Gerd Frese erneut zum Ortsvorsteher von Wetterburg gewählt

Wetterburger Ortsbeirat setzt sich für Verkehrsberuhigung ein

Der neu gewählte Ortsbeirat von Wetterburg auf dem Spielplatz an der Grillhütte.
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Der neu gewählte Ortsbeirat von Wetterburg: von links Jörg Becker, Bürgermeister Jürgen van der Horst, Fabian Haase, Karsten Waikinat, Heinz Lösekamm, Ingo Hauck und Ortsvorsteher Gerd Frese. Auf dem Foto fehlt Rita Ammenhäuser.

Gerd Frese ist erneut zum Ortsvorsteher von Wetterburg gewählt worden. Zu seinem Stellvertreter wählte der am 14. März neu gewählte Ortsbeirat Karsten Waikinat.

Bad Arolsen-Wetterburg - Die dauerhafte Entlastung der Ortsdurchfahrt von Verkehrslärm Dreck und Gefahren bleibt das Hauptanliegen des neuen Ortsbeirats. Derzeit ist die Belastung von Burgstraße und Kreisstraße K7 besonders groß, weil durch diese Straßen auch der Umleitugnsverlehr der komplett gesperrten Bundesstraße B252 geführt wird.

Die konstituierende Sitzung des neuen Ortsbeirats fand unter freiem Himmel an der Grillhütte am Sportplatz unter Einhaltung der Corona-Regeln statt. Dazu gehörte auch, dass der Grill kalt und die Getränke im Kasten bleiben. Das wurde am Vorabend des Hmmelfahrtstages sogar von zwei Streifenwagenbesatzungen kontrolliert.

Tempo 30 muss gut begründet werden

Bürgermeister Jürgen van der Horst nutzte die Gelegenheit, dem Ortsbeirat und den anwesenden Wetterburger Bürgern zu erklären, warum ihm als Ortspolizeibehörde weitgehend die Hände gebunden sind, wenn es gilt, den Durchgangsverkehr in der Burgstraße und auf der Kreisstraße 7 zu reduzieren.

Tempo 30 wurde auf der als Umleitung genutzten Kreisstraße 7 in Wetterburg eingerichtet, um besonders am Kindergarten für mehr Sicherheit zu sorgen.

Die aktuelle Umleitungssituation stelle eine Ausnahme dar, die es rechtfertige, Tempo 30 im Bereich der Kreisstraße anzuordnen. Als Begründung reiche in diesem Fall die Nähe zum Kindergarten. Diese Argumentation sei jedoch im Regelbetrieb der Straße nicht zu halten, weil der Kindergarten nicht unmittelbar an der Straße liege und weil die Fußgängerfrequenz in diesem Bereich über den Tag gesehen recht gering sei.

Straßenverkehrsordnung soll geändert werden

Gleiches gelte auch für die Burgstraße, deren Anlieger anerkannterweise eine Menge Lärm und Dreck zu ertragen hätten. Das müsse jedoch nach geltender Rechtsprechung an einer Landesstraße hingenommen werden.

Auf Bundesebene werde zwar an einer Änderung der Straßenverkehrsordnung gearbeitet, die möglicherweise den Städten mehr Eingriffsmöglichkeiten gebe, doch das stehe noch in den Sternen. Sehr detailliert ging der Rathauschef auch auf die rechtliche Wirkung von Fahrradstraßen und deren Voraussetzungen ein. Unter anderem gehe mit den Fahrradstraßen ein Parkverbot einher.

Nach der Umleitung ist vor der Umleitung

Aus seiner Sicht sei eine wirksame Verkehrsberuhigung in der Burgstraße derzeit nur zu erreichen, wenn die Anwohner dort dauerhaft ihre Autos am Straßenrand parkten. Das zwinge den Durchgangsverkehr zum Abbremsen. Auf mehrfache Nachfrage aus dem Ortsbeirat und von Wetterburger Bürger versicherte der Bürgermeister, dass er weiterhin intensiv nach praktikablen Lösungen suchen wolle, um die Verkehrsbelastung in Wetterburg zu reduzieren. Dort fürchtet man nämlich schon die Auswirkungen der angekündigten Straßensanierung in der Wetterburger Straße von Bad Arolsen.

Wenn diese Straße für einige Wochen dichtgemacht werde, dann werde sich auch dieser Verkehr durch die Kreisstraße 7 schlängeln, so die Befürchtung. Bis dahin aber leiden die Wetterburger unter den Auswirkungen der Vollsperrung der Bundesstraße B252 bei Rhoden.

Hessen-Mobil hat neue Verkehrszählung in Auftrag gegeben

Eine Anfrage der WLZ-Redaktion beim Landesstraßenbaubetrieb Hessen Mobil hat unterdessen ergeben, dass dort weiter intensiv an der Planung einer Umgehungsstraße gearbeitet wird. Wesentlicher Bestandteil der Vorplanung sei es, im Bereich der Trassenkorridore mögliche Varianten planerisch auszuarbeiten und daraufhin verkehrlich und kostenmäßig zu untersuchen, teilt Hessen-Mobil-Pressesprecher Marco Lingemann mit.

Unter anderem sei eine neue Verkehrszählung in Auftrag gegeben worden. Damit die dabei erhobenen Daten höchste Aussagekraft haben, soll diese Zählung aber erst erfolgen, wenn die Beeinflussung des Verkehrs in und um Wetterburg durch äußere Umstände wie die Corona-Pandemie oder umliegende Straßenbaustellen möglichst gering ist.

Auswirkungen des Volkmarser Logistikzentrums ermitteln

Die erneute Zählung sei notwendig, weil die Auswirkungen des neuen Logistikzentrums in Volkmarsen in den bisherigen Verkehrsanalysen aus dem Jahr 2015 nicht abgebildet seien. Um die Trassenauswahl auf eine fundierte Basis stellen zu können, müssten auch die verkehrlichen Auswirkungen des Logistikzentrums in Volkmarsen berücksichtigt werden.

Mehr (Schwer)verkehr rollt wegen der Sperrung der B 252 bei Rhoden auch durch Wetterburg.

Die Verkehrsanalyse auf Basis der Daten, in denen das Volkmarser Logistikzentrum nicht abgebildet ist, prognostiziert eine durchschnittliche Verkehrsmenge in der Burgstraße von rund 9000 Fahrzeugen. An der K 7, auf der Straße zum Wiggenberg, sind es nach dieser Prognose im täglichen Durchschnitt rund 3500 Fahrzeuge. (Elmar Schulten)

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