Welt-Down-Syndrom-Tag: HNA begleitete Thomas Knüppel im Alltag

Im Bistro KostBar der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg: Thomas Knüppel bedient die Gäste - hier das Ehepaar Birgit und Wolfgang Baraniak aus Korbach. Foto:  Schade

Seit 2006 findet am 21. März eines jeden Jahres der Welt-Down-Syndrom-Tag statt. Initiiert wurde er von den Organisationen Downsyndrome International (DSI) und European Downsyndrome Association (EDSA). Wir haben einen Mann mit diesem Syndrom im Alltag begleitet.

Korbach/Frankenberg. Thomas Knüppel zupft sich seine grüne Schürze zurecht und tritt dann an den Tisch. „Was darf ich Ihnen bringen?“, fragt er höflich lächelnd. Und ergänzt: „Ich würde Ihnen unser Tagesgericht empfehlen.“

Der 43-Jährige wurde mit dem Down-Syndrom geboren - in der Medizin auch als Trisomie 21 bezeichnet. Seit vier Jahren ist er im Bistro „KostBar“ des Lebenshilfewerkes Waldeck-Frankenberg am Korbacher Obermarkt beschäftigt - und hat hier seinen Traumjob gefunden. „Es gefällt mir gut. Mit den Kollegen komme ich toll zurecht“, schwärmt Thomas Knüppel, der zuvor in der Korbacher Lebenshilfe-Werkstatt in der Montage tätig war. Schon dort wuchs der Wunsch, ins Gastronomiefach der Lebenshilfe zu wechseln. „Wir hatten dort einen kleinen Crêpes-Ofen, auf dem ich Crêpes mit Käse oder anderen Zutaten gemacht habe.“

Sein Arbeitstag beginnt morgens um 7.45 Uhr. Noch bevor die ersten Gäste kommen, stehen umfangreiche Vorbereitungen an - vom Gemüse schneiden und Mithilfe beim Kuchen backen bis zu Suppen portionieren. „Thomas ist sehr geschickt, er macht das ganz toll“, sagt Yvonne Alvarez, die das Bistro mit Linda Schmid leitet.

14 Menschen mit Behinderung gehören neben vier Aushilfen, einer Auszubildenden und den beiden hauptamtlichen Kräften zum KostBar-Team. „Es macht Spaß, mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten. Sie sind hilfsbereit und aufmerksam - sie haben das Herz auf dem rechten Fleck“, so Yvonne Alvarez.

Das Bistro, das mit dem Kleeblatt-Laden und dem Ein-Welt-Laden unterm Dach des Corvita vereint ist, füllt sich langsam. Thomas und seine Mitstreiter nehmen Bestellungen auf, servieren, säubern die Tische. Thomas schätzt seine Arbeit - vor allem aber auch den Kontakt mit den Gästen der Einrichtung. „Ich bin sehr glücklich hier, das hatte ich mit schon immer gewünscht“, schwärmt er.

Um 13 Uhr endet seine Schicht im KostBar. Nach dem Mittagessen geht’s zurück ins Wohnheim in der Bunsenstraße. Dort leben insgesamt 19 Personen im Alter zwischen 25 und 80 Jahren mit unterschiedlichen Behinderungen. „Wir sind so etwas wie ein Mehrgenerationenhaus, wie eine große Familie“, sagt dessen Leiterin Gudrun Voigt.

Thomas Knüppel bewohnt ein geräumiges Einzelzimmer. Ein Formel-1-Poster an der Wand signalisiert, wofür er sich unter anderem interessiert. Einem Fahrer drückt er besonders die Daumen: „Sebastian Vettel im roten Ferrari.“

Von Jörg Schade

Mehr über den Alltag von Thomas Knüppel erfahren Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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