Vorteilhaftes Wetter

Wespen-Alarm: Tiere nerven wie lange nicht

Waldeck-Frankenberg. Wer dieser Tage im Freien isst, hat ungebetene Gäste: Die Wespen haben sich wegen der guten Witterungsbedingungen besonders gut vermehrt.

Entsprechend voll sind die Auftragsbücher der Schädlingsbekämpfer - denn die Feuerwehr rückt nur noch in Ausnahmefällen aus, um Nester zu entfernen. Diese werden aus Naturschutzgründen nur noch dann entfernt, wenn Gefahr besteht.

„Es gibt zwei Gründe für die große Population“, sagt Dr. Kai Füldner, Leiter des Naturkundemuseums in Kassel. Begünstigt hätte die Vermehrung einerseits der relativ konstante Winter. Weil es keine großen Temperatursprünge gegeben habe, hätten viele Wespenköniginnen überlebt. Zudem hätten diese, als sie im Frühjahr mit dem Nestbau begonnen haben, gute Wetterbedingungen gehabt. „Wenn es zu nass und kalt ist, saufen die Nester in der Erde ab oder die Tiere verpilzen“, sagt Füldner.

Entsprechend groß sind die Völker, die über 10 000 Tiere umfassen können. Sie leben neben Erdnestern unter Dachziegeln, in Rollokästen oder hinter Hausdämmungen, die sie zerfressen, um Platz zu haben. Die Feuerwehr kümmere sich nur noch selten um die Entfernung von Nestern, sagt Stefan Stross, stellvertretender Stadtbrandinspektor in Frankenberg. Nur wenn absolute Gefahr im Verzug sei, greife man ein. „Zu 99 Prozent wird auch kein Nest mehr zerstört, sondern es findet eine Umsiedlung durch speziell ausgebildete Kräfte der Feuerwehr statt“, sagt Stross. Bei Schädlingsbekämpfern laufen derzeit die Telefone heiß: „Ich erhalte gerade fast nur Anfragen wegen Wespen“, sagt Dirk Berghöfer, der Niederlassungen in Edertal und Kassel hat. Auch Ingmar Zech-Schlee von der Schädlingsbekämpfung Pro Defensio in Wohratal bestätigt: „Dieses Jahr ist es extem, wir rücken vier Mal am Tag aus.“ In den Landkreis Waldeck-Frankenberg würden sie zwei bis drei Mal pro Woche gerufen. (bal/gsk)

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