1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Wildtierpark Edersee: Mehr als 2000 Gäste zum Jubiläumsfest

Erstellt:

Von: Matthias Schuldt

Kommentare

Gänsegeier in Aktion während der Flugschau der Greifenwarte Edersee
Gänsegeier Ernie in Aktion beim Wildtierpark-Jubiläumsfest. © Matthias Schuldt

Zwei Jahre Warten waren vergessen bei allen Fans des Wildtierparks Edersee, als er am Sonntag endlich sein 50. Gründungsjubiläum nachfeierte.

Hemfurth/Edersee – „Ein schönes Fest. Ein gelungenes Fest.“ Solche Kommentare ließen sich am Nachmittag wieder und wieder vernehmen. Mehr als 2000 Besucherinnen und Besucher – Großeltern, Eltern, Onkel, Tanten, Kind und Kegel – feierten mit den Gastgebern von Nationalpark und Wildtierpark und deren vielen Partnern. Besonders ab dem frühen Nachmittag streiften Scharen von Neugierigen durchs Gelände und es gab sehr viel zu sehen: Schaufütterungen bei Wolf, Otter & Co, die Akrobaten der Lüfte in der faszinierenden Greifenschau, die selbst unlängst 25 Jahre alt wurde. Als wären die Flugkünste der Bussarde, Faken und Milane nicht schon beeindruckend genug, musste Gänsegeierdame „Ernie“ wegen einer Windböe mitten in den Zuschauern notlanden. Sie ließ sich nicht irritieren, rannte in typischer Geiermanier mitten durch die Menge zu Falknerin Jana Zulauf und holte sich ihren Leckerbissen eben per pedes ab.

Zu all dem gesellten sich viele Info-Angebote eigens zum Parkjubiläum. Insekten spielten eine wichtige Rolle.Christian Haas hatte im neuen, überdachten, hölzernen Besuchergang zwischen den Gehegen von Wildkatze und Steinbock Beeindruckendes zu berichten von Hummeln, Wespen und Hornissen. Den Nationalparkführer faszinieren diese Staaten bildenden Kerbtiere mit ihren Lebenszyklen. „Wussten sie, dass manche Hummelköniginnen ein fremdes Nest übernehmen? Sie töten die angestammte, Königin und lassen deren Arbeiterinnen dann den eigenen Nachwuchs großziehen“, erläuterte er als eines von vielen Beispielen.

Die Raupe Nimmersatt und das Blühwiesenprojekt Edertal

Wenige Meter weiter zogen Martin und Andrea Kramer mit ihrem Edertaler Blühwiesenprojekt und dem dazugehörigen, kleinen Theater Kinder und Eltern in den Bann. Die beiden hatten Sonnenblumen mitgebracht, die, wie bestellt, sogar einige letzte Hummeln anlockten. Währenddessen erlebten die Kinder die berühmte Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt im Blühwiesen-Theater mit. Die Eltern erfuhren auf Nachfrage, was es mit dem Projekt der Familie Cramer auf sich hat: das Anlegen von artenreichen Blühwiesen auf mehreren 10 000 Hektar in Edertal inklusive eines dazu passenden Bildungsangebotes.

Das hielt auch der Jagdschutzverband vor. Christian Ranft und Bianca Lüdde gehörten zu den Mitgliedern, die viel Material, Anstecker und Ähnliches aus dem „Lernort der Natur“ des Landesjagdverbandes an Kinder verteilten und ihnen manches erzählten zu den Tieren, die in den heimischen Wäldern lebten. Die Jagd selbst zu thematisieren, sei bei so einer Veranstaltung allerdings schwierig, fügten die beiden hinzu. In einer Kulturlandschaft wie der hiesigen ließe sich ein Gleichgewicht ohne das In-Grenzen-halten der Bestände von großen Tiere, die sich von den Pflanzen des Waldes ernähren, nicht annähernd aufrecht erhalten. Damit das gelingen kann, ist fundiertes Wissen über die Lebensräume und ihre Bewohner wichtig, verdeutlicht die Aktion des Landesjagdverbandes. Die Juniorranger, Steinbildhauerei, Barfußpfad, Spinnradkursus, Kinderschmintek, Imkerei, ein kleiner Regionalmarkt wie als Vorgeschmack auf die Wildunger Direktvermarktermesse und manches mehr vervollständigten das reizvolle Programm. Den Abschluss bildete das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters der Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg. (Matthias Schuldt)

Mehr Fotos vom Wildtierparkfest.

Auch interessant

Kommentare