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Wenn die Kuh frisiert wird: Jungzüchter maßen sich bei Scherwettbewerb in Haubern

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Beim Scherwettbewerb in Haubern: Mia Ohlsen (links) ist zum ersten Mal dabei, für Julia Hecker-Michel ist es der dritte Scherwettbewerb.
Beim Scherwettbewerb in Haubern: Mia Ohlsen (links) ist zum ersten Mal dabei, für Julia Hecker-Michel ist es der dritte Scherwettbewerb. © Denise Dörries

Einmal waschen, schneiden, föhnen: Beim Scherwettbewerb der Jungzüchter in Frankenberg-Haubern wurden Kühe aufgehübscht.

Haubern – Zwischen den Jahren hat wieder der alljährliche Kuhscherwettbewerb des Jungzüchter-Clubs Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf stattgefunden. Auf dem Hauberner Bauernhof Michel haben neun Teams ihr Geschick mit den Schermaschinen gemessen. Das Ziel: Möglichst sauber und ordentlich das Fell einer Kuh scheren. Der Umgang mit dem Tier wird bei diesen Wettbewerben ebenso bewertet wie die Teamarbeit.

In diesem Jahr waren fünf Newcomer-Teams und vier fortgeschrittene Teams dabei. In einem Team sind immer zwei Teilnehmer. „Zu den Newcomern zählen Teilnehmer, die erst maximal einmal an einem solchen Wettbewerb teilgenommen haben.“, erklärte Marcel Löbber, Vorstandsmitglied des Jungzüchter-Clubs. Die Teilnehmer sind im Alter von 12 bis 25 Jahren.

Den Scherwettbewerb gibt es im Frankenberger Land bereits seit 1985. Seither wird er auf wechselnden Betrieben ausgetragen. „Dieses Jahr dürfen wir den Wettbewerb auf dem Hof Michel austragen. Deshalb gilt diesem auch unser besonderer Dank“, sagte Löbber.

Bei dem Wettbewerb müssen die Teams einiges beachten. Dazu zählen beispielsweise die Arbeitssicherheit, der Umgang mit dem Tier und die Sauberkeit der Arbeit. Zur Königsdisziplin gehört die Topline der Kuh, also der Rücken. Da dies viel Übung abverlangt, dürfen die Newcomer diesen Arbeitsschritt auslassen. „Um die Topline zu frisieren, benutzen wir einen Föhn, um die Haare hochzustellen und diese dann in einer geraden Linie abzuschneiden. Als Hilfsmittel benutzen wir auch Fixierspray“, erklärt die 19-Jährige Julia Hecker-Michel, die gemeinsam mit Mia Ohlsen in einem fortgeschrittenen Team teilgenommen hat.

Scherwettbewerb der Jüngzüchter: Auch die Ohren der Kuh werden gesäubert

Die Topline soll die Kuh optisch begradigen. Ebenfalls wichtig sind Kopf und Euter der Kuh. Beim Scheren des Kopfes muss auf ein einheitliches Ergebnis geachtet werden. Außerdem müssen die Ohren geschoren und gesäubert werden. Damit das Euter gut sichtbar ist, muss dieses ebenfalls sauber geschoren werden.

Rund 90 Minuten hatten die Teams Zeit, um ihre zufällig ausgewählte Kuh zu scheren. Das Ganze wurde nicht nur von einigen Zuschauern verfolgt, auch Preisrichter Tobias Guggemos aus dem Allgäu blickte genau hin. „Ich achte besonders auf die Teamarbeit und ein sauberes Scherbild am Schluss“, gab der Richter vorher bekannt. Mithilfe eines Punktesystems beurteilte er die Scherleistungen der einzelnen Teams.

Bei den Newcomern siegten Lennard Hauck und Pia Fackiner mit 72 Punkten, dicht gefolgt von Sophie Ohlsen und Helene Hauptführer mit 71 Punkten. Das Rennen bei den Fortgeschrittenen machten Milena Hauck und Louisa Schwarz mit 82 Punkten. Den zweiten Platz belegten Saskia Römer und Wiebke Pohlmann mit 78 Punkten.

„Es war ein Erlebnis, die Jugend beim Scheren zu sehen“, sagte Preisrichter Guggemos am Ende. „Das war durch die Bank eine super Leistung“, lautete seine Schlussbilanz.

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