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Wenn der Strom länger ausfällt: FDP fordert Konzept für Kraftstoffversorgung in Waldeck-Frankenberg

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Von: Lutz Benseler

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Ein Konzept für die Versorgung bei langandauernden Stromausfällen hat die FPD im Kreistag gefordert. Auch das Land Hessen arbeitet an der Notstromversorgung.
Ein Konzept für die Versorgung bei langandauernden Stromausfällen hat die FDP im Kreistag gefordert. Auch das Land Hessen arbeitet an der Notstromversorgung. © Daniel Naupold/dpa

Was passiert, wenn der Strom für längere Zeit ausfällt? Die FDP im Kreistag fordert ein Kraftstoffversorgungskonzept für einen lang andauernden und regionalübergreifenden Blackout.

Waldeck-Frankenberg – Vorbild für die Liberalen ist der südhessische Hochtaunuskreis, der bereits Ende 2021 ein solches Konzept erstellt hat. Darin sind insgesamt 173 Schutzziele wie Feuerwehrhäuser, Kliniken, Rettungswachen, Alten- und Pflegeheime oder Einrichtungen der Grundversorgung beschrieben, die im Falle eines Blackouts mit Strom versorgt werden müssen. Außerdem ist festgelegt, wie der tägliche Kraftstoffbedarf von rund 93.000 Liter Heizöl oder Diesel für die Aggregate über 72 Stunden sichergestellt werden kann.

„Das ist keine Panikmache, es geht nur darum, sich mit einem Konzept auf so eine Situation vorzubereiten“, erläuterte Fraktionsvorsitzender Jochen Rube am Donnerstag in der Kreistagssitzung in Willingen den Antrag. Im Fall eines länger andauernden überregionalen Stromausfalls wären auch in Waldeck-Frankenberg wesentliche Versorgungsbereiche betroffen. „Alle diese Einrichtungen müssten kreisweit erfasst und priorisiert werden“, so Rube.

Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese verwies auf das Land Hessen, das damit beauftragt sei, eine Notstromversorgung auf fossiler Basis sicherzustellen. Die Landesregierung entwickele derzeit ein entsprechendes Konzept. Frese: „Es ist deshalb nicht sinnvoll, für die Insel Waldeck-Frankenberg übereilt Konzepte zu machen.“ Der Landkreis werde die Bemühungen des Landes begleiten und seine Vorstellungen einbringen. „Das wird einmünden in eine Aktualisierung des Katastrophenschutzplans des Landkreises“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

Jochen Rube entgegnete, dass Freses Aussagen nicht gegen den Antrag sprächen: „Das Ziel ist doch gleich.“ Die FDP habe weder eine zeitliche Frist genannt, noch eine Kooperation mit dem Land ausgeschlossen.

Die Beschreibung „übereilt“ könne er nicht nachvollziehen, sagte Dr. Peter Koswig (Grüne): „Ich sehe Handlungsbedarf jetzt.“ Bislang seien Stromausfälle in Deutschland sehr selten, aber die Versorgungslage verschlechtere sich. Koswig: „Der Hochtaunuskreis hat vorsorglich gehandelt und zum Beispiel Tankstellen definiert, in denen die Versorgung gesichert ist.“ Auch in Waldeck-Frankenberg sei es sinnvoll, jetzt Vorsorge zu treffen.

Zustimmung gab es von Dr. Andreas Salzmann (AfD): Der Antrag diene der Versorgungssicherheit. Uwe Steuber, Fraktionschef der Freien Wähler, schlug vor, den Antrag der FDP in die Ausschüsse zu verweisen und mit den Bemühungen des Landes zusammenzubringen. Auch CDU-Fraktionschef Timo Hartmann sprach sich für die Überweisung des Antrags aus. Dem folgten die Kreistagsabgeordneten.

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