Immer wieder Erosion durch Gewitterregen

Wertvoller Ackerboden aus Kohlgrund wird über die Orpe in die Diemel gespült

Rot-brauner Schlamm auf einer Straße in Kohlgrund.
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Immer wieder ergießen sich Schlammlawinen von einem 36 Hektar großen Maisfeld auf die acht Häuser an der Schlagmühle und am Hammerweg in Kohlgrund.

Zum zweiten und dritten Mal innerhalb von zwei Wochen haben sich am Wochenende nach starken Gewitterregen große Mengen Schlamm über den Krugweg in Kohlgrund ergossen und dabei Wohnungen und Garagen in Mitleidenschaft gezogen.

Bad Arolsen-Kohlgrund - „Diesmal sind bei den beiden Gewittern am Sonntagmorgen jeweils Sturmfluten auf die Schlagmühle und die Hammerhöfe niedergegangen. Bei der verheerenden Schlammflut vor zwei Wochen hat ein Nachbar 40 Liter pro Quadratmeter gemessen. Die beiden Gewitter an diesem Wochenende kamen zusammen auf 18 Liter pro Quadratmeter“, klagt Hartwig Decker.

Und er rechnet vor: In Anbetracht der 360.000 Quadratmeter, die das riesige Maisfeld oberhalb vom Krugweg misst, entspricht das einer Wassermenge von rund 6500 Kubikmetern, die sich innerhalb kurzer Zeit über die Straße in Richtung Mühlengraben ergossen.

Stadtverwaltung drängt auf Maßnahmenpaket

Von hier aus floss die rot-braune Brühe weiter in die Orpe und mündete bei Wrexen in die Diemel. Gewaltige Mengen wertvollen Ackerbodens gehen so der Landwirtschaft mit jedem Gewitterschauer für immer verloren. Grund genug für Bürgermeister Jürgen van der Horst, seine Verwaltung nach Abhilfe suchen zu lassen.

Hier wird Erosion sichtbar: Starke Regenfälle haben große Mengen wertvollen Ackerbodens von den Feldern in die Bäche gespült. Die Diemel (hier bei Wrexen) transportiert die rot-braune Fracht weiter über die Weser in Richtung Meer.

Nach dem starken Gewitter vom 5. Juni und den nachfolgenden Verwüstungen wurde mit dem Eigentümer und dem Pächter der großen Ackerfläche Kontakt aufgenommen und nach Abhilfe gesucht. Besprochen wurde ein Maßnahmenpaket, das unter anderem auf Bodenbewegungen und ein anderes Bewirtschaftungskonzept hinzielt. Damit sollen unter anderem die Abflusslinie des Wassers verändert und ein Überlaufen vom Acker auf den Krugweg verhindert werden. Außerdem sollen Gräben vergrößert und Wasserdurchlässe geöffnet werden.

Maisfelder sind besonders anfällig

Schließlich wurde zwischen Stadt, Eigentümer und Pächter vereinbart, dass der Pächter ein Bewirtschaftungskonzept mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen LLH erarbeitet.

Maisfelder können Starkregen in der frühen Wachstumsphase regelmäßig nur wenig entgegensetzen. Der lockere Boden wird einfach weggespült. Dies wird begünstigt, wenn die ausgeräumte Feldflur keine Hecken als natürliche Hindernisse mehr aufweist. (Elmar Schulten)

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