Früher in Region bekämpft und fast ausgerottet

Wildkatze wieder erfolgreich in Waldeck-Frankenberg angesiedelt

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Gar nicht so scheu: Diese Wildkatze, ein männliches Tier, wurde 2016 häufig im Wesetal zwischen Frankenau und Giflitz gesehen. Dass der Kuder sich auch tagsüber zum Mäusefangen auf Wiesen traute, lag vielleicht daran, dass er auf einem Auge blind ist. Die Aufnahme entstand im September 2016 bei Gellershausen. 

Waldeck-Frankenberg. Wildkatzen sind wieder in den Ausläufern des Rothaargebirges, im  Burgwald und Kellerwald heimisch geworden. Dabei waren sie dort fast ganz ausgerottet worden. 

Die Europäische Wildkatze ist von der Deutschen Wildtier-Stiftung zum „Tier des Jahres 2018“ ernannt worden. So soll die streng geschützte Art mehr Aufmerksamkeit erhalten. In Waldeck-Frankenberg hat die Wildkatze diese Aufmerksamkeit bereits. Dort ist in den vergangenen 15 Jahren die Wiederansiedlung der in der Region fast ausgestorbenen Art gelungen.

„Wildkatzen haben die Ausläufer des Rothaargebirges, den Burgwald und Kellerwald wieder besiedelt“, teilt Sabine Schneider vom BUND Hessen mit. Im Rothaargebirge leben ihren Angaben nach wieder zehn bis 24 Wildkatzen pro 100 Quadratkilometer. Das sei eine mittlere Bestandsdichte, wie sie für Gebiete, in denen die Wildkatze vorher verschwunden war, typisch sei.

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee meldet steigende Zahlen von nachgewiesenen Wildkatzen. Im 57 Quadratkilometer umfassenden Nationalparkgebiet waren es bis Sommer 2016 insgesamt 21 Tiere. Jüngste Ergebnisse gehen von 34 Tieren aus: 21 Kuder (männliche Tiere) und 13 Katzen, sagt Günter Hoenselaar vom Nationalparkamt.

„Als der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) 2004 begann, sich für die Wildkatze einzusetzen, kannten viele Menschen diese Tierart gar nicht und dachten, es handele sich um ausgewilderte Katzen. Das hat sich geändert“, schildert Anke Schütz (Somplar), die als Wildkatzen-Botschafterin für den BUND tätig ist. „Immer mehr Menschen interessieren sich für die Wildkatze.“ 15 Sichtungen der Tierart seien ihr allein im vergangenen Jahr berichtet worden.

Mit der Zahl der Wildkatzen steigt aber auch die Zahl der Tiere, die im Straßenverkehr getötet werden. Neun tote Tiere, zumeist Jungtiere, wurden Anke Schütz 2017 gemeldet. Während früher der Mensch die Tiere bekämpfte und damit fast ausrottete, sei heute der Verkehr ihr Hauptfeind.

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