperatur-Schwankungen. Daraus schließen die Forscher, dass die Kellerwaldberge seit sehr Langem bewaldet sind.

Feuersalamander Charakterart der Bäche im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Unter den heimischen Amphibien haben Feuersalamander eine enge Bindung an den Wald. Sie sind Charakterart der Bergbäche im Nationalpark Kellerwald-Edersee. An warmen Tagen tummeln sich die nachtaktiven Tiere nach Regen auf Wanderwegen und -pfaden. Die auffällige gelb-schwarze Färbung ist eine Warntracht zum Schutz vor Fressfeinden. Tagsüber leben die Feuersalamander versteckt in Felsspalten, unter Steinen und in Baumhöhlen. Nachts jagen sie Asseln, Schnecken, Regenwürmer, Spinnen und Insekten.

Im Gegensatz zu anderen Amphibien legen Feuersalamander keine Eier, sondern setzten Kiemen tragende Larven in kühle und saubere Bächen ab – oder im Naturtretbecken im Heimbachtal. (Wolfgang Lübcke)

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee gibt es für begrenzte Zeit außerdem ein tolles Kunstprojekt zu entdecken.

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