Wieder mehr Tests nötig

Waldeck-Frankenberg: Neue Corona-Regeln sehen wieder Negativnachweis vor

Elvira Baltajew, Mitarbeiterin beim Testcenter in der Röddenauer Straße, stellt fest, dass mal mehr und mal weniger Menschen zum Corona-Test kommen.
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Elvira Baltajew, Mitarbeiterin beim Testcenter in der Röddenauer Straße, stellt fest, dass mal mehr und mal weniger Menschen zum Corona-Test kommen.

Immer mehr Menschen in Waldeck-Frankenberg lassen sich gegen das Coronavirus impfen. Die Nachfrage nach Tests ist deshalb in den vergangenen Wochen gesunken, einige Testcenter wurden geschlossen. Nachdem die Corona-Regeln im Landkreis wegen der gestiegenen Inzidenz nun verschärft wurden und man wieder öfter einen Testnachweis braucht, könnte die Nachfrage nach Corona-Tests aber wieder steigen.

Waldeck-Frankenberg – In der Spitze gab es in Waldeck-Frankenberg 80 vom Landkreis genehmigte Testcenter, mittlerweile seien es noch 63, sagt Petra Frömel, Sprecherin des Landkreises.

Bislang brauchten die Betreiber der Testcenter eine Erlaubnis vom Landkreis, um dieses leiten zu dürfen. Wenn sich die Corona-Test-Verordnung demnächst ändere, dann werde sicher auch irgendwann die ausgesprochene Einzelverordnung außer Kraft gesetzt werden, erklärt Frömel. Wann dies in Kraft treten würde, sei allerdings noch nicht absehbar.

Ab dem 11. Oktober wird es kostenpflichtige Tests in den Testcentern geben, heißt es im Bund-Länder-Beschluss. Den Betreibern stehe es dabei offen, ob sie ihr Testcenter mit kostenpflichtigen Tests weiterbetreiben wollen. „Der Fachdienst Gesundheit würde nur bei infektionshygienischen Bedenken oder Beschwerden involviert“, sagt Frömel.

Sven Schlömp leitet die Teststellen des Hilfsdiensts Promedica Waldeck in Herzhausen und Waldeck. Ihm sei aufgefallen, dass vor allem Anfang Juli weniger Betrieb in den Testzentren gewesen sei. „Daher haben wir dann auch die Öffnungszeiten angepasst, da es sich nicht gelohnt hat, für drei Leute am Tag das Testcenter zu öffnen“, sagt Schlömp. Deswegen ist dort mittlerweile montags und mittwochs geschlossen. Den Grund für den wenigen Betrieb im Testcenter erklärt sich Schlömp damit, dass für den Besuch im Restaurant oder beim Friseur zuletzt kein negativer Corona-Nachweis mehr nötig war. Nach der neuen Verordnung, die seit Samstag im Landkreis gilt, muss man als Gast oder Kunde dort aber wieder geimpft, genesen oder getestet sein.

Schlömp war schon vor der Verschärfung der Corona-Regeln der Meinung, dass die Testcenter weiterhin gebraucht werden. „Die Zahlen steigen und somit steigt auch wieder der Betrieb in den Testcentern.“ Auch, dass die Schule wieder angefangen hat, sei ein Grund für die steigende Nachfrage nach Corona-Tests.

Einige Testcenter im Landkreis sind schon geschlossen, weil die Nachfrage nach Corona-Tests in den vergangenen Wochen nicht mehr so groß war. Da nun die Corona-Regeln verschärft wurden und Negativnachweise wieder notwendig sind, könnte die Nachfrage in den Testcentern aber wieder steigen. Wir haben nachgefragt, wie es in den Testzentren läuft.

„Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger Testungen sind notwendig“, erklärt Alexander Kowalski, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH). Die KVH betreibt ein Testcenter in Korbach, das nur PCR-Tests durchführt. Sie hatten den Rückgang der Testungen gespürt, sagt Kowalski. Deswegen habe sie die Öffnungszeiten angepasst und biete noch an drei Tagen, montags, mittwochs und freitags, Corona-Tests an. Dennoch betont Kowalski, dass aktuell Testcenter definitiv gebraucht würden, vor allem nach den Verschärfungen der Corona-Regeln im Landkreis.

„An manchen Tagen ist bei uns wirklich viel los, vor allem jetzt zum Schulanfang und auch am Wochenende“, sagte vergangene Woche Katharina Gräber vom Testcenter in der Röddenauer Straße in Frankenberg. Auch die Reiserückkehrer seien ein Grund für den ansteigenden Betrieb. Gräber berichtet aber auch, dass in den Ferien wesentlich weniger los war. „Es lassen sich immer mehr Menschen impfen, die brauchen dann keinen Schnelltest.“ Zurzeit gebe es auch Tage, vor allem unter der Woche, wo sehr wenig los sei.

Ab dem 11. Oktober sollen Corona-Tests in Deutschland kostenpflichtig werden. „Ich denke, dass der Betrieb dadurch wieder abnimmt“, sagt Gräber. Viele Menschen hätten ihr gesagt, dass sie jetzt noch zum Test kommen, aber bald nicht mehr.

Peter Niemeyer, der das Testcenter der Kloster-Apotheke in Haina betreibt, berichtete, dass die Nachfrage derzeit steige. „Durch den Schulbeginn haben sich wieder wesentlich mehr Menschen testen lassen“, sagt Niemeyer. So war zum Beispiel für die Einschulungsfeiern ein Negativnachweis für Eltern und Schüler nötig.

Niemeyer geht davon aus, dass sich durch die 3G-Regelung die Frequenz in den Testcentern erhöhen werde. Von Anfang Juli bis Mitte August hatte er sein Testcenter geschlossen, weil die Nachfrage einfach zu gering gewesen sei. „Man hat ja keinen Negativnachweis für die Restaurants oder bei den körpernahen Dienstleistungen mehr gebraucht.“

Derzeit habe er sein Testzentrum montags und dienstags am Abend, mittwochnachmittags und freitagmorgens geöffnet.

Die Impfungen in Waldeck-Frankenberg

In Waldeck-Frankenberg haben sich nach Angaben des Landkreises rund 70 Prozent vollständig (also Erst- und Zweitimpfung) gegen das Corona-Virus impfen lassen. Die erste Impfung haben rund 73 Prozent der Waldeck-Frankenberger. Durch das Impfzentrum in Korbach und die mobilen Impfteams wurden 117 488 Impfdosen verabreicht (Stand: 2. September). Davon haben 60 953 Menschen ihre Erstimpfung bekommen und 56 353 haben ihre zweite Impfung.

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