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Willinger „Skywalk“: Arbeiten an der längsten Hängebrücke der Welt beginnen

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Symbolischer „Spatenstich“ für die Willinger Hängebrücke  „Skywalk“: Vor dem schweren Bohrgerät der  Schweizer Firma Swissrope stehen - von links: Gesellschafter Björn Becker, Architekt Uno Kleine sowie die Gesellschafter Arndt Brüne, Markus Göbel, Markus Wilke und Melanie Wilke.
Symbolischer „Spatenstich“ für die Willinger Hängebrücke „Skywalk“: Vor dem schweren Bohrgerät der Schweizer Firma Swissrope stehen - von links: Gesellschafter Björn Becker, Architekt Uno Kleine sowie die Gesellschafter Arndt Brüne, Markus Göbel, Markus Wilke und Melanie Wilke. © Karl Schilling

Der „Skywalk“ nimmt Gestalt an: In Willingen haben am Dienstag die Arbeiten an der längsten Hängebrücke der Welt begonnen.

Willingen/Usseln – Neben der Willinger Mühlenkopfschanze haben Fachleute der Schweizer Firma Swissrope schweres Bohrgerät aufgefahren, um die Verankerungen der vier Brückentragseile in den Berg zu treiben.

Am Nachmittag kamen die Gesellschafter Björn Becker, Arndt Brüne, Markus Göbel, Markus Wilke und Melanie Wilke mit Architekt Uno Kleine zu einem symbolischen „Spatenstich“ zusammen. Sie freuen sich, dass es endlich losgeht.

Die heimischen Investoren streben nichts weniger als einen Weltrekord an: Sie wollen die mit 665 Metern Spannweite längste frei errichtete Hängebrücke der Erde bauen. Sie übertrumpft den bisheriger Weltrekordhalter, die „516 Arouca“ in Portugal, die „nur“ 516 Meter lang ist.

Brücke zwischen Usseln und Willingen: Zwischen Musenberg und Mühlenkopf soll der Skywalk gespannt werden.
Die geplante Hängebrücke zwischen Usseln und Willingen: Zwischen dem Musenberg und dem Mühlenkopf soll der „Skywalk“ gespannt werden. © Y-Site/pr

„Skywalk“ in Willingen nimmt Gestalt an: Weltrekord geplant

Die spektakuläre Konstruktion soll ein neuer Publikumsmagnet für die Tourismus-Gemeinde Willingen werden und zusätzliche Gäste anlocken. Sie gelangen zu Fuß vom Willinger Mühlenkopf zum Usselner Musenberg.

In bis zu 100 Metern Höhe schreiten sie über das Tal und können sich den Wind um die Nase wehen lassen, während sie die Aussicht auf die Berge des Uplands und die größte Großsprungschanze der Welt genießen.

Längste Hängebrücke der Welt in Willingen: Rund drei Jahre Vorarbeit waren nötig

Rund drei Jahre hat das Planungs- und Genehmigungsverfahren gedauert. Mitte Dezember überreichte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese wie berichtet die Baugenehmigung.

Das Korbacher Architekturbüro Kleine + Potthoff ist für das Projektmanagement und das Baugenehmigungsverfahren verantwortlich, die Firma Swissrope aus Frutigen im Kanton Berg plant die Konstruktion und führt die Bauarbeiten an der Fußgängerhängebrücke aus. Das Unternehmen von Theo Lauber hat sich auf Hängebrücken und Seilbahnen spezialisiert, in den Bergen des Uplands stoßen die Mitarbeiter auf vertrautes Terrain.

„Skywalk“ in Willingen nimmt Gestalt an: Verankerungen an den beiden Brückenseiten werden gebohrt

Zunächst würden an den beiden Brückenseiten für die Verankerung der vier Tragseile und für die Gründung der beiden Portalstützen 46 Anker- und Bohrpfähle in den Boden gebohrt, erklärt der Architekt und Diplom-Ingenieur Uno Kleine. Sie hätten einen Durchmesser von 18,6 Zentimetern. „Der längste Anker wird mit einer Tiefe von 24 Metern in der Berg gebohrt“, berichtet Kleine. Die Bohrlänge aller Anker betrage zusammengerechnet rund 620 Meter.

Die Bohr- und Ankerarbeiten sollen je nach Wetterlage und Bohrgeschwindigkeit rund fünf Wochen dauern. Im Anschluss werden die Fundamente betoniert und die beiden Portalstützen aus Metall gesetzt. An ihnen liegen später auch die Zugänge zur Brücke.

Als nächstes werden die Tragseile übers Tal gezogen. „Der Seilzug ist für die zweite Maihälfte terminiert“, berichtet Kleine.

Längste Hängebrücke der Welt in Willingen: Bauwerk wird im tibetanischen Stil errichtet

Die Hängebrücke wird im tibetanischen Stil errichtet – Tragseile und Streben aus Stahl halten die gesamte Konstruktion, die 125 Tonnen wiegt. Die Fußgänger laufen über einen 1,30 Meter breiten Gang. Die Brücke darf bis zu 700 Besucher tragen.

Nach etwa acht Monaten Bauzeit soll die Brücke im Herbst fertig sein – und Willingen hat eine neue Attraktion.

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