Weniger Gäste als im Vorjahr

Waldeck-Frankenberg profitiert kaum vom Trend, dass viele Menschen wegen Corona Urlaub in Deutschland machen

Urlaub im Feriendorf Frankenau: (von links) Sandra Peiffer, Rosemarie Raubert, Maybrit Pfeiffer, Bernd Raubert und Caitlin Pfeiffer aus Schwalmstadt genießen das Frühstück auf der Terrasse.
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Urlaub im Feriendorf Frankenau: (von links) Sandra Peiffer, Rosemarie Raubert, Maybrit Pfeiffer, Bernd Raubert und Caitlin Pfeiffer aus Schwalmstadt genießen das Frühstück auf der Terrasse.

Alle wollen in die Alpen oder an die Ostsee. Mittelgebirgsregionen wie Waldeck-Frankenberg profitieren aber kaum vom aktuellen coronabedingten Trend, im eigenen Land Urlaub zu machen.

„Sehr gute Auslastungen haben derzeit nur die Küstenregionen und das Hochgebirge. In den Mittelgebirgsregionen werden die normalen Gästezahlen noch bei Weitem nicht erreicht“, sagt Klaus Dieter Brandstetter, Geschäftsführer der Touristik Service Waldeck-Ederbergland GmbH, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Nach Meldungen der Kollegen aus den verschiedenen Regionen im Waldecker Land wird mit Rückgängen bei den Übernachtungszahlen von 20 und bis 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 gerechnet“, beschreibt der Touristik-Experte die Situation und fügt hinzu: „Dies bedeutet dann auch 20 bis 40 Prozent weniger Umsatz.“ Es sei bereits abzusehen, dass die Lücke der Monate März, April und Mai bis Ende des Jahres nicht mehr aufzuholen sein werde.

Allerdings sei die Nachfrage je nach Betriebsart unterschiedlich. „Während die Ferienwohnungen besonders gefragt sind – mit bisher sehr guter Auslastung bis Mitte August – gibt es in Hotels, Gasthöfen und Pensionen durchaus noch große bis größere freie Kapazitäten“, schildert Brandstetter. Gerhard Pohl vom Hotel Die Sonne Frankenberg bestätigt diesen Trend: „Die Nachfrage liegt immer noch unter den Vorjahren – mit leicht zunehmender Tendenz.“

In Willingen gibt es laut Tourismus-Direktor Norbert Lopatta gewisse Hoffnungsschimmer und viele spontane Buchungen – das kompensiere aber die Ausfälle nicht. Er rechne mit 30 bis 40 Prozent weniger Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr.

Dass die Deutschen wegen Corona ihre Urlaubspläne ändern, merkt hingegen Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee-Touristic. Die Erlebnisregion profitiere: Zwar meldeten Hotels noch freie Betten, aber Ferienwohnungen seien ausgelastet während der Sommerferien in Hessen und NRW.

Ein „extremer Nachfragedruck“ herrscht laut Klaus Dieter Brandstetter hingegen bei Camping- und Wohnmobilstellplätzen. Manches Mal würden sogar Nachtschichten eingelegt, um alle Anfragen bearbeiten zu können, bestätigt Otto Wilhelmi vom Campingplatz Asel-Süd. Und während die Gäste sonst eher aus Hessen und dem Ruhrgebiet kommen, würden sie jetzt aus ganz Deutschland anreisen. Ausgebucht sei der Platz aber trotz der hohen Nachfrage nicht. 

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