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Weniger Lebensmittel: Tafeln in Waldeck-Frankenberg brauchen Hilfe

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Von: Julia Janzen

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Körbe voller Lebensmittel: Für die Tafel Bad Arolsen haben Hartmut Marschall (links) und Karl-Heinz Herbst (Mitte) Lebensmittel in Supermärkten abgeholt. Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil (rechts) sagt, dass derzeit zu wenig Spenden bei den Tafeln ankommen.
Körbe voller Lebensmittel: Für die Tafel Bad Arolsen haben Hartmut Marschall (links) und Karl-Heinz Herbst (Mitte) Lebensmittel in Supermärkten abgeholt. Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil (rechts) sagt, dass derzeit zu wenig Spenden bei den Tafeln ankommen. © Julia Janzen

Die vier Tafeln im Landkreis haben derzeit weniger Lebensmittel zur Verfügung. Zwischen 25 und 30 Prozent hätten die Spenden in den vergangenen Wochen abgenommen, schätzt Oliver Breysach von der Korbacher Tafel.

Waldeck-Frankenberg – Teils sei es bereits eng geworden mit der Versorgung, sagt Dekanin Petra Hegmann von der Frankenberger Tafel. „Wir haben in den vergangenen Wochen gemerkt, dass die Händler weniger spenden“, so Hegmann. Dass es derzeit keine größeren Gaben von haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln oder Reis gibt, berichtet Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil von der Tafel in Bad Arolsen. Dabei würden die dringend gebraucht.

Die Konsequenz ist, dass die Versorgung bei den Bestandskunden schwieriger werde, so Hoos-Vermeil. Nachrücken von der Warteliste könne derzeit niemand. „Wir würden gern mehr helfen, aber es geht nicht.“

Oliver Breysach ist besorgt, dass diese Situation dauerhaft bleiben könnte. Denn: Marktleiter hätten betont, dass es nicht mit Hamsterkäufen zu tun habe, dass weniger an die Tafeln gegeben werde. Vielmehr habe es mit der besseren Planung der Händler zu tun. Es solle weniger übrig bleiben.

„Im Moment fallen weniger Reste ab,“ bestätigt Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer bei Edeka Hessenring. Der Verbund betreibt rund 500 Märkte, viele auch in Waldeck-Frankenberg. Schneeweiß betont, dass es keinesfalls an mangelnder Bereitschaft der Abgebenden läge. Thomas Bonrath, Pressesprecher der Rewe-Zentrale, sagt, dass es zwei gegenläufige Trends gebe: „Zum einen kommen immer mehr Menschen zu den Tafeln, weshalb die Organisationen Jahr für Jahr einen höheren Mengenbedarf haben. Zum anderen bemüht sich der Lebensmitteleinzelhandel seit Jahren erfolgreich, die Menge an Lebensmitteln, die nicht mehr verkauft werden kann, zu reduzieren. Das senkt automatisch die für Tafelspenden zur Verfügung stehenden Lebensmittel.“

Bei der Tafel in Bad Wildungen gibt es bislang keine Probleme, es werde von den Geschäften so viel gespendet wie immer, sagt Sprecher Jürgen Hellwig. Dennoch, so betont er, würden die Tafeln immer Hilfe brauchen. Er schreibe regelmäßig direkt Hersteller von Lebensmitteln an und bitte um Unterstützung, sagt Hellwig.

Die Tafeln in Waldeck-Frankenberg unterstützen insgesamt derzeit rund 2000 Menschen mit Lebensmitteln.

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